Sonderveröffentlichung

Wir für Sie Einkaufen vor Ort und mit Termin

Wirtschaft: Nach dem langen zweiten Lockdown gibt es nun die ersten Lockerungen: Geschäfte dürfen unter bestimmten Gegebenheiten ihre Türen möglich – ein Lichtblick für Handel und Dienstleister, aber auch für die Kunden.

Die Türen öffnen sich einen Spalt: Je nach Inzidenz ist „Click & Meet“ möglich: das Einkaufen mit Termin. Foto: dpa

15.03.2021

Noch ist es nicht die große Freiheit, noch ist man von der Normalität, wie man sie noch vor etwas über einem Jahr kannte, sehr, sehr weit entfernt. Dennoch erscheinen die momentanen Corona-Lockerungen für viele wie ein Licht am Ende eines langen Tunnels. Endlich geht es wieder aufwärts, endlich füllen sich die Innenstädte wieder ein wenig mit Leben, dürfen manche geschlossenen Geschäfte wieder öffnen – unter ganz bestimmten Voraussetzungen und abhängig vom Inzidenzwert in der jeweiligen Kommune beziehungsweise im Landkreis.

Shutdown gilt weiter

Dennoch: Nach dem zweiten, langen Lockdown gibt einem das nun Erlaubte ein ganz neues Lebensgefühl, es ist tatsächlich ein wenig so, als würde man aus (ewigem) Schatten in die Sonne treten. Zwar gilt der aktuelle Shutdown in Baden-Württemberg grundsätzlich weiter bis zum 28. März, zwar gelten die Lockerungen längst noch nicht für alle, doch es ist ein wenig Hoffnung da.

Das gilt besonders für die vielen Geschäftsleute und Dienstleister, die knapp drei Monate lang ihre Türen geschlossen halten mussten und die nun – je nach Inzidenz – zumindest zum Einkauf oder Besuch ihrer Läden und Einrichtungen unter bestimmten Corona-Bedingungen einladen dürfen.

Hinter ihnen wie hinter allen vom Lockdown Betroffenen liegt eine harte Zeit. Eine Zeit, die viele an den Rand der wirtschaftlichen Existenz brachte. Besonders kleinere Unternehmen und Selbstständige mussten (und müssen) fürchten, dass die durch die Corona-Pandemie weltweit ausgelöste Krise ihrem Betrieb ein Ende setzen könnte.

Durch die Krise

Monatelang hatte man keine Einnahmen mehr, musste aber die weiter laufenden Kosten für Miete, Pacht, Waren und Gehälter dennoch tragen. Der Staat sagte zwar Unterstützung zu, doch noch längst nicht jeden hat die dringend notwendige Hilfe auch erreicht. Und längst nicht jeder Betrieb konnte und kann Ansprüche geltend machen.

Kein Wunder, dass viele Einzelhändler und Unternehmer – je länger das öffentliche und das Geschäftsleben auf Eis gelegt waren und sind – kurz davor standen, zu verzweifeln. Elementare Fragen bestimmten den Alltag, alles drehte und dreht sich darum, wie man seinen Betrieb, sein Geschäft durch die Krise bringen kann. Gesucht waren daher seit Beginn der Pandemie gute Ideen, aber oft auch der Zusammenschluss mit anderen ebenfalls vom Lockdown Betroffenen.

Ein Ausweg für einige Geschäftsleute, um wenigstens ein bisschen Umsatz zu machen, war die Ausweitung ihres Online-Handels. Nicht nur die Großen der Branche sollten von dieser Möglichkeit profitieren, so der Tenor in der Region. Eine Ansicht, die die Kunden offensichtlich teilten und teilen, denn deren Solidarität mit den hiesigen Geschäftstreibenden zeigte sich schon im ersten Lockdown: Viele nutzten die Möglichkeit, beim Geschäft um die Ecke online zu bestellen und sich die gewünschten Produkte nach Hause liefern zu lassen.

Manche Geschäftsleute organisierten für diese Art des Einkaufs sogar einen gemeinsamen Lieferdienst, andere verschickten das Gewünschte per Post, per Paketdienst oder fuhren es selbst umweltfreundlich mit dem Lieferfahrrad aus. Alles natürlich unter Einhaltung der jeweils aktuellen Hygiene-Regeln, mit Abstand und mit Maske.

Als dann im Sommer die Corona-Zahlen nach unten gingen, schien für kurze Zeit wieder etwas Normalität einzukehren im Land. Die Gastronomen durften Gäste wieder bewirten, erst draußen, dann unter Auflagen auch drinnen. Zuvor war es hauptsächlich der von vielen Wirten angebotene Abhol- und Lieferdienst, der dabei half, diese Branche so gut als möglich über Wasser zu halten.

Mitte Dezember aber dann der Schock für die Unternehmen: Die Corona-Fallzahlen stiegen wieder dramatisch an, was den erneuten, noch härteren Lockdown zur Folge hatte – und das mitten im Weihnachtsgeschäft, von dem sich viele Betriebe eine Konsolidierung erhofft hatten. Die Geschäfte, bis auf jene des täglichen Bedarfs, alle wieder geschlossen. Für jene, die es leisten konnten, war somit erneut der Online-Verkauf eine Art Rettungsanker, für die Gastronomen wieder der Abhol- und Lieferdienst.

Stufenweise Lockerungen

Doch um Menschenleben zu retten, um das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen und um das ohnehin schon sehr belastete Personal in Kliniken, Krankenhäusern und Altenheimen nicht völlig zu überfordern, war die Politik gezwungen, harte Schnitte zu machen, inklusive Ausgangsverboten am Abend und in der Nacht.

Mit Beginn der Impfungen, Einführung der FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen und der Ausweitung der Schnelltests bis hin zur Einführung von Selbsttests kommen nach und nach Lockerungen. Erste Stufe: das so genannten „Click & Collect-Verfahren, das es den Kunden schon seit einiger Zeit ermöglicht, Waren im Geschäft telefonisch oder online zu bestellen und dann persönlich vor Ort dort abzuholen.

Stöbern vor Ort

Anfang März dann durften die Friseure endlich öffnen – natürlich unter strengsten Hygiene-Auflagen und nur mit Termin. Am 8. März folgten weitere Unternehmen: Buchhandlungen, Gärtnereien, Blumenläden, Baumschulen, Garten-, Bau- und Raiffeisenmärkte etwa. Und: In Landkreisen mit einer Inzidenz von unter 100 darf der gesamte Einzelhandel „Click & Meet“ anbieten, sozusagen die Steigerung von „Click & Collect“.

Was bedeutet, dass man als Kunde mit Termin im Geschäft stöbern und einkaufen darf, persönliche Beratung inklusive. Ein Lichtblick für die Geschäftsleute, die somit ihre Türen schon einmal einen Spalt öffnen und Geld verdienen dürfen, ein Lichtblick für die Menschen, die den Einkauf vor Ort und in einem Fachgeschäft lange vermisst hatten. Voraussetzung natürlich immer: die genaue Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln. mcj