Sonderveröffentlichung

Gewerbeimmobilien Was neben der Lage noch zählt

Auf der Suche nach einer Gewerbeimmobilie lauern zahlreiche Fallstricke. Aktuell macht Corona die Sache nicht gerade einfacher.

Hier könnte der Schreibtisch hinkommen, dort der Tresen – wer eine Gewerbeimmobilie etwa für eine Praxis oder ein Büro sucht, sollte sich gut vorbereiten. Foto: Andrey_Popov/shutterstock.com

16.11.2020
Gewerberäume für Büro, Arztpraxis oder Ladengeschäft

Lage, Lage, Lage – das ist nach allgemeiner Ansicht das wichtigste an einer Immobilie. Was für Wohngebäude gilt, gilt umso mehr für Gewerbebetriebe. Denn mit einem Geschäft, einem Büro, einer Praxis oder einem Produktionsbetrieb kann man nicht mal eben umziehen – da tun sich Privatleute dann doch etwas leichter. Deshalb gilt es schon frühzeitig möglichst alle Faktoren zu berücksichtigen. Brauche ich Laufkundschaft? Dann sollte ich mein Business möglichst innenstadtnah oder in der Nähe von Haltestellen des ÖPNV ansiedeln. Kommen meine Kunden überwiegend mit dem Auto? Dann brauche ich Parkplätze vor der Haustür. Wächst meine Firma, sodass ich eventuell bald schon Erweiterungsflächen brauche? Habe ich viel Lieferverkehr, der mich schnell und einfach erreichen kann? Wie ist die Infrastruktur vor Ort, etwa in Sachen Wasser/ Abwasser, Stromversorgung, Internetzugang?

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Wer zum ersten Mal eine Gewerbeimmobilie sucht, ist dabei schnell überfordert – und weil jedes Geschäft anders ist, genügt es meist auch nicht, vorgefertigte Checklisten abzuarbeiten. Viele setzen deshalb auf die Unterstützung eines erfahrenen Immobilienmaklers. Dieser hilft dabei, den wahren Bedarf zu analysieren, kennt die Preise auf dem Markt und hat vielleicht sogar schon ein passendes Objekt im Portfolio. Darüber hinaus kann er nützliche Tipps geben, die er aus den Erfahrungen mit anderen Kunden gesammelt hat.

Experten rechen mit weiteren Leerständen

Experten rechnen damit, dass Corona auch den Markt für Gewerbeimmobilien nicht unberührt lassen wird. In Innenstadtlagen etwa ist damit zu rechnen, dass so mancher Händler das veränderte Nutzerverhalten und die Folgen der Ausgangsbeschränkungen sowie der Hygieneauflagen nicht überleben wird. Bei Büroflächen gibt es ambivalente Vorhersagen. Zwar könnten auch hier durch Insolvenzen oder Zahlungsschwierigkeiten von Mietern Flächen frei werden. Allerdings haben Vermieter in der Regel wenig Interesse daran, Gewerbemietern vorschnell zu kündigen. Schließlich ist die Suche nach Nachmietern aufwendig. Die meisten würden die aktuelle Lage verstehen und wollten zusammen mit den Mietern durchhalten, bis es eine „neue Normalität“ gibt, sagt etwa Phillip Wackerbeck von der Unternehmensberatung „Strategy&“: „Man tut als Vermieter beziehungsweise Eigentümer alles, um den Bestand zu erhalten, auch wenn das Einschränkungen bei den Mieteinnahmen bedeutet. Viele Immobilien in Deutschland sind solide finanziert, deswegen kann man das eine Zeit lang aushalten.“

Mehr Fläche pro Mitarbeiter: Büros werden wieder größer

Und was ist mit dem Homeoffice? Werden Büros nicht überflüssig, wenn die Menschen künftig verstärkt von zu Hause aus arbeiten? Das glaubt Wackerbeck nicht. Weniger Mitarbeiter gleich weniger Bürofläche, diese Formel gehe nicht auf, „weil man Mitarbeiter auch nach der Pandemie wahrscheinlich auf größere Büros verteilt als vorher. Man braucht vielleicht wieder mehr Fläche pro Mitarbeiter, um Abstandsregeln einzuhalten.“ Von Kerstin Auernhammer