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Garten, Terrasse, Balkon Pflanzen helfen Pflanzen

Einfache pflanzliche Lösung: Rainfarn hilft in einer Brühe gekocht gegen Kartoffelkäfer und Läuse.

Garten: Natürliche Mittel statt Chemie: Pflanzenextrakte können Stauden, Blumen und Gehölze gesund werden lassen.

Von Christine Schonschek, dpa

Nicht nur Menschen können mit natürlichen Mitteln ihre Abwehrkräfte stärken. Das gilt auch für Pflanzen. So werden sie zum Beispiel weniger anfällig gegenüber Mehltau, gefräßigen Raupen und Co. Viele natürliche Dünge- und Pflanzenstärkungsmittel lassen sich recht einfach selber zu Hause herstellen – man spricht von Tees, Brühen, Auszügen oder Jauchen.

Sie bieten mehrere Vorteile: Die natürlichen Pflanzenstärkungsmittel vertragen die Pflanzen gut. Und man kann sie sicher anwenden, erklärt Buchautor und Gärtnermeister René Wadas. Man kann diese Mittel nicht überdosieren. Außerdem gelten sie als absolut unbedenklich für den Erhalt der Artenvielfalt. Denn wie Wadas betont, geht es nicht darum, die Schädlinge komplett abzutöten, sondern gezielt einzudämmen.

Bestimmte Stoffe

Die Pflanzenmittel folgen einem einfachen Prinzip: Dafür genommen werden Pflanzen, die selbst in der Lage sind, sich gegen Angreifer wie Blattläuse, Milben, Pilze und Bakterien zu wehren. Sie haben dafür bestimmte Stoffe. Diese werden also aus den Pflanzen gewonnen, um sie anderen schwachen oder empfindlichen Pflanzen zu verabreichen.

Ein Beispiel dafür ist der Rainfarn, getrocknet hilft er als Bestandteil einer Brühe gegen Kartoffelkäfer und Läuse. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Blattläusen, Spinnmilben und Pilzerkrankungen lässt sich durch Jauchen aus Brennnessel und Beinwell erhöhen. Ein Tee oder eine Jauche aus Zwiebel beugt wiederum Pilzen, Bakterien und einem Befall durch die Möhrenfliege vor.

Ebenfalls gegen Pilze, aber auch saugende Insekten hilft ein Kaltwasserauszug mit Schafgarbe. Aber auch viele andere Stoffe haben ähnliche Wirkung: Wadas rät, gegen den Buchsbaumzünsler mit einem Pulverzerstäuber Algenkalk zu versprühen. Sogar Milch ist ein probates Sprühmittel, und zwar gegen Mehltau. Es wird verdünnt im Verhältnis 1:6 mit Wasser gemischt.

Die Anwendungsweisen sind zwar vielfältig, folgen aber einem Grundprinzip: Die Helfer-Pflanzen werden immer mit Wasser vermengt und ziehen eine bestimmte Zeit darin. Am aufwendigsten sind die Jauchen. Für sie benötigt man pro Liter Wasser, gerne sauberes Regenwasser, 100 Gramm frische klein geschnittene Pflanzen. Beides kommt in ein Gefäß aus Glas, Steingut, Holz oder Plastik mit Deckel. „Metall ist eher ungeeignet, weil es darin zu chemischen Reaktionen kommen kann“, erklärt Marja Rottleb, Garten-Referentin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Auch andere natürliche Mittel haben Heilkräfte für Pflanzen: Milch wirkt gegen Mehltau. Fotos: dpa
Auch andere natürliche Mittel haben Heilkräfte für Pflanzen: Milch wirkt gegen Mehltau. Fotos: dpa

Die Mischung muss rund zwei Wochen an einem warmen Ort gären. Das kann man fördern, indem man zwischendurch umrührt. Vorsichtig: Die Jauche riecht streng und sollte nicht direkt an der Terrasse lagern.

Wenn sich keine Blasen mehr bilden, ist die Jauche fertig. „Zum Gießen sollte die Jauche im Verhältnis 1:10 und zum Sprühen 1:50 mit Wasser verdünnt werden“, empfiehlt Rottleb. Gegossen dienen sie als Dünger oder Stärkung, gesprüht als Blattdünger und als Schädlingsmittel. Alternativ kann man eine Jauche auch nur zwei bis drei Tage ziehen lassen, führt der Nabu aus. Dann dient eine Mischung mit Wasser im Verhältnis 1:50 zur Schädlingsabwehr.

Tees und Brühen werden häufig zur Düngung direkt auf das Blatt gegeben, sie können laut Nabu auch auf Pilze oder Läuse abschreckend oder vorbeugend wirken. Sie ziehen kürzer als Jauchen, und es werden jeweils die gleiche Menge an Wasser und Pflanzen genutzt.

Abwehr und Vorbeugung

Für einen Tee werden die Bestandteile mit kochendem Wasser übergossen und ziehen darin 15 bis 20 Minuten lang. Abgekühlt kommt der Tee unverdünnt zum Einsatz. In einer Brühe werden die Pflanzenteile erst für 24 Stunden eingeweicht, dann für 15 bis 30 Minuten aufgekocht und anschließend gefiltert. Nach dem Abkühlen werden Brühen im Verhältnis 1:10 zur Abwehr und Vorbeugung und 1:20 als Blattdüngung mit Wasser gemischt und auf die Blätter gesprüht werden.

Manche Pflanzen lassen sich im Kaltwasserauszug nutzen, bei der die Pflanzenteile für 24 Stunden in kaltem Wasser einweichen. So bleiben die ätherischen Öle erhalten. Anschließend abseihen und 1:1 verdünnt oder unverdünnt zur Schädlingsabwehr und zur Bodenpflege nutzen.


Grüne Oase auf dem Balkon

Mietrecht: Im Grunde darf man seinen Freisitz gestalten, wie man möchte. Doch nicht jede Pflanze ist geeignet.

Die Bepflanzung des Balkons gehört grundsätzlich zum vertragsmäßigen Gebrauch der Mietwohnung. Welche Pflanzen Mieter in die Kästen setzen, bleibt ihnen weitgehend selbst überlassen. Allerdings gibt es bei der Auswahl durchaus Grenzen, erklärt der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.

Ein Ahornbaum beispielsweise darf nach einem Beschluss des Landgerichts München I (Az.: 31 S 12371716) nicht auf einem Balkon gepflanzt werden. Wenn eine Bepflanzung aufgrund ihres Umfangs einer baulichen Veränderung gleichkommt oder das Erscheinungsbild der Hausfassade optisch beeinträchtigt, ist sie nicht mehr vom üblichen Mietgebrauch gedeckt. Entscheidend dafür, wann dies der Fall ist, sind stets die konkreten Umstände des Einzelfalls.

Weniger spektakulär, aber genauso problematisch können Rankpflanzen sein. Zwar dürfen Mieter grundsätzlich ein Rankgitter anbringen. Sie müssen jedoch darauf achten, dass die Pflanzen das Mauerwerk nicht beschädigen, befand das Amtsgericht Berlin- Schöneberg (Az.: 6 C 360/85). Efeu oder Wilder Wein sind damit eher ungeeignet zur Balkonbegrünung. Mieter sollten deshalb die Zustimmung des Vermieters einholen. dpa


Wenn die kalte Sophie regiert

Kultur: Was Gärtner über die Eisheiligen und die dazugehörigen Bauernregeln wissen sollten.

Für Gartenbesitzer sind die Eisheiligen im Mai ein wichtiger Termin. Denn erst nach den Eisheiligen, so heißt es oft, geht die Saison für Garten- und Balkonbepflanzung wirklich los. Was hat es damit auf sich – und was genau bedeutet das für Hobbygärtner?

Bei den Eisheiligen handelt es sich um Gedenktage zu Ehren von Heiliggesprochenen Mitte Mai. In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt.

Rund um ihre Gedenktage gibt es Bauernregeln. In den Sprichwörtern steckt ein alter Erfahrungsschatz über meteorologische Wahrscheinlichkeiten und wiederkehrende Naturphänomene. Die Bauernregeln zu den Eisheiligen beziehen sich auf Spätfröste im Frühling. Doch nicht jedes Jahr bringt noch Spätfröste bis Mitte Mai – in den vergangenen Jahren blieben sie oft ganz aus.

Trotzdem lässt sich sagen: Ein paar Bauernregel zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai, zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst danach zu planen.

Hobbygärtner sollten rund um die Eisheiligen wissen: Spätestens jetzt können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten kommen. Außerdem können zum Beispiel Gurken und anderes Gemüse direkt ins Beet gesät werden.

Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und weitere Blühpflanzen werden ausgepflanzt. Und Kübelpflanzen kommen nun ins Freie. Also: ab in die Beete! dpa

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