Manchmal muss es schnell gehen“, sagt Volker Breusch, Vorstandsmitglied der SHK-Innung Göppingen. Wenn nach einem Unfall oder einem anderen Schicksalsschlag ein Badezimmer kurzfristig umgebaut werden muss, dann kann man in der Regel auf die Handwerksbetriebe in der Region setzen. „Wir tun dann unser Möglichstes“, berichtet Volker Breusch. Von heute auf morgen muss so ein Umbau aber in den seltensten Fällen realisiert werden. „Ist es zum Beispiel tatsächlich ein Unfall, nach dem jemand zum Beispiel plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen ist, dann verbringt er einige Zeit im Krankenhaus und anschließend oft auch in der Reha“, sagt Anke Reichel, Pflegeberaterin bei der Krankenkasse IKK classic. Sie unterstützt in diesen Fällen unter anderem auch bei der Beantragung von Zuschüssen von der Pflegekasse.

Antrag bei der Pflegekasse

Bis zu 4000 Euro können Betroffene erhalten, wenn sie die Wohnung – also auch das Badezimmer – entsprechend umbauen müssen. Dabei ist es aber tatsächlich lediglich ein Zuschuss. Einen großen Teil des Umbaus muss man freilich selbst finanzieren und kann meist nur die wichtigsten Dinge umsetzen. Manchmal versucht man es zunächst auch mit Hilfsmitteln, die die Pflege zu Hause unterstützen. Denn das Ziel der „Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes“, wie es im Sozialgesetzbuch heißt, ist es, dass die häusliche Pflege durch den Umbau ermöglicht oder erheblich erleichtert wird. Oder auch, dass der Betroffene gar selbstständiger wird und so Pflegepersonal entlastet. Ohnehin muss für die Beantragung des Zuschusses ein Pflegegrad festgelegt sein. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Grund dieser festgestellt wird. „Ein Pflegegrad ist die Basis“, erklärt Anke Reichel. Wichtig sei aber, noch vor der Beauftragung eines Handwerkers den Antrag einzureichen – in der Regel mache es Sinn transparente Vergleichsangebote einzuholen.
  

Anke Reichel Pflegeberaterin bei der IKK classic 
Anke Reichel Pflegeberaterin bei der IKK classic 

„Man hat in so einer Situation sehr viel zu regeln – hier unterstützen wir vor Ort im Gespräch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen“, berichtet Reichel. Nicht immer sei dann ein Umbau auch tatsächlich die richtige Lösung. „Wenn jemand nicht mehr gehen kann, die Wohnung aber im dritten Stock ohne Aufzug ist, dann legen wir demjenigen schon nahe, in eine barrierefreie Wohnung umzuziehen“, so Anke Reichel. Auch für den Umzug kann dann – alternativ zu einem Umbau – ein Zuschuss beantragt werden. „Wichtig ist auch“, ergänzt die Pflegeberaterin, „dass nur ein Zuschuss pro Pflegebedürftigem möglich ist, gerade wenn der Antrag mehrere Vorhaben beinhaltet.“ Wer also am Hauseingang eine Rampe installiert und zusätzlich das Badezimmer anpasst, kann dafür nicht zwei Anträge stellen. „Wenn eine entsprechende Pflegebedürftigkeit festgestellt ist, so wird dies quasi einmalig bezuschusst“, erklärt sie. Erst wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt die gesundheitliche Situation ändert und verschlechtert, hat man möglicherweise einen erneuten Anspruch.
  

Andere Fördermöglichkeiten

Weitere Fördermöglichkeiten bietet auch die KfW-Bank. Die Experten der Innungsbetriebe helfen gerne, den richtigen Weg durch den Förderdschungel zu finden. Übrigens: Es kann nicht jeder einfach mit dem Umbau des Badezimmers oder des Hauses beginnen. Während Hauseigentümer keine Probleme haben, müssen Betroffene mit einer Eigentumswohnung oder Mieter zunächst mit der Hausgemeinschaft (bei Veränderungen zum Beispiel auf Allgemeinflächen) oder mit dem Vermieter Rücksprache halten.

Die SHK-Innung rät, bei einem Badumbau oder bei einem Neubau bereits so barrierefrei wie möglich zu planen, um im Fall der Fälle schon vorbereitet zu sein und nur noch kleinere Anpassungen machen zu müssen. Bernd Baader
  

Mögliche Maßnahmen

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, für die man Förderungen beantragen kann, sind zum Beispiel folgende bauliche Veränderungen:

Barrierefreier Umbau eines kompletten Bades oder die behindertengerechte Anpassung eines Bades (z. B. Austausch der Badewanne durch eine bodengleiche Dusche, Montage eines Duschhandlaufes, Anpassung der Höhe der Toilette, Verlegung von rutschhemmenden Bodenfliesen, Montage eines unterfahrbaren Waschtisches ...).

Die Anpassung des Wohnbereiches an die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers (z. B. durch Schaffung eines ebenerdigen Zugangs, Erstellung einer fest installierten Rampe, Türverbreiterung oder Entfernung von Türschwellen und anderen Bodenunebenheiten, Einbau von Fenstergriffen in Greifhöhe, Verlegung von rollstuhlgerechten Bodenbelägen ...).

Einen guten Start ins neue Jahr

Guten Tag

Hans-Georg Ehekircher.
Hans-Georg Ehekircher.

Die Weihnachtstage sind vorbei und ein spannendes Jahr liegt vor uns. Zum einen für unsere Innung, wenn wir im Juli Gastgeber für die landesweite Tagung des SHK-Fachverbands sind. Die Vorbereitungen laufen hier bereits auf Hochtouren.

Aber auch der allgemeine Blick in die Welt stellt uns vor spannende Herausforderungen: Klimawandel, Energiewende, Fachkräftemangel – diese Themen bewegen uns als SHK-Betriebe sehr intensiv. Immer wieder müssen neue Vorgaben und Gesetze berücksichtigt werden, die Einfluss auf unsere tägliche Arbeit haben – aber auch unter Umständen auf den Alltag unserer Kunden. Ich bin gespannt, was hier noch auf uns zukommt. Eines kann ich Ihnen in jedem Fall versprechen: Die SHK-Innungsbetriebe sind auch 2020 kompetent und zuverlässig für Sie da.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr.

Hans-Georg Ehekircher,
Obermeister der SHK-Innung Göppingen

www.shk-goeppingen.de
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shkinnunggoeppingen 


Service Plus Geschulte Betriebe

Kreis Göppingen. Zahlreiche Innungsbetriebe sind zertifizierte „Service-Plus-Fachbetriebe“. Das bedeutet, die Mitarbeiter sind speziell zum Thema altersgerechtes Wohnen in entsprechenden Seminaren geschult und können so kompetent und mit Erfahrung beraten. Eine Liste der Betriebe hält die Innung auf Anfrage bereit.