Sonderveröffentlichung

(Welt) - Sparwochen Zeitig etwas sparen macht immer Sinn

Die örtliche Banken haben aus dem klassischen Weltspartag eine längere Aktion gemacht und reagieren damit auch auf die besonderen Herausforderungen durch Gefährdungen durch die Corona-Pandemie.

Schön bunt sind die Schalter in den örtlichen Bankfilialen – hier bei der Sparkasse in der Wilhelmstraße in Crailsheim– geschmückt. Doch auch beim Sparen gilt: Abstand und Hygieneregeln einhalten. Foto: ibe

29.10.2020

Der Weltspartag war in der Vergangenheit eigentlich eine feste Größe im Kalender von Kindern und Jugendlichen. Es war der Tag, an dem – des Öfteren mit Unterstützung von Oma oder Opa – das eigene Sparschwein geplündert wurde und Euro und Cent dann auf dem eigenen Sparbuch Platz nahmen.

Das eine gewisse finanzielle Enthaltsamkeit lohnt, weil so der eigene Lebensstandard abgesichert werden kann, ein gewisser Notgroschen durch schwierige Zeiten hilft oder Studium, Auslandsjahr, Führerschein oder gar die erste eigene Wohnung finanziert werden kann, macht schnell deutlich: Es ist generell gut, ein wenig was auf der „hohen Kante“ zu haben.
  

Pädagogisches Element

Mit einem Teil des Taschengeldes, Geldgeschenken von Verwandten oder der Unterstützung durch die Großeltern kommt auf einem Kindersparbuch schon etwas zusammen. Der Weltspartag war und ist deshalb für „den Nachwuchs“ auch deshalb so reizvoll, weil der Gang zur Bank zudem mit kleinen Aufmerksamkeiten der örtlichen Banken verbunden ist. In diesem Jahr kann sich der Nachwuchs mit dem Besuch in die Filiale etwas mehr Zeit lassen, denn aufgrund der steigenden Infektionen mit dem Corona-Virus haben sowohl die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim wie auch die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim die Aktion zeitlich gestreckt. Damit sollen unter anderem lange Schlangen an den Schaltern vermieden werden. So finden die diesjährigen Sparwochen bereits seit dem 23. Oktober noch bis zum 13. November statt. Unter Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen können sich die jungen Kunden über diesen verlängerten Zeitraum dann auch ihr Geschenk in den Filialen auswählen. Bei der Sparkasse können die Kinder ihre Spardose sogar noch bis Weihnachten vorbeibringen. Auch hier gibt es die Geschenke über den verlängerten Zeitraum. „Die Kinder, unsere jungen Kunden sind uns sehr wichtig“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Thomas Lützelberger die Verlängerung des Weltspartages. Der Spartag hat einen sinnigen Hintergrund. Auch wenn die anhaltende Niedrigzinsphase dem Sparbuch vorübergehend etwas den Reiz nimmt, so geht es bei der Aktion auch darum, dass sich mit dem Sparbuch der Einstieg in den überlegten Umgang mit dem eigenen Geld erlernen lässt. „Am einfachsten ist das mit einem regelmäßig ausgezahlten Taschengeld“, erklärt Juliane Weiß vom Bundesverband deutscher Banken. Die Höhe des Taschengeldes hängt vom Alter ab. Nach Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts sollten es für unter Sechsjährige 50 Cent bis einen Euro pro Woche sein, im Grundschulalter ein bis drei Euro pro Woche und für Zehnjährige bis zu 18 Euro im Monat sein. Wichtig dabei: Die Kinder entscheiden selbst, für was sie ihr Taschengeld ausgeben – ob es nun Süßigkeiten oder das Lieblingseis ist. „Die Kinder lernen dabei aus eigener Erfahrung, dass sie sich eine größere Sache in der Regel nur leisten können, wenn sie vorher ihr Geld nicht schon ausgegeben haben“, sagt Weiß.

Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken (BVR) ist die Sparquote in Deutschland als Folge der Corona-Pandemie stark angestiegen. Danach haben die Deutschen in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2020 aufgrund der Pandemie weniger Geld ausgegeben und deutlich mehr gespart. „Der massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt“, so Dr. Andreas Martin, Mitglied des BVR-Vorstandes. Das verdeutlicht die Sparquote, also das Verhältnis von Erspartem und verfügbarem Einkommen. Sie lag bei privaten Haushalten in Deutschland im zweiten Quartal bei 21,1 Prozent. Das ist eine Steigerung um zehn Prozent im Vergleich zum letzten Quartal des Jahres 2019. Insbesondere während des Lockdowns ab Mitte März 2020 schränkten die Deutschen ihren Konsum deutlich ein und verschoben größere Anschaffungen. Für das Jahr 2020 rechnet der BVR mit einer durchschnittlichen Sparquote von 15 Prozent. 2019 lag sie noch bei 10,9 Prozent. In der ersten Hälfte des Jahres ging das verfügbare Gesamteinkommen bedingt durch die weit verbreitete Kurzarbeit sowie durch gesunkenes Einkommen aus unternehmerischen Tätigkeiten zurück. Dieses sank um 0,5 Prozent im ersten Quartal und um weitere 0,8 Prozent im zweiten Quartal.

In der Krise mehr gespart

Auf die Sparquote hatte dieser Rückgang jedoch einen geringeren Einfluss. Durch Zurückhaltung beim Konsum stieg die Sparquote spiegelbildlich an. Laut BVR gewannen Wertpapieranlagen als Teil der Vermögensbildung zuletzt leicht an Bedeutung. Sie machen 22,3 Prozent des Geldvermögens aus. Deutlich häufiger werden Bargeld, Bankeinlagen und Versicherungen zur Vermögensbildung genutzt. Die Chancen von Wertpapieranlagen sieht BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin längst noch nicht voll ausgeschöpft: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen.“

Von Heribert Lohr