Western-Feeling auf dem Hasenbühl in Schwäbisch Hall
Sonderveröffentlichung

Ortsportrait Hessental Western-Feeling auf dem Hasenbühl in Schwäbisch Hall

Fest - Die Schützengilde Schwäbisch Hall veranstaltet in diesem Jahr das 52. Internationale Vorderladerschießen. Nach zwei Jahren coronabedingter Absagen hoffen die Organisatoren, dass wieder einige Tausend Besucher nach Hessental kommen. 

Der Wilde Westen hält am Wochenende auf dem Hasenbühl Einzug. Fans lassen es sich nicht nehmen, sich wie Cowboys oder Indianer zu kleiden, wie auf dem Bild aus dem Jahr 2019. Foto: Archiv/Ufuk Arslan

02.09.2022

Nach zwei Jahren corona-bedingter Zwangspause kann das Internationale Vorderladerschießen auf dem Hasenbühl in Schwäbisch Hall zum 52. Mal steigen. Wie die Jahre davor gibt es wieder Wettbewerbe im Vorderladerschießen und auch Country-Musik ist an dem Wochenende geboten.

Seit 1968 ist die Schützengilde, die die Veranstaltung auf dem Gelände der Schießanlage Hasenbühl in Hessental ausrichtet, dort angesiedelt. 1969 bekamen sie dafür den Pachtvertrag von der Stadt, erzählt Frank Greiner, Erster Schützenmeister.

Country-Musik von zwei Bands

Im Festzelt spielt am Freitag- und Samstagabend, 2. und 3. September, je eine Country-Band. Am Freitag ist die Band Highwaystation No 1 zu hören und am Samstag spielt Flat Iron auf.

" Wir hatten in den letzten Jahren immer etwa 300 Anmeldungen fürs Camping.“

Hermann Kurz Oberschützenmeister

Außerdem sind wieder jede Menge Händler vertreten, beispielsweise die Büchsenmacherei Krebs aus Gaildorf, die Schuhmacherei Elbel aus Schwäbisch Hall oder Lederkunsthandwerk aus Schwarzach am Main. Über die Jahre entwickelte sich das Internationale Vorderladerschießen auf dem Hasenbühl zu einer multinationalen Veranstaltung mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und sogar aus den USA. Rund 350 Westernfans leben ein Wochenende lang friedlich in ihren Tipis und Lodges im rustikalen Traditionslager auf einer Wiese am Waldrand beim Hasenbühl zusammen. Egal ob Westernmann, Südstaaten-Lady, Trapper oder Cowboy - man passt sich in Sachen Bekleidung und Behausung der Zeitperiode an, in die man für einige Tage schlüpft.

Weshalb zusätzlich zum Schützenfest die Cowboys und die Indianer hinzukamen, kann Greiner gar nicht sagen. „Andernorts hatte es sich schon etabliert, dass Events zum Vorderladerschießen mit Westerntreffs kombiniert werden", erklärt er.

Denn das Vorderladerschießen hat bereits eine lange Geschichte. Sie reiche bis ins 16. Jahrhundert zurück, als das Schwarzpulver in Europa ankam. „Zunächst besaßen die Waffen ein Stein-schloss." In Japan sei beispielsweise wegen der geografischen Isolation sehr lange mit Vorderladern geschossen worden.

Wettbewerbe im Zentrum

Im Zentrum der Veranstaltung von 2. bis 4. September steht ebendies: das Vorderladerschießen. Zugelassen sind bei den Wettbewerben Vorderlader-, Lang- und Faustfeuerwaffen aller Art, sofern sie den Regeln des Deutschen Schützenbundes (DSB) entsprechen. „Bei den Jüngeren lässt die Beteiligung an Wettkämpfen aber immer mehr nach", weiß Oberschützenmeister Hermann Kurz zu berichten.

Anders bei der 23-jährigen Winona Winkler und dem 25-jährigen Dominik von Kopp-Ostrowski. Um überhaupt mit einem Vorderlader schießen zu können, brauche es gerade von rechtlicher Seite her schon eine Weile, um dafür eine Erlaubnis zu bekommen, sagt die Vereinspressesprecherin. Für Schriftführer Kopp-Ostrowski ist es „etwas Entspannendes, aber auch sehr aufwendiges".

Das Orga-Team: Erster Schützenmeister Frank Greiner, Oberschützenmeister Hermann Kurz, Pressesprecher in Winona Winkler und Schriftführer Dominik von Kopp-Ostrowski. Foto: Axel Theurer

Am Sonntag steht auf dem Hasenbühl von 13 bis 16 Uhr ein Jedermannschießen auf dem Programm. Die Siegerehrung ist für 15 Uhr geplant. Außerdem gibt es von Freitag bis Sonntag täglich ein Jedermann-Bogenschießen. Der Zutritt zum Westerndorf ist für Besucherinnen und Besucher kostenlos. Western- und Vorderladerfans können am Wochenende zudem an 30 Marktständen fündig werden.

Oberschützenmeister Hermann Kurz hofft wieder auf einige Tausend Besucher, wie es bei den vergangenen Festen der Fall war. „Wir hatten in den letzten Jahren immer etwa 300 Anmeldungen fürs Camping. Ohne die Besucher aus Hall und Umgebung", so Kurz. Früher kamen auch viele Gäste mit ihren Wohnwagen aus den Niederlanden. Das seien mittlerweile nicht mehr so viele.

Auch in diesem Jahr werden wieder viele Helferinnen und Helfer beim Internationalen Vorderladerschießen am Start sein, die dafür sorgen, dass Braten, Würstchen, Eintopf und Getränke nicht ausgehen. Axel Theurer

Das Vorderladerschießen am Festwochenende

Los geht das Vorderladerschießen am heutigen Freitag um 10 Uhr. Geschossen werden kann bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr. Am Samstag geht's von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr weiter und am Sonntag von 9 bis 12 Uhr. Weitere Infos: www.sgi-hall.de.