Sonderveröffentlichung

Sanierung: Festhalle in Wittlingen Auf dem neuesten Stand

Kommunalbauten: Ideale Stätte für Sport und Veranstaltungen: Die Wittlinger Mehrzweckhalle wurde umfassend renoviert.

Die Bühne liegt aus Sicherheitsgründen hinter einer Prallschutzwand versteckt. Fotos: Kirsten Oechsner

31.08.2020

Der multifunktional genutzte Schulhof und die nebenan liegende Mehrzweckhalle in Wittlingen waren in die Jahre gekommen und erstrahlen nach einer Runderneuerung nun beide in neuem Glanz: Rund 2,5 Millionen Euro sind in die Realisierung der beiden lang gehegten Umgestaltungs-Wünsche der Wittlinger geflossen. Eine Investition in Infrastruktur und Bildung, die sich laut Bürgermeister Elmar Rebmann gelohnt hat, und auch Ortsvorsteher Horst Vöhringer ist zufrieden: Er spricht von einem deutlichen „Mehrwert“, den die beiden zentralen Bereiche fürs Miteinander im Bad Uracher Stadtteil gewonnen haben.


Keppler Architekten

Ein Blühstreifen entlang der Hauswand, eine großflächige Begrünung und ein Insektenhotel im Eingangsbereich zum Schulhof sowie ein Weidentunnel mit Barfußpfad unterstreichen, dass es sich bei der Wittlinger Grundschule um eine „Biosphärenschule“ handelt – eine der bislang sieben in der Region. Doch es hat sich auf dem Areal wesentlich mehr getan, von der einstigen Asphaltwüste ist nichts mehr zu sehen. Beleuchtet wird der Schulhof mit energieeffizienten LED-Lampen, auch wurde der Zugang zum Schulgebäude barrierefrei gestaltet. Damit die Kinder auf dem Schulhof unbeschwert spielen und toben können, hat man die Bushaltestelle von dort an die Straße verlegt.

Gleichwohl dient der Schulhof bei Veranstaltungen in der Turn- und Festhalle weiterhin als Parkplatz, auch feiert auf dem Gelände die Dorfgemeinschaft gerne Feste. Nicht nur dort galt es also in der Planung die Multifunktionalität zu berücksichtigen, sondern auch beim Umbau der Mehrzweckhalle, die sowohl als Festhalle als auch als Sportstätte dient.

Das Gebäude stammt aus den 60er Jahren und wies vor der Sanierung in vielen Bereichen „Altersbeschwerden“ auf, so genügte es den heutigen Anforderungen an den Brand- und Sicherheitsschutz nicht mehr. Die Ölheizung aus der Anfangszeit des Gebäudes wurde durch eine Pelletheizung ersetzt, die Halle selbst energetisch saniert. Im Keller der Halle befindet sich sozusagen ein kleines Nahwärmenetz, von dort aus werden auch die Schule und der Kindergarten mit Wärme versorgt. Neu ist auch die in hellem Holz gehaltene Decken- und Wandverkleidung, dadurch wurde die Akustik verbessert.

Stickige Luft bei Veranstaltungen gehört seit der Sanierung der Vergangenheit an, denn für frische Luft sorgt die neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Im Zuge der Arbeiten an der Halle wurde auch die Elektroinstallation inklusive neuer Beleuchtung und Lichtsteuerung auf den neuesten Stand gebracht. Komplett modernisiert hat man zudem die Toiletten sowie den Umkleidebereich mit den Duschen.

Außerdem ganz neu sind eine Behinderten-Toilette sowie eine mobile Wand als Prallschutz vor der Bühne. Letztere kann bei Bedarf abgebaut werden und birgt noch eine Besonderheit: Unter ihr befinden sich überdimensionale Schubladen, in denen Tische und Stühle untergebracht werden können. Bei der Sanierung des fast 50 Jahre alten Gebäudes mussten die Architekten Gerhard Keppler und Oda Bühler immer wieder kreative Lösungen finden. Zum Teil wurden aber auch ältere Bau-Elemente – etwa der Fußboden im Treppenhaus – erhalten, und so präsentiert sich die modern- schicke Halle mit einem Rest von Retro-Charme. Der existiert im Eingangsbereich jedoch nicht: „Der hatte vorher etwas von einem Höhlencharakter“, berichtet Architekt Gerhard Keppler. Wer nun die Wittlinger Turn- und Festhalle betritt, wird in einem freundlichen Ambiente empfangen, auch der neue Außenanstrich trägt zum positiven Bild bei. Von Kirsten Oechsner
    

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Die Kosten für die Schulhofsanierung belaufen sich auf 300 000 Euro, 11 000 Euro gab es an Fördermitteln. Der erste Bauabschnitt der Hallensanierung kostete 1,26 Millionen Euro, unterstützt wurde der Umbau mit 650 000 Euro aus dem Ausgleichsstock II. 725 000 Euro investierte die Stadt in den zweiten Bauabschnitt, der mit 100 000 Euro finanziell aus dem Ausgleichsstock unterstützt wurde.

130 000 Euro flossen zudem in weitere Arbeiten.