Sonderveröffentlichung

Leonhard Kern und Europa Prägende Kriegsjahre


Dr. Armin Panter. Foto: Bettina Lober

6.06.2021

Die Hauptschaffenszeit Leonhard Kerns – von seinem 30. bis zu seinem 60. Lebensjahr – war vom Dreißigjährigen Krieg überschattet. Es waren kaum große Schlachten, unter denen die Bevölkerung litt, als vielmehr die durch Truppendurchzüge und Einquartierungen entstandenen Versorgungsnöte, die ungezügelte Gewalt der Soldateska vor Ort und die Bedrohung durch plötzlich auftretende Seuchen. Für Kern dürfte der Vertrieb seiner Kunstwerke in den Kriegsjahren immer schwieriger geworden sein. Und es ist kaum vorstellbar, wie überhaupt das Elfenbein, das er und seine Werkstatt offenbar durchgehend verarbeiteten, nach Hall gelangen konnte. Es steht jedoch außer Zweifel, dass die Lebensumstände den Künstler prägten und somit auch sein Schaffen beeinflussten. Bei manchen Figurengruppen lassen sich die Bezüge zu den Schrecken des Krieges unschwer herstellen.

Dr. Armin Panter Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums in Schwäbisch Hall