Sonderveröffentlichung

Sanitär - Heizung - Klima Das Handwerk war die richtige Entscheidung

Tobias Bernecker nahm sein Glück in die eigenen Hände: Mit 29 Jahren begann er eine Umschulung zum Anlagenmechaniker. Die richtige Entscheidung.

Tobias Bernecker macht sich auf den Weg: Bei den Kunden erwarten ihn jeden Tag abwechslungsreiche Aufgaben. Foto: Klein GmbH

25.05.2020

Nicht immer erfüllt der gewählte Ausbildungsberuf die eigenen Erwartungen. Auch Tobias Bernecker, der erst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann abgeschlossen hatte und anschließend mehrere Jahre in einer Sandstrahlfirma tätig war, musste sich nach einiger Zeit eingestehen, dass er mit seiner Berufswahl auf Dauer nicht glücklich werden würde. „Meine Arbeit beschränkte sich überwiegend auf Bürotätigkeiten. Das Aufgabengebiet war klar umrissen und so wusste ich morgens immer ganz genau, was der Tag bringen wird. Irgendwann wurde mir das einfach zu eintönig und hat mich nicht mehr wirklich gereizt“, erklärt Bernecker. „Ich wusste, dass ich über kurz oder lang etwas ändern muss. Der Auslöser für mich aktiv zu werden war dann, als bekannt wurde, dass mein damaliges Unternehmen schließen wird.“
       

Zweite Ausbildung als neuer Karriereweg
Tobias Bernecker nutzte die Gelegenheit und traf eine eher ungewöhnliche Entscheidung: Mit 29 Jahren begann er eine zweite Ausbildung in einer für ihn komplett neuen Branche. „Ich wollte einen abwechslungsreichen Berufsalltag mit viel praktischer Arbeit. Über meinen Schwiegervater kam ich mit Walter Wallitschek von der Firma Klein aus Ebersbach ins Gespräch.“ Dabei sei ihm bewusst geworden, wie vielseitig die SHK-Branche ist. Nachdem er durch einige Tage Probearbeit erste tiefergehende Einblicke in den Alltag eines SHK-Handwerkers bekommen hatte, stand sein Entschluss fest – eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker sollte es sein.
         

Drei Jahre ist das mittlerweile her, heute befindet sich Tobias Bernecker fast schon auf der Zielgeraden. Im kommenden Januar wird er seine Gesellenprüfung ablegen und in keiner Minute hat er seinen Schritt bereut. „Tatsächlich haben sich meine Erwartungen bisher mehr als erfüllt“, so Bernecker. „Kein Tag gleicht dem anderen: Mal geht es um eine komplette Badsanierung, mal müssen Wasserleitungen gezogen werden, mal soll eine Anlage zur Regen- und Brauchwassernutzung installiert werden. Es gibt immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen.“ Am besten gefalle ihm neben der Vielseitigkeit des Berufs, dass er etwas mit den eigenen Händen erschaffen kann. „Auch das hat mir bei meiner reinen Bürotätigkeit immer gefehlt. Es ist einfach ein tolles Gefühl, anzupacken und das Ergebnis am Ende des Tages auch gleich sehen zu können.“ Um in seinem Alter – und mit einer kleinen Familie, die er versorgen muss – nicht wieder auf das übliche Gehalt eines Auszubildenden zu fallen, erhält er für die Umschulung finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt.


"Meine Erwartungen an den Beruf haben sich mehr als erfüllt."

Tobias Bernecker
Auszubildener bei Klein GmbH in Ebersbach


Das Alter ist kein Problem
In der Berufsschule hat Tobias Bernecker schnell Anschluss gefunden, obwohl er mit anfangs fast 30 Jahren das übliche Durchschnittsalter der Berufsschüler um einige Jahre übertraf. „Ich war schon immer ein offener Typ und habe mir nicht viel daraus gemacht, wie alt jemand ist. Dazu kommt, dass ich als Dartsspieler aktiv bin – eine Sportart, die keine Altersgrenzen kennt. Es war für mich also nicht ungewohnt, viel Zeit mit Jüngeren zu verbringen.“ Auch für seine Mitschüler sei der Altersunterschied kein Problem gewesen und viele seien sogar beeindruckt, dass er solch einen Neuanfang wagt.

Ein Beruf mit Perspektive
Als junger Familienvater war es Tobias Bernecker auch wichtig, für seine zweite Ausbildung einen Beruf zu wählen, der ihm sowohl Sicherheit als auch Perspektive bietet. „Das Handwerk hat einen goldenen Boden, wie es so schön heißt. Das stimmt ja auch, schließlich wird es immer Badezimmer und Heizungen geben und deswegen werden auch gute Anlagenmechaniker immer gebraucht werden.“ Die Sicherheit ist also da, und auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind im SHK-Handwerk gegeben. Für Tobias Bernecker ist klar: „Mit dem Gesellenbrief ist bei mir noch nicht Schluss. Ich möchte danach auf jeden Fall auf die Meisterschule gehen.“


Tipp

Energie sparen mit neuer Heizung

Wer Energieverbrauch und Kosten beim Heizen spürbar senken möchte, kann sich von der Energieagentur beraten lassen. Manchmal ist aber ein Austausch der Anlage nicht vermeidbar.

Beim Heizen gibt es viel Potenzial, um Energie einzusparen. FOTO: STOCK.ADOBE.COM / SCHULZFOTO
Beim Heizen gibt es viel Potenzial, um Energie einzusparen. FOTO: STOCK.ADOBE.COM / SCHULZFOTO

Mehr als zwei Drittel ihres Energieverbrauchs benötigen private Haushalte zum Heizen – und das wird immer teurer: Die im Rahmen des Klimapakets festgelegten steigenden CO2-Preise führen beim Heizen zu den höheren Kosten. Das gilt besonders für Heizungsanlagen, die mit Öl oder Gas betrieben werden.

Energie und Kosten sparen
Um die CO2-Emissionen zu reduzieren und damit Heizkosten zu sparen, helfen oftmals schon einfache Mittel. „Indem die Fenster ordentlich abgedichtet werden und man die Heizung gut isoliert, lässt sich der Wärmeverlust bereits stark reduzieren. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Heizung richtig eingestellt ist und man regelmäßig stoßlüftet. Das ist auch gut für das Raumklima“, weiß Timm Engelhardt von der Energieagentur in Göppingen. Diese berät seit mittlerweile zehn Jahren Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen und klärt über Einsparpotenziale beim Energieverbrauch auf.

Manchmal hilft nur eine neue Heizungsanlage
Viele Heizungsanlagen, die im Einsatz sind, entsprechen jedoch nicht mehr dem neuesten Stand der Technik: Sie nutzen die Brennstoffe nicht optimal und arbeiten entsprechend ineffizient. In diesem Fall hilft es nur, die Heizungsanlage gegen eine neue auszutauschen, will man den Energieverbrauch und die damit einhergehenden Kosten spürbar senken. Setzt man bei der Heizungsmodernisierung auf eine Variante mit regenerativer Energie, kann man derzeit außerdem von attraktiven staatlichen Förderungen profitieren: Bis zu 45 Prozent beträgt beispielsweise der Fördersatz für den Austausch der Ölheizung durch eine Biomasse-Anlage, eine Wärmepumpe oder eine Hybridanlage. „Entscheidet man sich dazu, die alte Heizungsanlage zu ersetzen, sollte man sich aber unbedingt von einem Fachmann beraten lassen“, sagt Timm Engelhardt. „Um eine Förderung der KfW zu erhalten, müssen außerdem auch die Sanierungsarbeiten von einem Fachmann begleitet und ausgeführt werden. Wir arbeiten bei der Energieagentur eng mit den Betrieben der hiesigen SHK-Innung zusammen und können diese sehr empfehlen.“

Die Energieagentur berät
Wer ganz genau wissen möchte, wie er seinen Energieverbrauch beim Heizen senken kann, oder sogar mit dem Gedanken spielt, eine neue Heizungsanlage zu installieren, kann bei der Energieagentur einen Termin für einen Heiz-Check vereinbaren. Dabei wird das Heizsystem vor Ort genau analysiert. Der Check kostet nur eine geringe Gebühr und ist für einkommensschwache Haushalte sogar ganz kostenfrei. „Aufgrund von COVID-19 konnten wir Beratungen einige Zeit lang nur telefonisch vornehmen und diesen Service nicht anbieten. Jetzt sind wir aber wieder da und beantworten gerne all Ihre Fragen – bei uns in der Energieagentur, in Ihrem Rathaus oder auch individuell bei Ihnen zu Hause.“
     

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