Sonderveröffentlichung

Ortsportrait Hessental Grüne Schale, heißer Kern: Der Hessentaler Hausmüllberg

Abfallwirtschaft: Von 1976 bis 2005 haben sich 1,7 Millionen Kubikmeter Abfall auf einer Fläche von neun Fußballfeldern angehäuft.

„Außen hui, innen pfui“: die abgedeckte und begrünte ehemalige Mülldeponie im Hasenbühl. FOTO: BEATRICE SCHNELLE

4.09.2020

Gleich am Tor zum Entsorgungszentrum Hasenbühl grüßt ein begrünter Hügel, der ein klein wenig an einen Weinberg erinnert. Eine tolle Aussicht bis ins Hohenloher Land habe man von dort oben, schwärmt Markus Frey, Teamkoordinator des Entsorgungszentrums. Für die Anhöhe gilt das geflügelte Wort „Außen hui, innen pfui“: Sie besteht aus 1,7 Millionen Kubikmeter Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfall, die sich zwischen 1976 und 2005 auf der ehemaligen Mülldeponie angehäuft haben – auf einer Fläche von etwa neun Fußballfeldern.

Autohaus Schnotz

Die Ablagerung unbehandelter, organischer und biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle wurde 2005 verboten. Damals sei der letzte Mülllaster aufs Gelände gefahren, um etwas zu bringen, statt es abzuholen, erinnert sich Frey. Der Müllberg erhielt eine Abdeckung aus Lehm, Ton und Erdboden. Zuvor wurden Kunststoffdichtungsbahnen, Entwässerungs- und Rekultivierungsschichten eingebaut. Auf einer Teilfläche von knapp einem Hektar wurde mittlerweile eine Photovoltaikanlage mit einer Anlagengröße von 750 kWp installiert.

Doch im Inneren rumort es. Denn die organischen Stoffe „arbeiten“. Die entstehenden Gase werden über rund sieben Kilometer lange Leitungen einer Verbrennungsanlage zugeführt, die am Fuß des Berges vor sich hinrauscht. Das Sickerwasser fließt durch eine 940 Meter lange Sammelleitung in eine Reinigungsanlage. Die stillgelegte Deponie müsse noch jahrzehntelang überwacht werden, hatte Kreiskämmerer Werner Schmidt bei einer öffentlichen Begehung im Sommer 2019 erklärt. Allein die Abdichtung der Deponie kostete den Kreis etwa neun Millionen Euro. Von Beatrice Schnelle

Wegschenken statt wegwerfen

Wertstoff Auf der Plattform „Tausch und Plausch“ können Schätze angeboten werden.

Neben Staubsaugern und Elektrozahnbürsten wartet dieses einst stolze Feuerwehrauto auf sein Ende. Die Metallteile werden entfernt, der rote Kunststoffkörper geschreddert. Foto: Beatrice Schnelle
Neben Staubsaugern und Elektrozahnbürsten wartet dieses einst stolze Feuerwehrauto auf sein Ende. Die Metallteile werden entfernt, der rote Kunststoffkörper geschreddert. Foto: Beatrice Schnelle

Hessental. Viele Gegenstände, die auf dem Hasenbühler Wertstoffhof landen, sind eigentlich noch tadellos in Ordnung. Mitnehmen dürfen sie Privatleute aber nicht. Für solche Dinge gibt es die virtuelle Verschenkbörse „Tausch und Plausch“ des Landratsamts Schwäbisch Hall.

Auf der entsprechenden Internetseite kann jeder seine in die Jahre gekommenen Schätze anbieten und loswerden. Aktuell ist das Portfolio allerdings recht überschaubar. cito