Sonderveröffentlichung

Leben und Wohnen im Alter Achtung, Rutschgefahr!

Alltag: Haus oder Wohnung bergen mehr Gefahren, als mancher denkt. Gerade Senioren sind da betroffen. Doch sie können sich vor Ausrutschern und Stürzen durchaus schützen.

Glatte Fliesen oder Stufen, ein unbedachter Schritt - und schon kommt es zu einem Sturz. Ältere sind besonders oft betroffen. Foto: djd/Supergrip Antirutsch/cunaplus-Fotolia

29.06.2020

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Jährlich 2,8 Millionen Bundesbürger erleiden laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts einen Unfall im eigenen Haushalt. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Gefahren im vertrauten Umfeld häufig unterschätzt werden. Dabei genügt schon ein Fehltritt auf der Treppe oder ein rutschiger Bodenbelag, um sich gravierende Verletzungen zuzuziehen.

Laut der Aktion „Das sichere Haus“ sind Menschen über 65 Jahre überdurchschnittlich oft betroffen. Für ein sicheres und selbstständiges Leben im Ruhestand sollte man daher vorsorgen: mit einer barrierearmen Ausstattung und trittsicheren Materialien im sowie rund ums Haus.
   

Allzu glatte Fliesen, ausgetretene oder wacklige Stufen: Unfallgefahren lauern im eigenen Haushalt an vielen Stellen. In der nasskalten Jahreszeit ist das Risiko insbesondere für ältere Menschen nochmals größer, am Eingang, auf dem Weg zum Keller oder im Garten zu stürzen. Die feuchte Witterung, dazu Laub und Schmutz oder später Eis und Schnee verwandeln manche Treppen oder Wege in spiegelglatte Rutschbahnen. Umso wichtiger ist es gerade im Seniorenhaushalt, diese Bereiche stets sauberzu halten.

Das Benutzen des Handlaufs an der Treppe sollte ebenso selbstverständlich sein wie das Tragen von festem Schuhwerk mit einer rutschhemmenden Sohle. Und wenn Gehwegplatten oder Treppenstufen eine zu glatte Oberfläche aufweisen, kann man derartige Gefahrenbereiche mit einer Antirutschbehandlung entschärfen. So steigern beispielsweise spezielle, im Fachhandel und Baumarkt erhältliche Mittel die Rutschsicherheit von Keramik- oder Natursteinfliesen um bis zu 300 Prozent. Die biologisch abbaubaren Produkte werden auf die gesäuberte Fläche aufgetragen und müssen 30 Minuten einwirken: Schon sind Sturzgefahren reduziert – und das ohne optische Veränderungen der Oberfläche.

Sicheres Zuhause

Was für die Wege im Außenbereich gilt, trifft auf das Innere des Eigenheims ebenso zu. Steile Treppen mit glatten Stufen oder rutschige Fliesen in Küche, Flur und Bad führen häufig zu schmerzhaften Stürzen.

Antirutschmittel lassen sich hier ebenfalls auf verschiedensten Oberflächen verwenden. Eine gute Idee ist es, bei einer Modernisierung gleichzeitig an das sichere Zuhause zu denken. Wer das Badezimmer verschönert und seniorengerecht ohne Barrieren gestaltet, kann so etwa noch vor dem Verlegen die neuen Fliesen rutschsicher machen. djd
   

Das Haus verkaufen, weiter darin wohnen
    

Finanzen: Wer im Alter Geld braucht, kann seine Immobilie veräußern, ohne ausziehen zu müssen.
    

Das Haus verkaufen – und bleiben. Foto: dpa
Das Haus verkaufen – und bleiben. Foto: dpa

Für viele Menschen ist eine Immobilie ein wichtiger Baustein bei der Altersvorsorge. Doch die Rente lässt sich damit nicht aufstocken, ohne dass Haus oder Wohnung wieder verkauft werden muss.

Wer seine Immobilie zu Geld machen und trotzdem darin wohnen bleiben möchte, hat aber Alternativen, berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 7/2020).

Eigentümern stehen sechs Möglichkeiten offen: die Leibrente bis ans Lebensende, eine Leibrente auf Zeit, ein Verkauf mit Nießbrauchrecht, ein Verkauf in Kombination mit einem Mietvertrag, ein Teilverkauf mit Nutzungsentgelt und eine zeitlich begrenzte Umkehrhypothek. Diese Modelle eignen sich vor allem dann, wenn die Eigentümer keine nahe stehenden Erben haben oder wenn die Immobilie die Erben eher belasten würde. Der Haken: Die Möglichkeiten lassen sich nur schwer miteinander vergleichen. Einfluss haben unter anderem die Daten, anhand derer die Restlebenserwartung berechnet wird, sowie die Frage, ob die Bewohner für die Instandhaltung aufkommen müssen oder nicht.

Die Entscheidung für ein solches Modell muss also immer individuell getroffen werden. Wer zum Beispiel regelmäßig mehr Geld zum Leben braucht, fährt nach Angaben von „Finanztest“ mit einer lebenslangen Leibrente besser – wer dagegen lieber einen hohen Erlös will, kann eher ein Modell mit einmaligen Zahlungen wählen.

Wichtig ist es deshalb, Angebote auch mit Vertrauenspersonen und/oder unabhängigen Experten zu besprechen, zum Beispiel Fachleuten von Verbraucherzentralen oder Fachanwälten. Und es müssen Fragen geklärt werden wie die, wer nach dem Verkauf für Instandhaltungen aufkommt und wie die Zahlungen gesichert sind. Auch welche Eintragungen im Grundbuch vorgenommen werden, sollte frühzeitig genau geklärt werden. dpa

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