Einmal werden die Weilheimer noch wach, dann ist ihr Dorf ein einziges großes Narrennest. Der Anlass ist ein Jubiläum: Die Hutzlabäuch feiern vom morgigen Freitag, 17. Januar, bis zum Sonntag, 19. Januar, ihr 20-jähriges Bestehen. Der Sonntag bringt einen stattlichen Umzug mit vielen Gastzünften aus nah und fern.

Zum Jubiläumsfest des Weilheimer Narrenvereins angemeldet haben sich 54 Zünfte und Gruppen mit zusammen etwa 2500 Mitgliedern. Wenn alle kommen, sind mehr als dreimal so viele Gäste in Weilheim als Einwohner.

Wie alles begann mit den Hutzlabäuch? Im Jahr 2000 schlossen sich einige an der Fasnet und am Brauchtum interessierte Weilheimer zusammen und gründeten eine Narrengemeinschaft, nachdem sie ihre Fasnetsfigur geschaffen hatten. Das war die Geburtsstunde der Hutzlabäuch! Der Name rührt her von den Hutzeln, also getrockneten Birnen und Zwetschgen, die sich zu früheren Zeiten in Weilheim besonders großer Beliebtheit erfreut hatten.

Vereinsgründung anno 2004

Entsprechend stellt die aus Holz geschnitzte Maske eine getrocknete Birne, eine Hutzel, dar. Das Häs symbolisiert einen Birnbaum mit Herbstlaub. Vorsitzender der Narrengemeinschaft wurde Ralf Rötzel. 2004 gründete sich der Verein Weilheimer Hutzlabäuch. Die Vorsitzende, die Oberhutzel, wurde Rosi Wiest, die dieses Amt heute noch bekleidet.

Zwei Jahre nach der Vereinsgründung wurde eine weitere Narrenfigur ins Leben gerufen. Das Bühlmale ist ein Waldgeist und spukte angeblich in einem Wald bei Weilheim und erschreckte Forstleute und Wanderer. Die Maske des Unholds hat wenig einladende Gesichtszüge.

Aus den zunächst nur einem guten Dutzend Mitgliedern der Narrengemeinschaft sind mittlerweile 125 Vereinsangehörige, darunter viele Kinder, geworden. 75 Mitglieder sind Maskenträger, sowohl Hutzlabäuch als auch Bühlmale. Kinder ab zwölf Jahren dürfen ebenfalls Masken tragen.

Neben den vielen Umzugsterminen, die der Verein auch außerhalb des Zollernalbkreises bestreitet, ist er auch im Ortsgeschehen eine feste Größe. Ob Teilnahme am Weihnachtsmarkt, Scheunen- und Dorffest oder Bewirtung am 1. Mai an der Großholzhütte, die Hutzlabäuch stemmen es! Bei Veranstaltungen anderer Vereine klinken sich die Närrinnen und Narren ein und helfen mit. „Das beruht auf einer gut funktionierenden Gegenseitigkeit die auch so bleiben soll,“ sagt Rosi Wiest. Bleiben sollen ebenfalls die Vereinsausflüge, die dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen. Bernd Ullrich
         

Brauchtum, Baum, Sturm und Narrenwurm

Das Programm Die Feier beginnt am morgigen Freitag, 17. Januar, mit einem Brauchtumsabend. Es gibt Vorführungen durch die Gastzünfte, ein DJ sorgt für die Musik. Weiter geht es am Samstag, 18. Januar, um 18.30 Uhr mit dem Baumstellen und dem Rathaussturm. Für die musikalische Begleitung sorgen die Hechinger Schnorchel Huaschter. Im großen Festzelt wird dann weiter gefeiert.

Umzug durchs Dorf

Der Sonntag, 19. Januar, beginnt um 9 Uhr mit einer Narrenmesse in der Weilheimer Dorfkirche. Um 10.30 Uhr folgt der Zunftmeisterempfang in der Turn- und Festhalle. Punkt 13.30 Uhr startet der Umzug. Entlang der Umzugsstrecke, die am Ortseingang aus Richtung Hechingen beginnen wird, werden Verkaufs und Verpflegungsstände stehen. Bewirtung wird auch im alten Schulhaus und im Pfarrhaus geboten. Der „Adler“ wird seine Pforten ebenfalls öffnen. Nach dem Umzug gibt es ein geselliges Beisammensein im Festzelt. Es treten viele Tanz und Musikgruppen auf.“ bu