Schule, Beruf, Zukunft - Hechingen Von der Schule in die Schule

19.01.2019
Bei einigen Berufen, vor allem im Gesundheitsbereich wie etwa Physiotherapie, findet die Ausbildung in Berufsfachschulen s Eine gute Wahl: Ausbildung tatt. Foto: © Production Perig - fotolia.com
Bei einigen Berufen, vor allem im Gesundheitsbereich wie etwa Physiotherapie, findet die Ausbildung in Berufsfachschulen s Eine gute Wahl: Ausbildung tatt. Foto: © Production Perig - fotolia.com

Berufe - Wer Dolmetscher werden will oder Krankenpfleger, für den heißt es meist: Zurück auf die Schulbank! Denn der Weg zu bestimmten Professionen führt nur über eine schulische Ausbildung.

Nicht jeder Azubi hat einen Ausbildungsbetrieb, in dem er täglich Praxisluft schnuppert. Manche drücken nach Abitur oder Mittlerer Reife auch weiter die Schulbank, um einen Beruf zu erlernen – allerdings nicht mehr an Gymnasium oder Realschule, sondern an einer Berufsfachschule.

Wer sich für diese Art der schulischen Ausbildung interessiert, für den stellen sich einige Fragen. „Professionen mit einer schulischen Ausbildung sind oft jene, für die es keine duale Ausbildung gibt“, sagt Paul Epsen von der Bundesagentur für Arbeit. Eine wichtige Rolle spielen Berufsfachschulen vor allem für Gesundheitsberufe und im sozialen Bereich, für angehende Erzieher und Altenpfleger genauso wie für Ergo- oder Physiotherapeuten. Wer Dolmetscher oder Fremdsprachenkorrespondent werden will, geht in aller Regel auch zur Berufsfachschule, genau wie angehende technische Assistenten oder verschiedene Musiker und Künstler.

Berufsfachschulen sind nicht gleich Berufsfachschulen – und zwar aus drei Gründen. Erstens gibt es je nach Branche und Job erhebliche Unterschiede, was die genaue Ausgestaltung der Ausbildung angeht. Zweitens ist Bildung Ländersache, in jedem Bundesland gelten deshalb etwas andere Regeln für Berufsfachschulen. Es gibt aber einheitliche Rahmenlehrpläne beziehungsweise Ausbildungsordnungen. Und drittens existieren nicht nur öffentliche Berufsfachschulen, sondern auch welche in privater Trägerschaft. In manchen Berufen sind die sogar klar in der Überzahl.

Wie Studienplatzvergabe

Was muss man mitbringen? Grundvoraussetzung für die Zulassung ist an den meisten Berufsfachschulen ein mittlerer Schulabschluss. Hinzu kommen laut dem Portal „Azubi.de“ je nach Schule und Job noch andere Voraussetzungen: Gesundheitszeugnisse etwa, vor allem für Jobs in der Pflege. Für manche Ausbildungen müssen Schüler mindestens 16 Jahre alt oder sogar volljährig sein. Und einzelne Ausbildungen haben auch Eignungstests.

„Vom Prinzip her funktionieren Bewerbung und Zulassung so wie bei der Studienplatzvergabe“, erklärt Gerd Roser, Referatsleiter Berufliche Bildung bei der Kultusministerkonferenz (KMK). Gibt es mehr Bewerber als Plätze, starten die Schulen ein Vergabeverfahren. Die Details sind dabei immer anders – die schulische Leistung spielt aber fast überall die Hauptrolle, dazu kommen vielleicht Faktoren wie die Wartezeit. Und ähnlich wie Hochschulen haben die meisten Berufsfachschulen auch Härtefallregelungen.

Rechtzeitig starten

Bei der Suche nach einer Berufsfachschule ist es vor allem wichtig, rechtzeitig anzufangen: Laut Bundesagentur für Arbeit beginnen die Bewerbungsverfahren in aller Regel etwa ein Jahr vor dem Start der Ausbildung. Wie viel Zeit die angehenden Berufsfachschüler einplanen müssen, hängt ansonsten vor allem vom Angebot vor Ort ab: „Die Suche nach einer Schule ist vergleichbar mit der nach einem Ausbildungsbetrieb, allerdings sind die Auswahlmöglichkeiten oft nicht ganz so groß“, betont Roser.

Wie läuft die Ausbildung ab? Unterricht und Theorie stehen an Berufsfachschulen klar im Vordergrund, sagt Roser – in der Regel in Vollzeit und mit festen Klassenverbänden. Was nicht bedeutet, dass es gar keinen Bezug zur Praxis gibt. Wie viele Praktika oder Praxisphasen es gibt, ist aber je nach Schule und Ausbildung ganz unterschiedlich – bis hin zu Extremfällen: „Die Pflegeausbildung zum Beispiel verläuft in der Struktur fast wie eine duale Ausbildung, mit hohem Praxisanteil, nur eben in Gesamtverantwortung der Schule.“

Was die Dauer der Ausbildung betrifft, sind ein bis dreieinhalb Jahre üblich – wie immer abhängig von Job, Bundesland und Schule. Es ist aber möglich, die schulische Ausbildung individuell zu verkürzen: Wer zum Beispiel das Abitur mitbringt, muss an manchen Berufsfachschulen nicht ganz so lange die Schulbank drücken wie ein Realschulabsolvent.

Eine Vergütung bekommen Berufsfachschüler nicht, anders als in der dualen Ausbildung. Stattdessen müssen sie manchmal sogar Schulgeld zahlen – an privaten beziehungsweise freien Berufsfachschulen ist das häufig der Fall. Tobias Hanraths, dpa

Berufe mit besten Aussichten

Handwerkskammer - Berufe im Handwerk schaffen Lebensqualität und zukunftsfähige Perspektiven.

Eine gute Wahl: Ausbildung im Kfz-Handwerk. 
Eine gute Wahl: Ausbildung im Kfz-Handwerk. 
Es gibt viele gute Gründe für eine Ausbildung im Handwerk. Technisches Verständnis, die Lust am Tüfteln, Kreativität, ein Gefühl für Farben und Formen, die Freude am Umgang mit Menschen – im Handwerk lassen sich Fähigkeiten und Interessen so vielseitig verwirklichen wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich.

Und noch etwas kommt hinzu: die innere Zufriedenheit, am Ende des Arbeitstages zu sehen, was man geschafft hat. Und davon profitieren letztendlich alle: Denn nach wie vor geht im heutigen Alltag nichts ohne das Handwerk – die Produkte und Dienstleistungen sichern das Überleben, sorgen für ein angenehmes Zuhause, erfüllen individuelle Wünsche und schaffen Lebensqualität. Und: Mit seinen rund 130 Ausbildungsberufen bietet das Handwerk Jugendlichen hervorragende berufliche Perspektiven – unabhängig vom Schulabschluss oder der Herkunft.

Das Geschäftsklima in den meisten Branchen befindet sich auf einem Rekordhoch. Fachkräftenachwuchs wird von vielen Handwerksbetrieben händeringend gesucht. Das sind gute Aussichten für bestehende und angehende Handwerker. Immer mehr Abiturienten sehen das auch so. 14,2 Prozent der Azubis im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen haben einen Gymnasialabschluss – Tendenz weiter steigend.

Zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten eröffnen zudem vielversprechende Karrierewege. Mit dem Meisterbrief in der Tasche kann man sein eigener Chef werden – das ist in der Industrie nur selten möglich. Nicht zu vergessen; Vom ersten Tag der Ausbildung an gibt es eine Vergütung.

Wer noch überhaupt keine Vorstellung davon hat, was für Ausbildungsberufe es im Handwerk gibt, der sollte sich vorab auf www.handwerk.de/gewerbe einmal schlau machen. Dort werden über 130 Ausbildungsberufe und die dazugehörigen Profile vorgestellt.

Das Beraterteam Ausbildung der Handwerkskammer Reutlingen ist für alle Schüler da, die Informationen und Beratung wünschen. Sie können einfach anrufen oder einen Termin für eine Beratung vereinbaren. swp

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