Sonderveröffentlichung

Verwertung und Entsorgung Rundum wiederverwertbar und vielseitig einsetzbar

Nachhaltigkeit: Das so genannte ELT-Granulat wird aus Altreifen gewonnen, aus ihm entstehen Dämmstoffe, Bodenbeläge und vieles mehr.

Die Reifen werden zur Gewinnung des Granulats in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt. Foto: djd/wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie

16.10.2020

So genanntes ELT-Granulat ist ein vielseitiger Werkstoff, der in einem komplexen Recyclingverfahren aus Altreifen – englisch End-of-Life-Tyres (ELT) – gewonnen wird. Dazu durchlaufen jene Altreifen, die nicht mehr wiederverwendet oder runderneuert werden können, einen mehrstufigen Aufbereitungsprozess, in dem sie in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden: rund 75 Prozent Gummi, rund 15 Prozent Reifendraht und etwa zehn Prozent Textilfaser.

Verschiedene Qualitäten

Im ersten Schritt werden die Reifen von einem Schredder in handtellergroße Stücke zerrissen, im nächsten wird mithilfe von Magneten der Reifendraht entfernt. Erst danach gehen die Gummichips in die sogenannte Feingranulierung. Hier entsteht das Granulat, das in verschiedenen Qualitäten hergestellt werden kann.

Der vielseitig einsetzbare Recycling-Werkstoff wird danach von innovativen Unternehmen zu einer großen Bandbreite an Produkten verarbeitet. Das Besondere an diesen Produkten: Sie sind durch und durch nachhaltig. Zum einen entsteht das ELT-Granulat in einem Recycling-Prozess, zum anderen werden die Altreifen-Berge – allein in Deutschland fallen jährlich rund 583 000 Tonnen Altreifen an – zumeist regional recycelt und verarbeitet.

Wo beim Einsatz von natürlichen Ressourcen lange Transportwege zu Buche schlagen, sind die Transportwege von Altreifen und Granulat bei regionale Recycling also vergleichsweise relativ kurz. Eine weitere Besonderheit: In ihrem zweiten Leben bleiben die Gummigranulate aus den Reifen oft viel länger im Einsatz als zuvor. Zum Beispiel als Bodenbelag auf Spielplätzen, als Dämmung in Neubauten, als Vasen oder als Terrassenbelag. Infos zu den Recycling-Produkten und Kontakte zu den Herstellern finden Interessiere unter anderem im Internet unter der Adresse www.initiative-new-life.de.

Große Bandbreite an Produkten

Die Bandbreite an langlebigen Produkten, die aus dem Granulat entstehen, ist groß. Kaum jemand würde wohl vermuten, dass Reifen in Produkten wie Antirutschmatten, Trittschalldämmungen, Paddockböden, Tartanbahnen, Terrassenfliesen, Spielplatzböden, Schallschutzwänden oder Designobjekten wie Lampen stecken. Der Werkstoff verbessert dabei meist sogar die Produkteigenschaften.

Ein Beispiel: Vasen aus dem Granulat sind auch für den Außenbereich geeignet. Dabei haben sie eine isolierende Wirkung, die die Pflanzen schützt, sind bruchsicher und durch ihr hohes Eigengewicht sehr standfest. Zudem sind die Vasen frostbeständig und nehmen auch bei kleineren Berührungen mit Fahrzeugen keinen Schaden.

Und: Selbst Dichtmasse kann mit dem Granulat angereichert werden und erhält so noch bessere Eigenschaften: Die Abdichtung bildet eine wasserdichte, feste Gummihaut für alle Arten von Bauwerksabdichtungen. djd

Viel zu schade für den Müll

Umwelt: Kupfer aus Recycling ist ziemlich gefragt und lässt sich sehr gut wiederverwerten.

Verwertung und Entsorgung
Verwertung und Entsorgung

Den Müll fein säuberlich zu trennen und in verschiedene Tonnen zu packen, ist für die meisten Haushalte in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Schließlich möchte man möglichst wenig Abfälle hinterlassen, um die Umwelt zu schonen.

Wie viel von den getrennten Wertstoffen tatsächlich weiterverarbeitet wird, hängt aber sehr stark von den Materialien ab. Glas und Papier beispielsweise werden zum weitaus größeren Teil wiederverwertet als Kunststoffe. An der Spitze stehen hingegen Metalle, allen voran Kupfer.

Der Grund dafür ist vor allem, dass sich sowohl reines Kupfer als auch Legierungen wie Rotguss und Messing wiederverwerten lassen. Zudem erleidet der Rohstoff aus dem Recycling keinerlei Qualitätseinbußen. Bei anderen Werkstoffen, etwa bei Verbundwerkstoffen aus Kunststoff , sieht das anders aus. Sie sind in vielen Fällen bisher gar nicht wirtschaftlich der Wiederverwertung zuzuführen, werden daher entweder endgelagert oder „thermisch verwertet“, also verbrannt.

Überhaupt: Bei Verpackungen haben Verbraucher nur bedingt einen Einfluss auf die Materialwahl. Wer als Bauherr aber ein Haus plant, der hat ganz andere Möglichkeiten und kann auf Nachhaltigkeit achten – unter Einbeziehung des Materials Kupfer. Eine Hausinstallation mit Kupferrohren lässt sich zum Beispiel bei einem Rückbau des Hauses oder einer Erneuerung der Leitungen problemlos wiederverwenden. Unter Umständen entstehen aus den alten Rohren nach dem Einschmelzen sogar wieder neue. Wer mehr wissen möchte, der findet zum Beispiel unter der Adresse www.kupferinstitut.de weitere Infos.

Kupfer aus Recycling ist gefragt wie nie. Bereits rund die Hälfte des in Deutschland verarbeiteten Kupfers stammt aus Recycling. Nicht zuletzt deshalb ist die Versorgung mit dem roten Metall langfristig gesichert. Und das ist auch gut so. Denn Kupfer kommt beispielsweise in der Architektur, der Hausinstallation sowie in allen elektrischen Anwendungen wie auch der E-Mobilität zum Einsatz. Zudem spielt Kupfer eine entscheidende Schlüsselrolle in neuen elektronischen Technologien ebenso wie in der Entwicklung klimafreundlicher erneuerbarer Energien und ihrer internationalen Vernetzung. djd