Sonderveröffentlichung

Karriere im Gesundheitswesen Menschen zur Sprache bringen

Berufe: Logopäden sind wichtiger Helfer in der medizinischen Grundversorgung.

Logopäden unterstützen, wenn Störungen der Sprache oder des Schluckens vorliegen. Foto: © Africa Studio/Shutterstock. com

5.04.2021

Sprache ist der Schlüssel zur Welt“. Diese Erkenntnis von Wilhelm von Humboldt lässt ahnen, was es bedeutet, wenn Menschen diesen Schlüssel nicht oder nur eingeschränkt nutzen können, weil die Sprache oder das Sprechen gestört ist. Ist dies der Fall, brauchen die Betroffenen Hilfe und Unterstützung von Logopäden. Sie sind dafür ausgebildet, Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme und des Schluckens zu diagnostizieren und zu behandeln. Aktuell ist dies, Corona- bedingt, in vielen Fällen auch per Videobehandlung möglich.
    

RAH

Von Jung bis Alt

Die Klientel von Logopäden ist vielfältig: Logopädische Unterstützung benötigt beispielsweise der Säugling, der aufgrund einer angeborenen Fehlbildung des Oberkiefers Probleme mit dem Schlucken hat, das Kleinkind, dessen Sprachentwicklung nicht in Gang kommt, das Schulkind, dessen Stottern immer stärker wird, die junge Frau, die sich nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Verletzungen nicht mehr an einfachste Worte erinnern kann, der Frührentner, der nach seinem Schlaganfall die Satzstrukturen durcheinander bringt, der 75 Jahre alten Parkinson-Patient, dessen Stimme immer leiser und verwaschener wird bis zur 80-jährigen Frau, die an Demenz leidet und vergisst, dass und wie sie schlucken soll.

Vielen Betroffenen gelingt es, ihre Beeinträchtigung durch eine logopädische Therapie vollständig zu überwinden. Andere lernen, mit ihrer Einschränkung besser umzugehen. Das Ziel logopädischer Behandlung ist immer, den Patienten zu einer befriedigenden Kommunikation im Alltag, mehr Eigenständigkeit und Teilhabe zu verhelfen, also: eine gute Lebensqualität zu ermöglichen.

Es ist ein Kennzeichen logopädischer Diagnostik und Therapie, dass die individuelle Situation jedes Patienten im Mittelpunkt steht. Zu Beginn werden deshalb – je nach vorliegender Störung – Artikulation, Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis, Schreib- und Leseleistungen oder die Atem-, Stimm- und Schluckfunktion sorgfältig getestet. Zusammen mit dem ärztlichen Befund bilden die Ergebnisse der logopädischen Untersuchung die Grundlage für die Auswahl der individuell zugeschnittenen Behandlungsmethode. Auch im Zusammenhang mit der Verordnung von Hilfsmitteln spielen Logopäden eine wichtige Rolle.

Viele Arbeitsfelder

Die logopädische Behandlung ist Teil der medizinischen Grundversorgung. Sie kann sowohl stationär als auch ambulant als Einzel- oder Gruppentherapie erfolgen. Logopäden arbeiten etwa in ambulanten Praxen, Kliniken und Akutstationen, Rehabilitationseinrichtungen, Sprachberatungsstellen, Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ), Frühförderzentren und integrative Kindertagesstätten. ots