Sonderveröffentlichung

Ortsportrait Hessental Gartenhäuser mit Extras

Bauprojekte; Im Kronegarten sollen acht Häuser mit 98 Wohnungen gebaut werden. Das Interesse am Neubaugebiet im Herzen von Hessental sei jetzt schon riesig, berichten die Bauherren.

Diese Aussicht über den Hessentaler Ortskern auf den Einkorn erwartet die künftigen Bewohner der geplanten Häuser im Kronegarten. Dank lockerer Bebauung sollen die meisten Bäume und der ursprüngliche Charakter der Grünfläche beim ehemaligen Gasthof Krone erhalten bleiben. Foto: privat

4.09.2020

Trotz ihrer eindrucksvollen Größe kann man die Baumwiese hinter dem ehemaligen Gasthof Krone leicht übersehen. Im Süden und Südosten wird sie von Wohnhäusern, Geschäften und TÜV entlang der Haller Straße versteckt, im Norden durch die Lärmschutzwand an der Bühlertalstraße. Auch von der schmalen Wirtsgasse auf der westlichen Seite ist die Dimension des Geländes nicht ersichtlich.
      

Hagelloch Automobile GmbH & Co. KG

Im Kronegarten wurden unzählige Familienfeste gefeiert, Tagungsgäste schnappten in Besprechungspausen frische Luft, Kinder vergnügten sich auf Schaukel, Kletterparcours und dem kleinen Bolzplatz. Bevor seine Familie das Gelände um 1997 im Zuge der Erweiterung der „Krone“ zum Event- und Tagungshotel erworben habe, sei dort die Kuhweide eines Bauernhofs gewesen, erinnert sich Marcus Dürr. Und noch sehr viel früher hätten die Hessentaler hier, bei Gasthof und Kirche, ihre Dorffeste gefeiert.

Betreutes Wohnen

Die traditionsreichen Gebäude der „Krone“ gehören seit 2017 der Berliner Senioren-Wohnen-Holding GmbH. Der Pflegedienstleister Advita bietet in den aufwändig umgestalteten Räumlichkeiten betreutes Wohnen in luxuriösem Ambiente an und betreibt zudem die öffentliche Gaststätte weiter. Der romantische Garten blieb im Besitz der Hotelier-Familie Dürr.

Nun startet das ebenfalls in Hessental ansässige Wohnbauunternehmen Röwisch, zu dessen Führungsriege Marcus Dürr gehört, auf dem Gelände ein ganz besonders Bauvorhaben. „Ich habe eine sehr emotionale Verbindung zu dem Garten, in dem ich als Kind gespielt habe“, gesteht der 46-jährige Familienvater. Darum sei es ihm wichtig, den ursprünglichen Charakter des Kronegartens so weit wie möglich zu erhalten. Rund 70 Prozent der etwa 9000 Quadratmeter umfassenden Grünfläche mit ihren vielen Obstbäumen sollen rund um acht Wohnhäuser mit insgesamt 98 Eigentumswohnungen und einem kleinen Gemeinschaftsgebäude bestehen bleiben.

Mit großzügigen Abständen zwischen den einzelnen Gebäuden wolle Röwisch einen Kontrapunkt zum stark verdichteten Baukonzept auf dem nahen Sonnenrain setzen. Die Erdgeschosswohnungen erhalten private Gartenanteile direkt vor der Terrassentür; für die Bewohner der oberen Stockwerke sind Hochbeete auf dem Gelände verfügbar. Autos verschwinden in der gemeinsamen Tiefgarage.

„Die Wohnungen eignen sich für junge Familien ebenso wie für Senioren, die das eigene Haus gegen etwas Kompakteres tauschen wollen“, beschreibt Manuel Rößler, Röwisch-Geschäftsführer und -Gesellschafter, die Zielgruppen. Für ältere Menschen könne die Nähe zu Advita bedeutsam werden: „Sie haben die Möglichkeit, die Infrastruktur des Pflegedienstleisters je nach Bedarf in Teilen oder komplett in Anspruch zu nehmen, und zwar auf völlig freiwilliger Basis.“ Eine Grundgebühr für das Vorhalten der Leistungen, wie sie in den betreuten Advita-Wohnungen erhoben wird, falle für sie nicht an. Ungeachtet der lockeren Bebauung würden die Quadratmeterpreise die 4000 Euro voraussichtlich nicht wesentlich überschreiten.

Satteldächer für die Häuser

Um die architektonische Angleichung an die Umgebung zu erreichen, werden die acht Häuser im Kronegarten auf Wunsch des Schwäbisch Haller Stadtplanungsamtes Satteldächer tragen. Hundertprozentig glücklich sind die Bauherren damit nicht. Sie stehen jetzt vor der Herausforderung, auch in den Maisonette-Wohnungen, die auf diese Weise zwangsläufig entstehen, Barrierefreiheit zu gewährleisten. Doch hierfür gebe es durchaus praktikable Lösungen, versprechen Rößler und Dürr. Große Dachterrassen mit freiem Blick über Hessental und auf den Einkorn werden den Wohnungen unterm Dach einen ganz eigenen Reiz verleihen. Auf der Sonnenseite leben die künftigen Kronengarten-Bewohner alle: Das Gelände fällt idealerweise Richtung Südwesten leicht ab.

Obwohl der Vertrieb erst im Herbst starten solle, könnte sich Röwisch jetzt schon vor Kaufinteressenten kaum retten, berichtet Manuel Rößler. Sein Eindruck: „Die Menschen möchten gerne inmitten der gewachsenen Struktur des Hessentaler Zentrums leben.“ Solche Standorte seien heutzutage selten. Mit den Bauarbeiten könne voraussichtlich im Winter begonnen werden. Von Beatrice Schnelle
        

Das Advita-Angebot wird erweitert

Mindestens 450 Jahre war die „Krone“ in Hessental im Besitz der Haller Hotelierfamilie Dürr. 1996 hatte Thomas Dürr die Leitung des Hotels in vierter Generation übernommen. Nach seinem plötzlichen Tod 2015 entschied sich die Familie zum Verkauf des Traditionshauses. Nach dem umfangreichen Umbau des sogenannten „Gartentrakts“ eröffnete dort im Mai 2018 das Advita-Haus. Es gehört zur Spezialität der Senioren-wohnen-Holding GmbH, die für die Advita Pflegedienst GmbH als Bauherr und Vermieter auftritt, bestehende Gebäude in urbaner Lage zu Betreuten Wohnanlagen umzuwidmen.

An 35 Standorten hat die Unternehmensgruppe alte Schulhäuser oder Postgebäude für ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf ausgebaut. Die 46 Advita-Wohnungen in Hessental sind belegt. Derzeit wird das Angebot mit dem Neubau zweier Häuser an der Wirtsgasse sowie einer Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte erweitert. Den Gasthof im Stammhaus aus dem 16. Jahrhundert führt eine Betreibergesellschaft. Im Guthof-Stüble, Nefflenzimmer und Barocksaal kann immer noch gegessen werden. Für Übernachtungsgäste stehen sieben Einzel- und acht Doppelzimmer bereit. Zudem übernimmt die Kronen-Küche das Catering. cito