Sonderveröffentlichung

Weihnachten bei uns „Die Freude ist mein Geschenk“

Seit seinem 15. Lebensjahr besucht Alexander Root das ASB Seniorenheim in Michelbach/Bilz am Heiligen Abend als Weihnachtsmann. Dazu reist er inzwischen sogar aus Köln an.

Alexander Root macht es Spaß, sich für die rund 70 Bewohner immer wieder eine neue Überraschung einfallen zu lassen. Foto: Julia Weise

2.12.2020

In der Weihnachtszeit schlüpft Alexander Root stets in eine besondere Kluft: Er streift sich einen samtenen, roten Mantel über. Er trägt Stiefel, ganz in schwarz. Und er verbirgt sein Gesicht hinter dem schneeweißen Rauschebart, der Klein und Groß so sehr fasziniert. Alexander Root ist Weihnachtsmann – und das aus Überzeugung. Seit nunmehr 14 Jahren besucht er das ASB Seniorenheim in Michelbach/Bilz am 24. Dezember, um den Bewohnern am Fest der Liebe ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „An meinen ersten Einsatz kann ich mich noch gut erinnern“, berichtet der 29-jährige Naturpädagoge und nickt in die Richtung seiner Mutter. Oxana Root ist schon damals als Altentherapeutin beim ASB beschäftigt. Sie bittet ihren Sohn um diese Gefälligkeit.

Als Schüler begonnen

„Richtig überzeugt war ich da allerdings noch nicht“, sagt Alexander Root, der zu dieser Zeit noch zur Realschule geht. „Aber meiner Mutter zuliebe habe ich es gemacht.“ Mit einigem Herzklopfen, wie vielleicht hinzugefügt werden sollte. „Denn ich wusste ja überhaupt nicht, wie die Bewohner auf mich reagieren würden.“ Was Root dann jedoch im Pflegeheim erlebt, bewegt ihn sehr. „Die Freude der Senioren war einfach unbeschreiblich“, sagt er. Und er beschließt, dabeizubleiben.

Die Verwandlung in ein Double des beliebten Geschenkeüberbringers hat Root inzwischen längst perfektioniert. Die anfänglichen Startschwierigkeiten aufgrund des langen Bartes – „die vielen Haare am Mund haben mich sehr irritiert!“ – sind fast vergessen. Mit guter Laune und einem „Ho, ho, ho!“ auf den Lippen zieht der heutige Kölner so Jahr für Jahr durch die Räume des Pflegeheims und des Betreuten Wohnens in seinem ehemaligen Heimatort.

Am Krankenbett ausgeliehen

Rund 70 Bewohnern überbringt er bei der fünfstündigen Tour ein kleines Präsent wie etwa Kerzen, Süßigkeiten, Miniatur-Tannenbäume oder Pflegeprodukte, die er standesgemäß in einem großen Jutesack mit sich führt. 2016 fährt Root sogar einmal ins Haller Diakonie- Klinikum, weil zwei Senioren dort stationär behandelt werden. „Als ich dort hereinspaziert bin, wurde ich von einem Vater angesprochen. Der hat mich direkt für einen Besuch am Krankenbett seines Kindes ausgeliehen.“

Dass die weihnachtliche Tradition 2020 aufgrund der Corona- Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden kann, stimmt Root traurig. „Aber ich wünsche mir, dass die Bewohner trotz der Kontaktbeschränkungen ein schönes Weihnachtsfest haben dürfen“, unterstreicht er. An einem entsprechenden Konzept wird bereits gearbeitet. „Denn die Extraportion Freude ist für sie – und auch für mich – im Advent das allerschönste Geschenk.“ Von Julia Weise


Getrennt und doch vereint

Weihnachtsfeiern

„Nein, beim Essen schauen wir uns nicht gegenseitig zu“, sagt Ingmar Krimmer und lacht. Doch auf das vergangene Jahr anstoßen möchte der Inhaber von Krimmers Backstub’ in Untermünkheim doch zusammen mit seinen Mitarbeitern. Er hat sich daher für eine digitale Weihnachtsfeier entschieden – mit Jahresrückblick und Jubilarehrung. Das Weihnachtsessen fürs Team hat Ingmar Krimmer im Restaurant bestellt. Aus einem Fleisch- und einem vegetarischen Gericht durfte sich jeder der 35 Angestellten zwei Speisen auswählen. Das kann er dann zu Hause zusammen mit seinem Partner genießen. „Natürlich ist das kein Ersatz für eine richtige Weihnachtsfeier“, findet der Firmenchef, ist aber froh über die Möglichkeit, sich auf diese Weise beim Team bedanken zu können.

Auf Anforderungen wie diese haben sich die Gastronomen der Region eingestellt. Im Rebers Pflug gibt es die Weihnachts-Genussbox mit Boeuf Bourguignon, Beilagen, Aufwärm-Anleitung und einer Flasche Wein. Extras werden dazugepackt. Im Landhaus Rössle in Veinau heißt das Angebot „Heimat in d’Box“ mit Wildragout, Beilagen, Sekt oder Weihnachtsbier. Die „Basic“-Version kann aufgestockt werden. Verschiedene Speisen bietet in Hall der Goldene Adler in Bowls im Mehrwegpfandsystem. Es gibt auch ein Gänse-Taxi. Die Rose in Eschenau setzt auf kalte vegetarische und Fleisch-Fisch-Variationen auf Bambusteller mit Dips und Waldmeister-Limonade. dia