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Stadtquartier Obere Wässere Was lange währt, wird sehr gut

Unser Bild zeigt das so genannte „Engel-Areal“ auf dem Gebiet der Oberen Wässere (rechts die Echazaue) im Zustand des Jahres 2003: eine Industriebrache, in der noch viel Potential steckt. Archivfoto: Herdin
Unser Bild zeigt das so genannte „Engel-Areal“ auf dem Gebiet der Oberen Wässere (rechts die Echazaue) im Zustand des Jahres 2003: eine Industriebrache, in der noch viel Potential steckt. Archivfoto: Herdin

Geschichte: Geduldig hat Schöller & Partner die Obere Wässere entwickelt: Von der Industriebrache zum modernen Quartier.

Von Kathrin Kammerer

Seit 30 Jahren ist hier einiges in Bewegung: Die Obere Wässere hat sich von einer Industriebrache in ein lebendiges Quartier mit einem vielfältigen Nutzungs-Mix entwickelt. Im Jahr 1989 begann Projektentwickler und Investor Willi Schöller, in das etwas trostlos wirkende Gelände zu investieren. Doch nach der ersten Vorstellung von Schöllers Plan sollte es noch vier weitere Jahre bis zum ersten Spatenstich auf dem Gelände dauern.

Bis Ende der 1980er-Jahre hatte die Obere Wässere als Ausweichquartier gedient, wenn es für Handwerker und Firmen in der Reutlinger Innenstadt zu eng wurde. Eine der dort ansässigen Firmen war der Textilhersteller Engel. Auch der Karosseriebetreiber Wendler, der zuletzt gepanzerte Fahrzeuge für Scheichs oder früher auch schnittige Sportwagen für den US-Schauspieler James Dean hergestellt hatte, hatte sich in der Oberen Wässere angesiedelt.

Früher produzierten hier Handwerker, heute bietet die Obere Wässere einen bunten Nutzungsmix. Foto: Carola Eissler
Früher produzierten hier Handwerker, heute bietet die Obere Wässere einen bunten Nutzungsmix. Foto: Carola Eissler

Damals, nach der Bekanntmachung von Schöllers Plänen, befürchteten einige Reutlinger, die Obere Wässere könnte sich zu einem abgekapselten Stadtteil entwickeln. Diese Ängste waren umsonst: Das Quartier ist in den vielen Jahren der Entwicklung zu einem lebendigen Teil der Innenstadt geworden.

Damit das Großprojekt überhaupt verwirklicht werden konnte, kam die Stadt Reutlingen dem Investor zu Hilfe: Sie investierte rund achteinhalb Millionen Euro in Straßen-, Brücken- und Kanalbau. Die einzelnen Bauabschnitte haben viele Jahre gedauert: Projektentwickler Schöller & Partner zeigte einen langen Atem und veränderte das Gebiet behutsam. Mehrere Gebäude auf der Westseite zur Altstadt hin wurden neu gebaut und alte Häuser wurden saniert. Nun stehen rund 40 000 Quadratmeter für Dienstleistungen und Handel zur Verfügung, weit mehr als 100 Millionen Euro hat das Gesamtprojekt gekostet.

2008 begann Schöller & Partner mit dem Bau des Parkhauses im Quartier. Ein Jahr zuvor, also 2007, hatte man ein altes Fabrikgebäude aufwendig saniert. Heute zieht die Markthalle viele Besucher und Einkäufer an. Zugleich wurde der verdolte Triebwerkskanal der Echaz wieder geöffnet, und die Echaz selbst wurde in Teilen wieder renaturiert.


Aug’ und Ohr

2009, also ganze 20 Jahre nach Bekanntmachung der ersten Baupläne, erhielt das Stadtquartier Obere Wässere die renommierte Auszeichnung „Mittendrin ist Leben“ vom Land. Damit wurde die hervorragende, städtebauliche Lösung gewürdigt, und auch der hohe, finanzielle Einsatz der Investoren. Das Wirtschaftsministerium schrieb dazu folgendes: „Das Gebiet ist durch vielfältige Nutzungen gekennzeichnet, die das Angebot der Altstadt abrunden und stärken. Gastronomie sorgt für Belebung und erlebbares Wasser am Triebwerkskanal für Flair. So entstanden ein neuer Ort der Identifikation und zugleich ein funktionaler und attraktiver Zugang zur Altstadt.“

Heute, zehn Jahre nach der hohen Auszeichnung durch das Land, hat das Quartier Obere Wässere nicht an Attraktivität verloren. Der Albtorplatz verbindet es nahtlos mit der Metzgerstraße und dem Zentrum.

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