Sonderveröffentlichung

Hülben im Portrait Für die Zukunft gut gerüstet

Projekte: Sprichwörtlich mit mehreren Baustellen gleichzeitig stellt sich die Gemeinde Hülben für die Zukunft auf: Die Kelten können also kommen.

So in etwa wird das neue Kinderhaus aussehen (abgesehen von der Farbgestaltung), das Anfang 2023 in Betrieb gehen soll. Fotos/Grafik: SWP-Archiv  

27.07.2020

In Hülben bewegt sich was: Gleich mehrere Großprojekte werden in den kommenden Monaten und Jahren das Gesicht und den Status der Gemeinde verändern. Neben dem bereits erwähnten Präventions- und Gesundheitszentrum (siehe nebenstehend), wird derzeit zum Beispiel der zweite Abschnitt der Sanierung des Alten Schulhauses umgesetzt. Es war ursprünglich gedacht als Heimstätte zahlreicher Hülbener Vereine und vor allem für die Ganztagsbetreuung von Kindern der benachbarten Peter-Härtling-Schule. Nun aber wird dort vorübergehend für etwa ein Jahr der Hülbener Kindergarten einziehen.
      

Neues Kinderhaus

Fast schon grotesk: Wegen dieses Ortsschildes traf sich Hülben mit dem Land Baden-Württemberg vor Gericht.  
Fast schon grotesk: Wegen dieses Ortsschildes traf sich Hülben mit dem Land Baden-Württemberg vor Gericht.  

Denn das größte kommunale Projekt derzeit ist die Planung und der Bau eines neuen Kinderhauses. Mit seinen acht Gruppen wird es zu den größten Kinderbetreuungseinrichtungen im gesamten Landkreis Reutlingen gehören. Es wird am Ortsrand im Neubaugebiet Dürrlau-Nord II entstehen und knapp unter sieben Millionen Euro kosten. Anfang 2023 sollen die Hülbener Kinder ihr neues Zuhause in Besitz nehmen dürfen. Da der bestehende Kindergarten aber zuvor schon für das Gesundheitszentrum abgerissen werden muss, wird eben das Alte Schulhaus für ein bis eineinhalb Jahre als Zwischenstation fungieren.

In besagtem Neubaugebiet wird freilich nicht nur ein Kinderhaus gebaut, direkt daneben wird derzeit „Dürrlau-Nord I“ erschlossen. Dort entstehen drei Mehrfamilien- und 31 Einfamilienhäuser. Noch in diesem Jahr können die Häuslesbauer mit der Bau ihres Eigenheims beginnen.

Nur wenige hundert Meter weiter in Richtung Bad Urach möchte Hülben in den kommenden Jahren ebenfalls wachsen, und zwar durch Gewerbeansiedlung. Das Gewerbegebiet am Bauhof nimmt konkrete Formen an, zuletzt musste ein Umlegungsausschuss gewählt werden, weil es der Gemeinde nicht gelungen war, alle Grundstücke vorab zu erwerben.
        

Duell vor Gericht

Die Kelten kommen: Derzeit entsteht ein Erlebnispfad, ein Erlebniszentrum soll im kommenden Jahr folgen.
Die Kelten kommen: Derzeit entsteht ein Erlebnispfad, ein Erlebniszentrum soll im kommenden Jahr folgen.

Dieses kleine Gewerbegebiet, genauer dessen Verkehrsanbindung an die Landstraße, hat Hülben im vergangenen Jahr zu überregionaler Aufmerksamkeit verholfen. Die Gemeinde hatte nämlich das Land Baden-Württemberg verklagt, weil sie, auch wegen der Einmündung aus dem Gewerbegebiet, ihr Ortsschild versetzen lassen wollte. Dies wurde allerdings nicht genehmigt. Erst das Verwaltungsgericht hat nach einem Vor-Ort-Termin Recht im Sinne der Hülbener gesprochen. „Derzeit laufen gute Gespräche mit dem Landratsamt, wir werden eine Lösung finden“, sagte Bürgermeister Siegmund Ganser jüngst zu dem Thema.
     

Die Kelten kommen



Wirklich berühmt wird Hülben aber wohl durch ein anderes Projekt werden. Zusammen mit den Gemeinden Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler hat man den „Zweckverband Heidengraben Vordere Alb“ gegründet. Dieser wird am Burrenhof ein Keltenerlebniszentrum bauen lassen. Darin sollen Besucher anhand einer 360-Grad-Panorama-Ansicht in die Welt der Kelten eintauchen können, die die Gegend einst besiedelt haben. Erst vor wenigen Tagen hat das Land Baden-Württemberg Zuschüsse zugesichert, nachdem dies der Bund auch bereits getan hatte. Jetzt stehen etwa 4,75 Millionen Euro für das Erlebniszentrum, das auch einen Aussichtsturm bekommen soll, zur Verfügung. Nach den Zusagen von Land und Bund haben nun die Feinplanungen begonnen, Spatenstich soll im kommenden Frühjahr sein. 40 000 Besucher werden pro Jahr erwartet. Der eine oder andere, so die Hoffnung, wird auch ein paar Euro in den umliegenden Gemeinden lassen.
        

Noch in diesem Jahr wird der „kleine Bruder“ des Erlebniszentrums, der Keltenerlebnispfad, eröffnet. Er wird über etwa sechs Kilometer durch die frühere Keltensiedlung führen. An verschiedenen Station werden via Handy oder per Info-Tafel Ansichten und Wissenswertes aus dem Leben der Kelten vermittelt.

Hülben blickt also auf seine Geschichte, rüstet sich an vielen Stellen im Ort aber auch für eine Zukunft im ländlichen Raum. Von Michael Koch