Reutlinger Mutscheltag Mürber Genuss mit acht Zacken

Um die Mutscheln wird gewürfelt, der Sieger darf die größte und schönste mit nach Hause nehmen. Foto: Archiv
Um die Mutscheln wird gewürfelt, der Sieger darf die größte und schönste mit nach Hause nehmen. Foto: Archiv
04.01.2019

Tradition - Am Donnerstag, 10. Januar, ist in Reutlingen wieder Mutscheltag.

Traditionen sind etwas Wunderbares. Vor allem, wenn sie gelebt werden – von allen und mit allen. Und wenn sie so gut schmecken wie das Reutlinger Gebäck, um das sich in den Tagen rund um Dreikönig in der ehemaligen Reichsstadt alles dreht: Mutscheln.

Mutscheln werden gegessen, und es wird mit und um sie gemutschelt, sprich gespielt, damit ein oder mehrere glückliche Gewinner sie am Ende eines langen geselligen Abends nach Hause tragen können.

Die Tradition des Mutschelns und der Mutscheln soll zurückreichen bis ins 13. Jahrhundert. Jeweils am Donnerstag nach dem Dreikönigstag – in diesem Jahr also am Donnerstag, 10. Januar, – findet in Reutlingen der so genannte Mutscheltag statt, der von alteingesessenen Reutlingern auch als der „Öberste“ bezeichnet wird. An diesem Reutlinger Feiertag, manche sprechen gar von einem „Nationalfeiertag“, wird in vielen Reutlinger Gaststätten mittels unterschiedlicher Würfelspiele um das leckere Gebäck gewürfelt. Das war auch schon vor Jahrhunderten so, damals allerdings meist direkt in den Backstuben der Bäcker, die die Muscheln in Handarbeit herstellten.

Viel Handarbeit ist auch heute noch notwendig, bis die Mutscheln in den Auslagen der Bäckereien zu bewundern sind. Das mürbe Gebäck in Sternform hat mehrere unveränderliche Kennzeichen: Wichtig sind die acht Zacken, der geflochtene Kranz und eine eckige Erhebung in der Mitte. Es gibt sie in allen Größen, von handtellergroß bis hin zur riesigen, fast wagenradgroßen Mutschel. Die größte und schönste und am reichsten verzierte ist es dann auch meist, um die in Spielerunden gewürfelt wird.

Diese Spielerunden finden heute nicht mehr nur in Gaststätten, sondern auch im Familien- und Freundeskreis statt. Vereine laden zu Mutschelabenden, und längst wird nicht mehr nur in Reutlingen, sondern auch in den umliegenden Gemeinden, im Ermstal und auf der Alb gemutschelt.

Und dann kann man das Gebäck einfach auch genießen: Es schmeckt, mit Butter und Marmelade bestrichen, wunderbar zum Frühstück, und am Abend ist es die ideale Unterlage zu einem Gläschen Wein. mcj

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