Sonderveröffentlichung

Metzingen – meine Heimat Neuhausen und Glems – die beiden Metzinger Stadtteile

Metzingen: Zwei Stadtteile und elf Keltern hat die Stadt. Drei davon stehen in Neuhausen, eine in Glems. Sinnvoll genutzt werden sie alle.

Neuhausen und der herbstlich gefärbte Hofbühl. Der Weinbau hat hier eine tausendjährige Tradition. Foto: Thomas Kiehl

26.04.2021

Metzingen hat zwei Stadtteile, deren einstige Unabhängigkeit sich bis heute in eigenen Ortschaftsräten widerspiegelt. Neuhausen mit seinen heute mehr als 4800 Einwohnern ist seit dem 1. April 1971 eingegliedert, am 1. April 1975 folgte Glems. Entgegen landläufiger Meinung ist das Neugreuth dagegen kein eigener Stadtteil, sondern zählt verwaltungstechnisch zur Metzinger Kernstadt.

Weit über seine Grenzen hinaus bekannt war Neuhausen einst für seine Handschuhmachereien, die aber allesamt aus dem Ort verschwunden sind. Einzig ein kleines schmuckes Museum im historischen Bindhof zeugt heute noch von dieser alten Tradition.

Gewerbliche Schule Metzingen

Noch sehr aktiv wird in Neuhausen dagegen der Weinbau betrieben – und das seit bereits 1000 Jahren. Drei historische Keltern am Fuße des Hofbühls belegen die lange Geschichte der „Hofsteige“, wie die Metzinger Weine genannt werden. Die Innere Kelter dient als Veranstaltungsstätte unter anderem für das Weinfest. Die Mittlere Kelter, in der sich einer der ältesten intakten Kelternbäume Süddeutschlands befindet, ist eine Lagerstätte für die Wengerter und in der Äußeren Kelter werden tatsächlich noch die Trauben nach der Lese verarbeitet. Mit vielen Nischenprodukten hat sich die Weingärtnergenossenschaft inzwischen einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus erarbeitet.

Das Obstbaumuseum lockt außerhalb der Corona-Beschränkungen Besucher aus nah und fern nach Glems.. Foto: Kiehl Thomas
Das Obstbaumuseum lockt außerhalb der Corona-Beschränkungen Besucher aus nah und fern nach Glems.. Foto: Kiehl Thomas

Und schließlich gibt es in Neuhausen den Handball. Insgesamt vier Jahre lang spielte der TVN in der höchsten deutschen Liga, zwei Jahre davon in den 70er Jahren in der zweigleisigen Bundesliga, zwei Jahre aber sogar in der eingleisigen ersten Liga. Zuletzt war der TVN in der Saison 2012/13 erstklassig.

Rundum Streuobstwiesen

Als den schönsten Metzinger Stadtteil bezeichnen die Glemser ihren Flecken. Und das womöglich nicht ganz zu Unrecht. Sicher ist, dass Glems der höchstgelegene Stadtteil Metzingen ist. Rundum eingebettet in Streuobstwiesen gehört die Glemser Gemarkung am Fuße des Albtraufs komplett zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es ist daher kein Zufall, dass in der Glemser Kelter das Obstbaumuseum untergebracht ist, in dem sich die Besucher über die Thematik informieren können und dabei von den ehrenamtlichen Mitarbeitern auch noch mit regionalen Produkten verköstigt werden.

Aktuell treibt die Glemser der Erhalt ihrer Grundschule um, für die es eigentlich zu wenig Kinder gibt. Mit der Freien evangelische Schule Reutlingen laufen aber Gespräche, ob diese nicht die Glemser Schule übernehmen und weiterbetreiben will. Die Glemser würden sich ganz sicher darüber freuen. Michael Koch