Sonderveröffentlichung

12. Mai – Tag der Pflege Flexiblere Ausbildung

2020 wurde die Pflegeausbildung reformiert: Kranken-, Alten und Kinderpfleger erhalten nun eine einheitliche „Grundausbildung“. Wer will, kann sich ab dem dritten Lehrjahr spezialisieren.

Theorie und Praxis gehen in der Ausbildung zur Pflegefachkraft Hand in Hand. Foto: piksel/123rf/randstad

11.05.2021

Menschen beruhigen und manchmal trösten, Medikamente verabreichen, bei der Körperpflege helfen und mit Ärzten sprechen: Wer in der Pflege arbeitet, braucht neben fachlichem Know-how auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeiten. Jedes Jahr am 12. Mai macht der Tag der Pflege darauf aufmerksam, wie anspruchsvoll und vielseitig die Arbeit in diesem Berufsfeld ist. Seit 2020 nimmt darauf auch die Ausbildungsordnung Rücksicht: Die getrennten Ausbildungswege für die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind Geschichte. Sie wurden ersetzt durch die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.

Samariter Stiftung

Für alle Pflegeberufe relevantes Wissen

Dabei stehen in den ersten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung Inhalte auf dem Lehrplan, die für alle Pflegeberufe relevant sind: medizinisches Wissen und pflegerische Basics, aber auch Kommunikation mit den zu pflegenden Menschen und mit Ärzten.

Die Auszubildenden schnuppern dabei auch ganz praktisch in unterschiedliche Pflegebereiche hinein. Sie lernen beispielsweise die Arbeit in Seniorenheimen, in psychiatrischen Einrichtungen oder im Krankenhaus kennen. Dieses breite Wissen sorgt dafür, dass Pflegefachkräfte nachher beruflich sehr flexibel sind. Wer möchte, kann sich trotzdem im dritten Jahr auf Altenpflege oder Kinderkrankenpflege spezialisieren; alle anderen führen die Ausbildung genauso breit aufgestellt zu Ende.

Die Ausbildung kostet nichts mehr

Und noch eine wichtige Neuerung gab es: Die Ausbildung ist kostenlos geworden, und es gibt eine Ausbildungsvergütung. Zuvor war die schulische Ausbildung kostenpflichtig. Mit ihrem Nebeneinander von Praxis im Ausbildungsbetrieb und Theorie in der Schule ähnelt die Pflegeausbildung jetzt dualen Ausbildungsgängen, selbst wenn sie offiziell als schulische Ausbildung gilt.


39% mehr Menschen als noch vor zehn Jahren begannen 2019 eine Ausbildung in der Pflege. Während im Jahr 2009 noch 51 400 Menschen einen Pflegeberuf lernen wollten, waren es 2019 schon 71 300. Die Männerquote stieg im selben Zeitraum von 19 % auf 25 %.

Die Zahlen für 2020 werden im Herbst bekannt gegeben. Da in jenem Jahr die Ausbildungsreform über die Bühne ging, werden sie mit Spannung erwartet. Quelle: Destatis


Wer sich für eine Karriere als Pflegefachkraft interessiert, sollte einen mittleren Schulabschluss mitbringen. Genauso wichtig sind allerdings das Interesse an Menschen und die Lust darauf, mit anderen zusammenzuarbeiten. Wer höher hinaus will, kann auch ein Studium anstreben: Studiengänge wie Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft können meist berufsbegleitend absolviert werden. txn/ka