Sonderveröffentlichung

Altbausanierung Weg mit den Stolperfallen

Renovierung: Wer seinen Altbau energetisch sanieren möchte, sollte zugleich auch Barrieren im Haus reduzieren. Denn von der KfW gibt es für diese Art des Umbaus wieder Fördergelder.

Wer einen Altbau sein Eigen nennt – und es muss keineswegs ein solch prächtiges Gebäude aus der Jahrhundertwende sein – sollte darüber nachdenken, bei einer energetischen Sanierung zugleich Barrieren zu beseitigen. Foto: © LE Photo/Shutterstock.com

19.04.2021

Irgendwann kommt jedes Gebäude in die Jahre, und es stellt sich für die Eigentümer die Frage: Was kann, was soll saniert werden. Viele legen ihr Augenmerk dann zum Beispiel auf die Dämmung des Hauses, auf den Einbau einer neuen Heizung oder auf neue Fenster und Türen. Wer sich für eine energetische Sanierung entscheidet, sollte dann ganzheitlich vorgehen. Dazu gehört unter anderem das Beseitigen von Stolperfallen in der eigenen Wohnung. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Zuschüsse von der KfW

Denn: Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren werden jetzt wieder mit KfW-Zuschüssen unterstützt: Die staatliche Bank gibt seit 5. Januar dieses Jahres bis zu 6250 Euro für den Umbau hinzu, etwa für die Schaffung von bodengleichen Duschen oder das Entfernen von Schwellen vor und in der Wohnung.

„Die Verbindung von energetischen und barrierereduzierenden Sanierungsmaßnahmen spart Stress durch doppelte Baustellen“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Bei einer ganzheitlichen Sanierung sollte man darüber hinaus auch auf die Auswahl der Baustoffe oder den Artenschutz achten, etwa mehr Holz anstelle von Beton nutzen, Kunststoffe wie PVC vermeiden und Nisthilfen für Tiere im Garten aufstellen.“

Mehr Wohnkomfort

18 Millionen Menschen in Deutschland sind 65 Jahre oder älter. Barrierefreie Wohnungen ermöglichen vielen, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Da die umgebauten Häuser und Wohnungen mehr Wohnkomfort bieten, lohnen sie sich auch für andere Altersgruppen. Eine Dusche mit schwellenlosem Einstieg etwa oder extrabreite Türen sind für alle von Vorteil.

Experten empfehlen daher, zu prüfen, ob barrierereduzierende Maßnahmen in der eigenen Wohnung umgesetzt werden können. „Ein Haus oder eine Wohnung barrierearm umzubauen, kann einfach sein“, sagt Carmen Mundorff von der Architektenkammer Baden-Württemberg. „Eigentümer sollten besonders Schwellen reduzieren“, so die Architektin. „Vorteilhaft sind auch breite Türen von Bad und WC, die sich nach außen öffnen lassen. Um dies zu erreichen, genügen meist einige wenige Umbaumaßnahmen.“

Die KfW bietet seit Anfang Januar wieder attraktive Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen in Höhe von maximal 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten an. Die Zuschusshöhe beläuft sich je nach Maßnahmen auf 200 bis 6250 Euro.

Die Mindestinvestitionskosten betragen pro Wohneinheit 2000 Euro, maximal sind 50 000 Euro förderfähig. Insgesamt stehen deutschlandweit 130 Millionen Euro bereit, 30 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Alternativ kann auch – wie bislang schon möglich – die Kreditvariante in Anspruch genommen werden.

Großes Interesse

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass das Interesse an Zuschüssen für barrierereduzierende Maßnahmen sehr hoch ist. Die Fördergelder gingen jedes Mal rasch zur Neige. Die im Januar 2020 zur Verfügung gestellten, aufgestockten 100 Millionen Euro waren im November bereits aufgebraucht. „Interessierte Eigentümer sollten daher rasch handeln, sonst gehen sie möglicherweise leer aus und müssen warten, bis der Fördertopf wieder gefüllt wird“, rät Mundorff. Beachten müssen sie auch, dass die KfW nur Vorhaben fördert, die zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht begonnen wurden.

Arbeiten zusammenlegen

Empfehlenswert ist, Maßnahmen zur Barrierefreiheit mit einer ohnehin geplanten energetischen Sanierung zusammenzulegen. „Arbeiten zur energetischen Verbesserung des Hauses und barrierereduzierende Umbauten in einem Zuge anzugehen, bietet sich an“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „So hat man Handwerker nur einmal im Haus.“

Für die Planung der energetischen Modernisierung sollte man sich am besten an Architekten, Ingenieure und auch Gebäudeenergieberater wenden. Viele Architekten und Innenarchitekten haben sich nämlich auf das Thema Barrierefreiheit spezialisiert. Sie können etwa über die Architektenkammer Baden- Württemberg gefunden werden.

Wer bei einer Sanierung darüber hinaus die Nutzung von ökologischen Materialien und Naturbaustoffen in Betracht zieht und mehr für den Artenschutz am und um das Haus tun will, trägt zum Schutz der Umwelt bei. Nisthilfen oder Insektenhotels beispielsweise können am Haus gut unter dem Dach angebracht werden oder am Baum im Garten. Das hilft den Lebensraum heimischer Vogel- und Insektenarten zu erhalten und fördert die biologische Vielfalt.

Auch die Nutzung von Holz statt energieintensivem Beton und Zement sowie die Verwendung von Kalk statt Gips ist besser für die Umwelt und das Klima.

Aktuelle Informationen zur energetischen Sanierung von Wohnhäusern gibt es auch im Internet auf www.zukunftaltbau.de oder www.facebook.com/ZukunftAltbau. Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei am Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 0 80 00 - 12 33 33 oder per E-Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de. pm