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Rallye Zeitung Auf Achse für ein besseres Leben

Melanie Weinmann und Christel Noller (rechts) im Porsche Speedster Cabriolet von 1957. Die beiden Zonta-Mitglieder haben bereits bei der Arlberg-Rallye teilgenommen. Foto: privat

Aktion: „Frauen helfen Frauen“ heißt ein Projekt des Service-Clubs Zonta. Das 100-Jahr-Jubiläum nimmt der Haller Förderkreis zum Anlass, sein Anliegen mit einer Genießerfahrt bekannter zu machen.

Von Claudia Linz

Zontchen? Zontjen? Während Christel Noller von den Aktivitäten des Service-Clubs für Frauen erzählt, stellt sich unwillkürlich die Frage: Wie schreiben sich die Mitglieder von Zonta eigentlich. Die Antwort: Es sind die Zontians.

100 Jahre Zonta nimmt der Förderkreis Zonta Schwäbisch Hall zum Anlass, mit der Hohenloher Benefiz-Genießerfahrt stärker an die Öffentlichkeit zu treten. Die Idee lag nahe. Christel Noller, Gründungsmitglied und von 2016 bis 2018 Präsidentin in Hall, ist ebenso wie ihre Clubkollegin Melanie Weinmann begeisterte Oldtimer-Pilotin. Und Nollers Fahrzeug, ein himmelblauer Porsche Speedster von 1957, ist diesmal gewissermaßen das Flaggschiff der Veranstaltung. Allerdings wird nicht Christel Noller selbst, sondern ihr Mann Hans Volker Noller am Steuer sitzen. Die Mitinhaberin von Fertighaus Weiss gibt mit einem Teil ihrer Belegschaft nämlich das Mittagsessen für die Fahrer auf dem Firmengelände in Scheuerhalden bei Oberrot aus. Es wird von der Samariterstiftung Obersontheim gekocht. „Die Oldtimer-Rallye soll schließlich eine richtige Genießerfahrt werden“, sagt sie.

Manpower trifft Frauenpower

Dafür haben sich alle 28 Haller Zontians und zusätzliche Helfer mächtig ins Zeug gelegt. An allen Streckenposten soll es kleine Aufmerksamkeiten für die Teams geben. Mal etwas Besonderes zum Trinken, mal eine Leckerei zum Essen und ein andermal etwas Praktisches. Die beste Idee sei laut Christel Noller allerdings gewesen, den ADAC-Ortsclub Schwäbisch Hall mit ins Boot zu holen. Das Know-how, die Erfahrung und die Manpower auf der einen und der Elan, die Kreativität und Frauenpower auf der anderen Seite hätten sich hervorragend ergänzt. Christoph Holl, im ADAC-Ortsclub verantwortlich für die Sparte Oldtimer, haben Noller und Weinmann bei der 14. Hohenloher ADAC Burgen- und Schlösserfahrt 2018 in Stimpfach kennengelernt. Ihm brachten die Frauen ihre Idee nahe und nach Rücksprachen in den beiden Clubs war die gemeinsame Aktion beschlossene Sache. Während die Männer sich im Vorfeld um Bürokratisches, also um Anträge und Sondergenehmigungen sowie die Streckenführung kümmerten, organisierten die Frauen die Streckenposten, falteten und verpackten Essens- und Getränkemarken. „Um die Kosten niedrig zu halten, werden alle Möglichkeiten genutzt, die die Zontians haben“, betont Christel Noller.

Spenden willkommen

„Denn natürlich soll bei der Benefizveranstaltung auch der ein oder andere Euro für die Arbeit des Serviceclubs hängen bleiben“, so Noller. Der Erlös der Veranstaltung geht an das Zonta-Caritas-Projekt „Stark für Frauen“. Der ADAC-Ortsclub verzichtet zugunsten des guten Zwecks auf eigene Einnahmen. Weitere Spenden sind willkommen.

„Das Geld wird zum Beispiel verwendet, um älteren Frauen die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben zu ermöglichen“, erläutert Christel Noller. Frauen seien früher oft nicht berufstätig gewesen und hätten sich um Haushalt und Kinder gekümmert. Jetzt, im Rentenalter, fehle es ihnen manchmal am Nötigsten, einem Paar Stützstrümpfe vielleicht, einer Brille oder Gehhilfe. Auch steigende Mieten könnten gerade Frauen mit geringem Einkommen in existentielle Nöte bringen. Mit monetärer Unterstützung leistet der Förderkreis Zonta einen Beitrag, um solche Sorgen zu lindern. Gründungspräsidentin Evi Ebner hat die Idee, einen lokalen Förderkreis Zonta zu gründen, im Jahr 2007 nach Schwäbisch Hall gebracht.

Christel Noller war es als Zonta-Mitglied stets wichtig, sich „für benachteiligte Frauen weltweit und vor der Haustür einzusetzen“, sich beispielsweise um deren ärztliche Versorgung zu kümmern, für deren Rechte einzustehen und ein starkes Zeichen gegen Gewalt am weiblichen Geschlecht zu setzen – nach dem Leitspruch des Service-Clubs: Berufstätige Frauen helfen Frauen.


Großes Engagement

Diese Firmen und Privatleute unterstützen das Projekt mit Spenden.

• Adolf Würth GmbH & Co KG
• Antewa GmbH
• Atelier Kerstin Körner – Schneiderei und mehr
• Beck-Holzbau GmbH
• Butzer GmbH
• Dobbertimmobilien
• Feinkost Knausenberger GmbH
• Fertighaus Weiss GmbH
• Gras & Sigloch GmbH & Co. KG
• Gräter - mein Backhaus
• Hans Baumgartner - Architekt
• Häsele Baustoff GmbH
• Hoolgaascht Gin, Marco Hage
• Klafs GmbH & Co. KG
• Kreuzäcker Apotheke
• Landjugend Oberrot
• Lieber Wein – TWS GmbH
• MVZ im QmediKo
• Optima packaging group
• Recaro Aircraft Seating GmbH & Co. KG
• Röwisch Verwaltungsgesellschaft
• Schönberg Pflege- und Seniorendienste GmbH
• Mirjam Griese, Steuerberaterin
• Weinmann GmbH – Werkzeugbau und Metallbearbeitung
• Widmann GmbH & Co. KG
• Zweikarat – Goldschmiede Simone Binder
  


Warum der Name Zonta?

Die fleißigen Frauen der amerikanischen Ureinwohner als Vorbild.

Der Name des Service-Clubs Zonta stammt von den Lakota, einem Volksstamm der Sioux-Familie, und bedeutet „vertrauenswürdig“. Eine Zontian hat sich Gedanken gemacht, warum die europäisch- stämmigen Zonta-Gründerinnen sich gerade für diesen Namen entschieden haben. Ihre Erkenntnisse: Die Lakota-Frauen mussten zahlreiche wichtige Aufgaben erfüllen. Dazu gehörten zum Beispiel das Kochen, Häuten und Zerlegen der gejagten Tiere sowie die Kinderbetreuung und Pflege der Gemeinschaft. Auch waren sie „Besitzer“ der Tipis. Sie konnten sogar die Männer des „Hauses“ verweisen. Die Frauen waren somit ein angesehener Teil des Stammes.

Auch das Zonta-Emblem setzt sich aus Symbolen der Sioux- Sprache zusammen, die für Werte stehen, die den Lakota besonders wichtig waren: Inspiration, Treue, Zusammenhalt, Obhut, Ehrlichkeit und Vertrauen. pm
  


Zonta steht für integer und vertrauenswürdig

Ehrenamt: Vor 100 Jahren wurde der Service-Club für Frauen gegründet. Der Name stammt von den Lakotas.

Zonta ist der Name eines internationalen Service-Clubs berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern. Gegründet wurde die „Confederation of Zonta Clubs“ am 8. November 1919 in Buffalo, New York. Der Name „Zonta“ stammt aus dem Lakota, einer Sprache der Sioux- Familie, und bedeutet „ehrenhaft“, „integer“ und „vertrauenswürdig“. Zonta-Clubs gibt es aktuell in 67 Ländern. 31 000 Frauen sind Mitglieder. Der Hauptsitz ist in Oak Brook, Illinois, USA. Zonta International tritt nicht nur für die Menschenrechte der Frauen und die Gleichberechtigung in allen Aspekten des Lebens ein. „Wir schließen uns auch mit UN-Behörden zusammen, um Projekte für Frauen und Mädchen zu fördern, die diese befähigen, ihre Rechte zu verstehen und ihr Potential zu erkennen“, heißt es im Flyer.

Der Förderkreis Zonta Schwäbisch Hall ist Teil dieses weltweiten Netzwerks. Die 28 Mitglieder kommen aus verschiedenen Berufen. „Diese Vielfalt ist eine persönliche Bereicherung und fördert die gegenseitige Toleranz“, erläutert Maike Keller, derzeitige Zonta-Präsidentin in Schwäbisch Hall. Eine Stärke des Clubs sei die Service-Arbeit, zu der alle Mitglieder mit ihrem Können, Wissen, ihrer freien Zeit, ihren finanziellen Mitteln und Kontakten beitragen.

So organisieren die Haller Zontians Basare, Lesungen oder auch Kino-Matinéen zur Förderung der zahlreichen lokalen und internationalen Projekte mit dem Ziel, die Lebenssituation von Frauen und Mädchen voranzubringen und zu verbessern. 2015 haben sie erstmals den „Young Women in Public Affairs Award“ an eine sozial engagierte Schülerin vergeben. Mit dem Spendenfonds „Stark für Frauen“ werden Frauen nach der Erwerbsphase unterstützt. Der Förderkreis Zonta Schwäbisch Hall und die Caritas Heilbronn-Franken möchten damit helfen, Not zu lindern, Perspektiven aufzuzeigen und Chancen für mehr Lebensqualität zu geben. Hilfen werden in den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Mobilität und Teilhabe am sozialen Leben gewährt. dia

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