Sonderveröffentlichung

75 Jahre Schlosserei Georg Holder Alles aus Metall

Reutlingen: Der Traditionsbetrieb Georg Holder wurde vor 75 Jahren gegründet – ein Schlosserei-Fachbetrieb für Türen, Tore, Geländer, Metallbauarbeiten und Serviceleistungen.

Die Holder-Mitarbeiter stehen für ausführliche Beratung, Präzision in der Fertigung, Langlebigkeit, Qualität und Erfindergeist. Fotos: Norbert Leister

14.09.2020

Im Jahr 1945, direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, in Reutlingen eine eigene Schlosserei zu gründen – dazu gehörte nicht nur Mut, sondern auch Zuversicht. Vielleicht auch ein klein wenig an guten Beziehungen – zu den Franzosen etwa, die in dieser schwierigen Zeit an der Achalm das Sagen hatten. „Das französische Militär war damals der größte Arbeitgeber in Reutlingen“, berichtet Jürgen Holder als Enkel von Firmengründer Georg Holder. „Begonnen wurde in einer Waschküche im Hinterhaus“, sagt Sigrun Mekiska, die nach den Worten von Jürgen Holder „die gute Seele des Büros ist“.

Holder

Stetig gewachsen

Nach und nach hat sich das Unternehmen vom „Ein- Mann-Betrieb mit Handkarren“ zu einem stattlichen Handwerksunternehmen entwickelt. Ende der 1950er Jahre zog Georg Holder von der Ringelbachstraße um an den heutigen Standort „In Laisen“. Bald kam die Fertigung von Garagentoren als zweites Standbein hinzu, in den 1980er Jahren wurden immer mehr Tiefgaragentore verlangt – die dann auch elektrisch angetrieben wurden. „In den 1990er Jahren ging unsere Produktion von Garagentoren aber etwas zurück“, sagt Jürgen Holder heute. Die Haupttätigkeit des Unternehmens verlagerte sich dann wieder mehr zu Schlosserei- und Metallbau-Tätigkeiten. Nach wie vor fertigt die Firma individuell, jeweils nach den Kundenwünschen und Anforderungen der Gebäude oder des Geländes. „Wir bieten Sonderlösungen, jedes Geländer wird auf Maß gefertigt“, sagt der Firmenchef.

„Heute ist die Elektronik auch ein Bestandteil der dreieinhalb-jährigen Ausbildung“, sagt Jürgen Holder. „95 Prozent unserer Mitarbeiter haben bei uns gelernt, einige sind seit mehr als 20 Jahren bei uns – einer sogar seit 43 Jahren.“

Das Reutlinger Schlosserei-Unternehmen hat heute knapp 20 Mitarbeiter, darunter zwei Meister, zwei Vorarbeiter, sechs Facharbeiter, vier Azubis und einen technischen Zeichner. „Als moderner Fachbetrieb für Tür- und Torbau, für Stahl- und Metallbau bieten wir alles, von der Beratung, Konstruktion, Montage, Installation bis hin zur Reparatur“, betont Holder. Und natürlich baut der Reutlinger Betrieb auch Fluchttreppen. Privatleute, Gewerbe, Architekten, Bauträger und kommunale Verwaltungen sind die Auftraggeber des Reutlinger Traditionsunternehmens.

Und Corona? Von Kurzarbeit sei bei Jürgen Holder nicht die Rede. Im Gegenteil: „Wir haben eine gewisse Mehrarbeit – weil ja viele Menschen momentan einfach zu Hause sind.“ Allerdings werde die Tätigkeit auch erschwert, wenn etwa nur noch zwei Personen in einem Fahrzeug auf die Baustelle fahren können. „Zum Teil sind unsere Leute dann mit Privat-Autos unterwegs – wenn die Baustellen nicht weiter als 30 Kilometer entfernt sind“, sagt Jürgen Holder. Bei der Arbeit in der Werkstatt „In Laisen“ wird versucht, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. „Und im gesamten Gebäude sind jetzt alle Räume, die bisher andere Funktionen hatten, zu Pausenräumen geworden.“

Im Moment sei die Auftragslage im Jubiläumsjahr gut. Aber: „Wie sich das weiterentwickelt, weiß ja niemand, es kann keiner sagen, wie die Situation im nächsten Jahr aussieht.“ Von Norbert Leister