Sonderveröffentlichung

Irma-West-Kinderfest Tradition im besten Sinne lebendig halten

Die Festhandlung am Samstagabend bildet einen der Höhepunkte des Irma-West-Kinderfests.
Die Festhandlung am Samstagabend bildet einen der Höhepunkte des Irma-West-Kinderfests.

Geschichte: Der in Hechingen geborene Auswanderer Friedrich Wüst vermachte seiner Heimatstadt im Gedenken an seine jung gestorbene Tochter Irma eine beachtliche Summe, „um ein jährliches Kinderfest… abzuhalten“.

Herzlichen Glückwunsch: Hechingen feiert dieses Jahr das 75. Irma-West-Kinderfest. Kinderfeste haben eine lange Tradition in der Zollernstadt. Schon Eugenie (1808-1847), die letzte Fürstin von Hohenzollern- Hechingen, hatte Feste für Schüler und für die Kinder des von ihr gegründeten Kinderhauses ausgerichtet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden regelmäßig Kinderfeste am Sedanstag abgehalten. Im Jahr 1900 fand auf der Lichtenau ein Kinderfest zu Ehren des 50-jährigen Jubiläums des Übergangs von Hohenzollern an Preußen statt und 1913 feierte man im Fürstengarten ein Kinderfest zu Ehren des 25-jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers. In der Weimarer Republik scheint die Tradition der Kinderfeste unterbrochen gewesen zu sein.

So dauerte es nahezu ein Vierteljahrhundert, bis wiederum ein Kinderfest in Hechingen stattfand. Der 1847 als Friedrich Wüst in Hechingen geborene und 1872 in die USA ausgewanderte Fred West vermachte der Stadt nach seinem Tod 1930 eine beachtliche Geldsumme. Zur Erinnerung an seine im Alter von 24 Jahren gestorbene Tochter Irma bestimmte er 10 000 Dollar, „um ein jährliches Kinderfest oder eine Kinderunterhaltung aller Stände und Religionsgemeinschaften abzuhalten unter dem Namen Irma West Kinderfest“.


Stadtkapelle Hechingen e. V.
Bürgergarde Hechingen e.V.

Wegen der komplizierten Nachlassregelungen und der Planungszeit konnte das erste Irma-West-Kinderfest erst 1936 gefeiert werden. Die grundlegende Festgestaltung und die Organisation der Kinderfeste 1936 bis 1938 waren allerdings bestimmt durch die Instrumentalisierung für die Ideologie und die Ziele des Nationalsozialismus. Bis heute, wenn auch in veränderter Form, existieren die damals geschaffenen zentralen Elemente Festhandlung und Umzug und auch zahlreiche Kostümgruppen. Das erste Kinderfest nach dem Krieg fand 1949 statt. In der Folgezeit waren es vor allem die thematisch orientierten Umzüge der Schulkinder, die in Erinnerung blieben. 1968 wurde der Festplatz von der Lichtenau in den Weiher verlegt. Gruppen wie der Jugendfanfarenzug kamen hinzu, die Angebote für alle Generationen wurden ausgebaut.

Die 1998 begonnene Erweiterung des Umzugs mit historischen Gruppen und Gruppen aus den Stadtteilen sowie die grundlegende Neugestaltung der Festhandlung, die bis zu diesem Zeitpunkt auf dem ursprünglichen Text von 1936 basierte, ist Tradition im besten Sinne: eine solche bleibt nur lebendig, wenn sie Veränderungen und Erneuerungen eine Chance gibt. 1999 wurde das Irma- West-Kinder- und Heimatfest erstmals von der im März desselben Jahres gegründeten Irma-West-Gemeinschaft ausgerichtet. Diese wurde im Spätjahr 1999 in die „Arbeitsgemeinschaft historischer Kinder- und Heimatfeste Süddeutschlands“ aufgenommen.


Kinderprogramm im und um das Zirkuszelt

Wer es mit der Familie nach dem Umzug am Kinderfestsonntag ein bisschen ruhiger angehen lassen und dem Festplatz-Trubel erst einmal entfliehen will, der findet Unterhaltung in und um das Zirkuszelt auf der Stadionwiese beim Festplatz entlang der Badstraße. Dort richten die Albkamele ab 14.30 Uhr einen Streichelzoo mit Ziegen, Eseln und Schafen ein. Mit dabei sind Artistinnen, die zum Jonglieren und zur Akrobatik anleiten.

Für das zirkusgerechte Aussehen sorgt das Angebot zum Kinderschminken mit Inga Caglia. Um 15.30 Uhr startet dann die große Show „Neues aus der Hundeschule – Jupp und Joschka tierisch magisch“. Die Besucher erwartet eine Mixtur aus fetzigen Kunststücken und magischen Momenten, bei denen Jupp alias Jürgen Seybold alleine oder mit seinem Freund, dem Hütehund Joschka, gemeinsam zaubert. Bei diesem einzigartigen Programm können zudem viele Zuschauer ihr Talent als „Dompteur“ entdecken. Es darf viel mitgemacht und natürlich auch mitgelacht werden.

Der Auftritt von Jürgen Seybold wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.


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