Anzeige

Bauen & Wohnen - Münsingen Kommunikation muss stimmen

Wohnen: Smart Home ist keine Zukunftsmusik mehr. Vernetzte Leuchten, Thermostate und Hausgeräte verrichten in vielen Haushalten ihren Dienst. Und die Technik entwickelt sich weiter.

Im Wohnraum eines Smart Homes steht eine 360-Grad-Überwachungskamera, damit auch abwesenden Bewohnern im Zuhause nichts entgeht. Foto: Franziska Gabbert/dpa

26.04.2021

Das Türschloss öffnet sich, sobald sich ein Bewohner nähert. Der Staubsauger arbeitet sein Programm ab, egal ob jemand daheim ist oder nicht. Rollläden fahren morgens automatisch hoch und abends wieder runter.

All das funktioniert entweder auf Sprachbefehl oder per App. Willkommen im Smart Home – im schlauen, vernetzten Haus. Immer mehr Geräte kommen hinzu und lassen sich integrieren. „Die Bandbreite reicht von der einfachen vernetzten Steckdose bis hin zum voll automatisierten Haus“, erklärt Alexander Matheus vom VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut.

Auf verschiedene Funkstandards achten

Viele Nutzer beginnen mit der Beleuchtung, mit smarten Alarmanlagen oder der Videoüberwachung des Grundstücks. Wer die Heizungsanlage in sein Smart Home einbindet, kann sie energieeffizienter betreiben. Vor allem für Hauseigentümer ein Anreiz, sich damit zu beschäftigen.

Bei der Auswahl eines Smart Home-Anbieters sowie eines Systems sollten Kunden auf Sicherheit bei der Verarbeitung ihrer Daten achten. Bevor jemand sein Zuhause vernetzt, sollte er oder sie sich zudem gut überlegen, welchen Nutzen das haben soll – am besten, bevor er oder sie die ersten Geräte installiert. Denn davon hängt ab, welche Technik sinnvoll ist. „Für die meisten Haushalte kommen funkbasierte Systeme in Frage, denn sie lassen sich unkompliziert installieren und bei Bedarf erweitern“, sagt Sebastian Klöß vom Digitalverband Bitkom in Berlin.

Dabei gibt es laut Klöß aber ein Problem: „Bindet der Kunde Geräte verschiedener Hersteller in sein Smart Home ein, kann es sein, dass diese sich untereinander nicht verstehen.“ Da sie in verschiedenen Funknetzen arbeiten, funktioniert das Netzwerk nicht. Am meisten verbreitet ist WLAN, der Standard für Funknetzwerke zur Verbindung mit dem Internet. „Das hat eigentlich jeder zu Hause, viele Geräte werden direkt per WLAN angesprochen“, erklärt Klöß. Für Smart Home ist WLAN aber meist überdimensioniert – und so energieintensiv und störanfällig.

Besser geeignet seien speziell für das Smart Home entwickelte Funkstandards. ZigBee werde von vielen Herstellern unterstützt und habe einen niedrigen Energieverbrauch, erläutert Klöß. „Z-Wave ist auch solch ein herstellerübergreifender Funkstandard, der von vielen Smart-Home-Geräten genutzt wird.“

Bei geschlossenen Systemen eines einzelnen Herstellers können Kunden meist keine Geräte anderer Hersteller in ihr Netzwerk integrieren. Bei offenen Systemen ist dies anders. „Sie haben einen von verschiedenen Anbietern für Smart Home-Lösungen unterstützten Standard, zum Beispiel Bluetooth LE, EnOcean, WLAN, Z-Wave und ZigBee“, erklärt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW. Dadurch ist das Integrieren von Produkten anderer Hersteller möglich. Experimentierfreudigere können versuchen, Geräte mehrerer Hersteller in ihr Smart Home zu integrieren. Wer sich nur wenig mit Technik beschäftigen will, kann auf einen Smart Home-Anbieter setzen, der alle Komponenten aus einer Hand bereitstellt. Verbraucher sollten darauf achten, „dass alle Anwendungen verfügbar sind, die sie einbinden wollen“, rät Loch.

Neuer Standard

In Zukunft könnte es leichter werden, Smart Home zu nutzen, ohne dass Kunden auf einzelne Hersteller festgelegt sind. Die Konkurrenten Amazon, Apple und Google bereiten gemeinsam mit anderen Smart Home-Anbietern einen neuen offenen Standard vor – „Connected Home over IP“. Die Markteinführung steht noch nicht fest. Durch digitale Sprachassistenten ist die Steuerung zudem einfacher geworden. „Sie fungieren gewissermaßen als Dolmetscher und zentrale Schaltstelle im Smart Home“, erklärt Klöß. Meist funktioniere dies auch bei einzelnen Geräten mit verschiedenen Funkstandards. Katja Fischer, dpa


Welches Schloss passt zu mir?

Wohnen Schlüssel, Code oder Handy öffnen Türen. Für was man sich entscheidet, ist ganz individuell.

Einen Haustürschlüssel hat fast jeder in der Tasche. Aber vielleicht wird der bald überflüssig. Denn Türen lassen sich auch mit dem Smartphone öffnen und schließen. Und sogar aus der Ferne. „Elektronische Schließsysteme erhöhen zwar den Komfort, für die Sicherheit sind sie jedoch nicht unbedingt notwendig“, sagt Jürgen Spermann vom Bundesverband Sicherungstechnik Deutschland.

Code übers Internet

Es gibt aber durchaus Situationen, in denen das Öffnen und Schließen der Haustür via Internet praktisch ist. „Man kann zum Beispiel Berechtigungen an einen Besucher vergeben“, erklärt Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie. Der Gast bekommt dann übers Internet einen Code, der ihm in einem bestimmten Zeitfenster den Zugang zur Wohnung ermöglicht. Immer häufiger genutzt werden heutzutage bereits elektronische Schließsysteme, die zwar nicht mit dem Internet verbunden sind, sich aber auch aus der Ferne steuern lassen. Dabei wird die Tür nach einer Pin-Eingabe oder per Transponder-Schlüssel geöffnet. „Mechanische Schließzylinder gibt es zwar seit vielen Jahrzehnten. Aber sie werden ständig weiterentwickelt und mit Quer- und Sperrstiften ergänzt.“ Kunden finden in diesem Bereich mittlerweile technisch anspruchsvolle Schlösser, weiß der Experte. „Der Schließzylinder allein macht eine Tür nicht sicher“, stellt Spermann jedoch klar. „Um möglichen Fremdzugriffen standzuhalten, muss sie möglichst massiv und gegebenenfalls mit mehreren Beschlägen und Hinterbandsicherungen ausgestattet sein.“

Auch eine alte Tür kann aufgerüstet werden. Wichtig ist, dass Türblatt, -rahmen, -bänder, und -schlösser sowie Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und fachgerecht eingebaut werden.

„Der Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen nach DIN EN 1627 mit mindestens Widerstandsklasse RC 2 bietet in jedem Fall einen guten Einbruchschutz“, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. dpa