Sonderveröffentlichung

Metzingen – meine Heimat Eine Stadt mit vielen Facetten

Metzingen: In vielen Bereichen hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren gewandelt, meist zum Positiven. Mit zahlreichen Großprojekten in der Pipeline ist die Entwicklung der Sieben-Keltern-Stadt aber längst noch nicht abgeschlossen.

Blick vom Weinerlebnispfad auf dem Weinberg auf Metzingen. Fotos: Thomas Kiehl

26.04.2021

Nein, er hat nicht Recht. Als der Schriftsteller und Dichter Robert Gernhardt einst durch Metzingen spaziert war, notierte er über die Sieben-Keltern-Stadt unter anderem die Zeile: „Dich will ich loben: Häßliches. Du hast so was Verläßliches.“

Schon das verräterische „ß“ lässt erahnen, dass Gernhardts Besuch schon länger zurückliegen muss, zumal der Literat bereits 2006 verstorben ist. Seither hat sich in der Großen Kreisstadt mit offiziell 22 069 Einwohnern allerdings sehr viel getan. Viele Industriebrachen sind zum Beispiel verschwunden. Das G+V-Areal, die Enzian Seifenfabrik oder das Schwenkelareal sind der Erweiterung der Outleticity gewichen, andere Gelände wie das Duderstadt- oder das Leibfarth-Areal wurden für eine Wohnbebauung genutzt. Ob man nun Anhänger der Outletcity ist oder nicht, zumindest sind verwahrloste Bereiche wie es sie einst rund um das Männerwohnheim, das alte Jugendhaus oder den zugeparkten Lindenplatz gab, aus dem Stadtbild verschwunden.

Gewerbliche Schule Metzingen

Neue Ortsumfahrungen

Zur Verbesserung beigetragen haben auch die Umgehungsstraßen, die in den vergangenen Jahrzehnten um die Stadt herum entstanden sind. Zwei Abschnitte der B 28 und die Nordtangente haben für eine Verkehrsberuhigung gesorgt, auch wenn der in den Innenstädten freilich nie beruhigt genug sein kann.

Auch im Wirtschaftssektor hat die Stadt an der Erms einen Wandel hingelegt. Waren einst Textil- und Maschinenbauindustrie tonangebend, ist in den vergangenen Jahren zum Beispiel die IT-Branche mit mehreren Unternehmen nach Metzingen gezogen. Dieser Wandel trägt auch dazu bei, dass die Stadt wirtschaftlich sehr gut dasteht.

Als feiern vor dem illuminierten Rathaus noch erlaubt war. Fotos: Thomas Kiehl
Als feiern vor dem illuminierten Rathaus noch erlaubt war. Fotos: Thomas Kiehl

Gleich mehrere Großprojekte sind derzeit in der Umsetzung oder Planung. Kindergarten in Neuhausen, Feuerwehr-Neubau samt Bauhof, zur Gymnasiums- Erweiterung ist bereits ein Architekten-Wettbewerb abgeschlossen und letztlich wurde per Bürgerentscheid der Bau eines kombinierten Frei- und Hallenbades auf dem Bongertwasen beschlossen. Wer also die anstehende Wahl zum Oberbürgermeister am kommenden Wochenende gewinnen wird, die Arbeit wird dem neuen Stadtoberhaupt nicht ausgehen.

Zumal dann auch Reisen auf dem Programm stehen werden, zumindest in den drei Metzinger Partnerstädten Noyon, Hexham und Nagykálló werden früher oder später Antrittsbesuche erwartet.

Teil des Biosphärengebietes

Metzingen hat aber noch mehr zu bieten: Wunderschöne Natur zum Beispiel, 80 Prozent der Gemarkungsfläche liegen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Hier steht Metzingen schwerpunktmäßig für das Themenfeld Weinbau, könnte aber auch genau so gut den Obstbau vertreten.

Sport hat einen hohen Stellenwert in Metzingen, Sportfunktionäre sprechen unverblümt von der Sporthauptstadt des Landkreises Reutlingen. Vorweg rangiert der Handball, die Frauen der TuS spielen seit Jahren in der Spitze der Bundesliga mit, bei den Männern war der TV Neuhausen zuletzt 2013 erstklassig. Leichtathletik, Fußball, Turnen, Tischtennis, um nur einige zu nennen, werden in Metzingen ebenfalls auf hohem Niveau betrieben.

Wer A wie Sport sagt, muss auch B wie Kultur sagen. Die Kelternspiele, hochklassige Kirchenkonzerte oder eine stark nachgefragte Musikschule sind hier nur einige wichtige Punkte, die zu nennen sind. Zudem sorgt der Veranstaltungsring für ein abwechslungsreiches Programm für Kulturliebhaber. Michael Koch