Sonderveröffentlichung

Garten, Terrasse, Balkon Wie ein riesiger Blumenstrauß

Stil: Englands Gärten sind weltberühmt. Eine solch grüne Oase im Cottage-Stil ist prachtvoll und hierzulande immer beliebter. Der Clou: Alles wirkt, als sei nichts geplant.

Das ungeplante Geplante des Cottage-Gartens erreicht man durch die Strukturierung der Fläche. Fotos: dpa

4.05.2020

Ein Garten im Cottage-Stil ist für die Bloggerin Sarah Stiller ein Blumenstrauß, durch den man laufen kann. Im Sommer quillt das Kleinod über vor Blüten in verschiedenen Pastellfarben – von zarten bis hin zu kräftigen Rosa-, Burgunder- und Lilatönen, hin und wieder sieht man auch ein bisschen Weiß und grünliches Gelb.

In England findet man den Cottage-Garten häufig, inzwischen ist er aber – genauso wie der Landhausstil in der Einrichtung – auch in Deutschland sehr beliebt. Der Name des Gartenstils bezieht sich auf die Cottages – jene typisch englischen, oft kleinen Landhäuser.

Verspielte Leichtigkeit

Das Charakteristikum des Cottage-Garten ist eine verspielte Leichtigkeit, findet Stefanie Syren, die ein Buch über Landhaus-Gärten geschrieben hat. Die Pflanzen wachsen so, als hätte man ihre Auswahl und Zusammenstellung im Beet nicht geplant. „Man sieht einem Cottage-Garten nicht an, dass gegärtnert wird, obwohl er auch viel Pflege und Zuwendung braucht“, präzisiert Syren.

Kurzum: Alles darf ein bisschen unordentlich aussehen, sagt die Gartenbloggerin Stiller. „Nichts sollte akkurat oder gar steril sein.“ So dürfen auch gerne Hornveilchen in den Pflasterfugen wachsen. „Natürlich hat dieser zarte Frühlingsblüher dort nichts zu suchen und wurde nicht dorthin gepflanzt, aber im Cottage-Garten wird man von der Natur immer wieder überrascht“, so die Expertin.

Das ungeplante Geplante erreicht man zunächst aber einmal durch die Strukturierung der Fläche, etwa in die üblichen regelmäßigen und rechtwinkligen Blumen- und Gemüsebeete sowie einer Liegewiese und durch die Anlage von Gartenwegen. Pflanzen hängen über und verlassen das Beet.

Detaillierte Planung

Die Bepflanzung löst dann aber wiederum diese geometrischen Strukturen auf: Hortensien, die sich gerne aufplustern, dürfen ihre ballförmigen Blüten in den Weg hineinragen lassen. Auch die fliederfarbene Katzenminze macht am Beetrand nicht Halt, sondern legt ein paar ihrer Triebe auf den angrenzenden Rasen. Stiller fasst das so zusammen: „Der Cottage-Garten besticht durch seine strukturierte Wildheit und sollte natürlich einem durchdachten Konzept folgen.“

Die Planung bei einem solchen Cottage-Garten reicht bis in die Details: Selbst die Farben sind perfekt abgestimmt und ergänzen sich Ton-in-Ton. Im Idealbild sind Feuerrot, Orange und Knallgelb nur als vereinzelte Tupfer vorhanden, die etwas Spannung und den Eindruck vermeintlicher Zufälligkeit in das Bild bringen.

Sucht man nach einem heimischen Pendant zu diesem Gartentyp fällt der Bauerngarten ein. Er diente einst vor allem dem Anbau von Nahrungsmitteln. Blumen spielten nur eine nebensächliche, ausschmückende Rolle. Das ist beim Cottage-Garten zwar ähnlich, aber das Verhältnis zwischen Nutz- und Zierpflanzen hat eine andere Gewichtung. Natürlich wachsen im Cottage-Garten zwischen Rosen, Dahlien und Margeriten auch mal Mangold oder Erdbeeren, das gehört zur sinnlichen Erfahrung dazu. Aber: Der Cottage-Garten sollte auch etwas Verwunschenes an sich haben. Von Dorothée Wächter, dpa


Terrasse wird zum Glashaus

Architektur: Ein Flachdach und flexible Wände machen den sommerlichen Freisitz zum Hingucker.

Kubisches Bauen zählt aktuell zu den wichtigsten Trends moderner Architektur. Ein Flachdach ist derzeit nicht nur beim Bau von Wohnhäusern stilprägend, sondern kann inzwischen auch als Terrassenüberdachung gestalterische Akzente setzen.

Was dabei nach außen hin puristisch scheint, ist in Wirklichkeit das Zusammenspiel filigraner Technik: „Gerade bei einem Flachdach kommt es auf ausgereifte technische Lösungen an, denn besonders hier muss die Abführung von Regenwasser bei optisch nicht wahrnehmbarem Gefälle reibungslos funktionieren“, erklärt Rainer Trauernicht vom Internetportal Sonne am Haus. „Alle Verbindungen sind so ausgeführt, dass sie von außen nicht erkennbar sind und die ganze Konstruktion wie aus einem Guss erscheint.“ Selbst das Regenfallrohr verschwindet quasi in der Eckstütze.

In der Grundausstattung wird ein Flachdach ohne Seitenelemente gefertigt. Mit modernen Ganzglas-Schiebetüren kann man sich daraus aber auch leicht ein „Glashaus“ ans Haus zaubern. Im Sommer lassen sich die Glaselemente einfach zur Seite schieben, es entsteht eine Freisitz-Atmosphäre mit offenem Übergang in den Garten. Während der Übergangszeiten zeigt sich das Glashaus dann von einer weiteren starken Seite: Mithilfe des Wetterschutzes lässt sich die Freiluftsaison erheblich verlängern. djd
   

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