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Rallye Zeitung Geteilte Freude ist dreifache Freude

Ein starkes Team: Marc und Claudia Hübener sowie Gerhard Stark. Im gut erhaltenen Opel „Kapitän“ mit Originalpolsterung wird der Senior am 8. September die Strecke meistern. Foto: Adina Möller

Familie: Gerhard Stark ist ein passionierter Oldtimer-Liebhaber. Seine Leidenschaft hat er an seine Tochter und vor allem an seinen Enkel weitergegeben. Bei der Benefiz-Fahrt sind erstmals alle drei Generationen gleichzeitig am Start.
                    

Von Adina Möller

Zu Beginn waren es italienische Motorräder, später dann alte Autos – seit über dreißig Jahren nimmt Gerhard Stark mit seinen Oldtimern immer wieder an den Burgen- und Schlösserfahrten des heimischen ADAC-Ortsclubs teil. „In den letzten Jahren war ich allerdings seltener am Start, schließlich kenne ich mich mittlerweile auch so im Hohenloher Land ganz gut aus“, erklärt er schmunzelnd.

Als der rüstige Rentner aber von der Genießertour zugunsten von Zonta gehört hat, war für ihn sofort klar: „Da mache ich mit!“. Und er holte auch gleich seine Tochter Claudia Hübener, seinen Schwiegersohn Jürgen Endress und seinen Enkel Marc Hübener mit an Bord. Zum ersten Mal sind in diesem Jahr alle drei Generationen bei einer Ausfahrt am Start.

Claudia Hübener betont: „Wer mit einem Oldtimer fährt, der erlebt auch etwas. Es macht viel Freude, die Leidenschaft des Vaters zu teilen. Und wenn wir mit unserer Teilnahme auch noch einen guten Zweck unterstützen können, ist das ja perfekt.“ Enkel Marc Hübener gibt lachend zu: „Ich wurde gar nicht groß gefragt, sondern gleich angemeldet.“

Claudia Hübener absolviert die Genießerfahrt in einem chromblitzenden Mercedes 280 SL Pagode, Baujahr 1970, ihr Sohn in einem amerikanischen Willys Overland Jeep, Baujahr 1945, und ihr Vater in seinem Opel Kapitän, Baujahr 1952. Alle drei Fahrzeuge gehören zur großen Sammlung von Gerhard Stark.

Seit 1983 restauriert der Oldtimerfan aus Kupfer bei Untermünkheim alte Fahrzeuge. „Damals hatte ich einen schweren Unfall. Danach musste ich unter anderem mit dem Rauchen aufhören und habe nach einer Freizeitbeschäftigung gesucht, die mich ausfüllt“, erinnert sich der heute 84-Jährige.

Aus Schrott werden Schätze

Direkt von den Schrottplätzen in Italien hat er sich also alte Motorräder geholt und diese mit viel Liebe zum Detail restauriert. Später kamen dann Autos und Traktoren hinzu. „Dabei handelt es sich immer um Modelle, die mich schon in meiner Jugend begeistert haben,“ macht der Oldtimer- Pilot deutlich. Mittlerweile parken zahlreiche Motorräder, Autos und Traktoren aus den 50er und 60er-Jahren in der Garage des familieneigenen Betonwerks.

Hat er sich denn dann auch genau so ein Motorrad geholt, mit dem er in seiner Jugendzeit die Gegend unsicher gemacht hat? Nein! Denn als junger Mann ist Gerhard Stark gar nicht auf zwei Rädern unterwegs gewesen. „Mit zehn Jahren hatte ich einen schweren Fahrradunfall. Das Resultat war ein doppelter Schädelbasisbruch. Damals wurde mir geraten, nie mehr auf ein Fahrrad oder gar ein Motorrad zu steigen. Diese Bedenken habe ich dann aber 1983 über Bord geworfen“, erzählt Stark.

Statt der Motorräder waren es vor allem Autos der Marke Opel, die den jungen Gerhard Stark begeistert haben. „Opel-Motoren sind einfach faszinierend. Schon in meiner Jugend wollte ich einen ,Kapitän’ fahren. Diesen Wunsch habe ich mir dann später erfüllt.“ Außerdem gehören unter anderem ein Opel Blitz und ein Olympia der Sammlung an. Das Wissen, um die Motoren, Karosserien und Co. hat sich der technisch begabte Bauingenieur in den letzten 36 Jahren selbst angeeignet und auch heute noch arbeitet er an seinen Fahrzeugen. „Dadurch bleibe ich fit und bin gefordert. Außerdem ist es wichtig, im Alter das zu machen, was einem Spaß macht“, ist er überzeugt.

Ein Hobby für jung und alt

Die Begeisterung für die Oldtimer hat Gerhard Stark auch an seinen Enkelsohn weitergegeben. „Schon als kleines Kind habe ich mit Freuden zugesehen, wie mein Opa mit seinen alten Schleppern die Wiesen um sein Haus gemäht hat. Das hat die Oldtimer-Leidenschaft in mir geweckt“, erinnert sich Marc Hübener. Als er alt genug war, hat er seinen Großvater dann beim Tüfteln in der Werkstatt unterstützt und die beiden sind gemeinsam zu Ausfahrten oder Oldtimer-Treffen gefahren.

Mit 18 Jahren, als Marc den Führerschein in der Tasche hatte, durfte er dann auch gleich eine Spitztour in Großvaters altem Jeep machen. „Es ist toll, so einen Opa zu haben, der mir so viel Vertrauen schenkt und mich mit den wertvollen Autos fahren lässt“, bedankt sich der 26-Jährige.  
   


Mit dem „Frogeye“ nach Hall

Reiselust: Zur Hohenloher Benefiz-Genießerfahrt „Stark für Frauen“ kommt Silke Schirra sogar aus Kaiserslautern.

In Begleitung einer Freundin geht Silke Schirra mit ihrem blauen „Frogeye“ an den Start. Foto: privat
In Begleitung einer Freundin geht Silke Schirra mit ihrem blauen „Frogeye“ an den Start. Foto: privat

Von Hannah Pompalla

Seit rund 20 Jahren ist die Hohenloher Burgen- und Schlösserfahrt ein fester Termin im Kalender von Silke Schirra. Dafür nimmt sie auch gerne eine rund 200 Kilometer lange Anfahrt von ihrem Wohnort Kaiserslautern in Kauf. „Ich genieße es immer wieder, mir mit meinem Mann im schönen Schwäbisch Hall als Touristin eine Auszeit zu nehmen“, schwärmt sie.

Private Kontakte nach Hall

Schließlich verbinden sie auch viele private Kontakte mit der Stadt am Kocher – unter anderem mit Wolfgang Schulz, dem langjährigen, in diesem Jahr verstorbenen Vorstandsmitglied des hiesigen ADAC-Ortsclubs.

„Er hatte uns damals gefragt, ob wir nicht den lang gehegten Wunsch des bekannten Rennfahrers Hans Klenk aus Künzelsau erfüllen könnten: Der wollte nämlich gerne mal wieder während der Burgen- und Schlösserfahrt in einem Mercedes 300 SL ‚Flügeltürer’ sitzen. Da wir so ein Auto aus dem Jahr 1956 haben, stimmten wir zu. Seitdem nehmen wir regelmäßig an der Rallye teil“, erzählt Schirra.

Als sie erfuhr, dass der Zonta-Förderkreis Schwäbisch Hall mit dem ADAC-Ortsclub die Benefiz- Genießerfahrt „Stark für Frauen“ plant, war sie sofort Feuer und Flamme. „Die Idee finde ich einfach klasse“, sagt die 50-Jährige. „Ich habe auch schon selbst Veranstaltungen für einen guten Zweck organisiert, zum Beispiel einen Marathonlauf für das Kinderhospiz und die Frauenzuflucht Kaiserslautern“, berichtet sie.

Mit einer Freundin wird Schirra als reines Frauenteam an den Start gehen. Ihr Mann nimmt hingegen zum ersten Mal ohne Partnerin an einer Rallye teil. „Bisher sind wir immer zusammen gefahren. Er muss sich also noch etwas an die neue Situation gewöhnen“, schmunzelt sie. Während sich ihr Gatte ans Steuer des bereits erwähnten, jadegrünen Mercedes setzt, lenkt Schirra einen blauen Austin-Healey Mark I, Baujahr 1959. Wegen der Anordnung seiner Scheinwerfer wird er auch „Frogeye“ (zu deutsch: „Froschauge“) genannt.

„Diese Modelle haben einen eigenen Charakter“, betont Schirra. „Vor acht Jahren habe ich so einen Wagen in roter Farbe auf der Veterama gesehen, das ist ein Oldtimermarkt in Hockenheim. Es war, als würde das Auto ein Gesicht haben und mich direkt anschauen. Daher wollte ich ihn unbedingt haben“, erinnert sie sich. Im Jahr 2015 kam dann der blaue „Frogeye“ dazu. „Mit ihm fahre ich auch 20 Kilometer zur Arbeit“, sagt Schirra. Die beiden Fahrzeuge sind ihre Favoriten aus der stolzen Sammlung des Paares: Insgesamt 34 Oldtimer nennt es sein Eigen.


"Diese Modelle haben einen Charakter. Es war, als würde mich das Auto direkt anschauen."

Silke Schirra, Oldtimer-Sammlerin


Eigene Tiefgarage

In der eigenen Tiefgarage sind etwa auch ein Porsche 356 Carrera 2 und ein Mercedes 300 SL Roadster untergebracht. „Mein Mann ist früher Porsche-Rennen gefahren. Als er damit aufgehört hat, hat er sich ein neues Hobby mit Autos gesucht. Nun haben wir unser persönliches, kleines Museum“, lacht Schirra.

An den historischen Gefährten gefalle ihr besonders die Herausforderung beim Fahren. „Ein normales Auto bedienen kann jeder. Aber bei Oldtimern muss man wissen, wie sie zu handeln sind“, sagt sie. Somit sei allein die Reise nach Hall jedes Mal wie ein kleines Abenteuer.
  

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