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Rallye Zeitung Mit großem Engagement zum Ziel

Gehen Frauen mit kleiner Rente in den Ruhestand, kommen sie schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Das Zonta-Projekt „Stark für Frauen“ soll helfen. Symbolfoto: pololia - fotolia.com

Spendenfonds: „Stark für Frauen“ ist das erste eigene soziale Projekt des Förderkreises Zonta Schwäbisch Hall. Ziel ist es, benachteiligte Frauen nach der Erwerbsphase finanziell zu unterstützen.

Von Corinna Janßen

Die Einkünfte reichen nicht bis zum Monatsende? Für viele alleinstehende Frauen ist das heute die bittere Realität mit Eintritt in den Ruhestand. Kein Kaffee und Kuchen, kein Kinobesuch, nicht einmal Geschenke für die Enkel sind mehr drin. „Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner hat so stark zugelegt wie in keiner anderen Bevölkerungsgruppe“, sagte vor kurzem Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Mittlerweile sind laut Statistischem Bundesamt 16,9 Prozent der Rentnerinnen von Armut betroffen. Das bedeutet, dass sie weniger als 917 Euro im Monat zur Verfügung haben.


VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG

Ein Zeichen der Nächstenliebe

Mit dem Projekt „Stark für Frauen“ möchten die 28 Mitglieder des Förderkreises Zonta Schwäbisch Hall bedürftigen Frauen nach der Erwerbsphase unter die Arme greifen.

Ein adäquater Partner für das Projekt wurde in der Caritas Heilbronn- Hohenlohe gefunden, die Gelder aus dem Zonta-Spendenfonds an Betroffene unbürokratisch verteilt. „Mit dem Projekt möchten wir bedürftigen Frauen helfen, Not zu lindern, Perspektiven aufzeigen und Chancen für mehr Lebensqualität geben“, betont Maike Keller, Präsidentin des Zonta-Clubs Schwäbisch Hall.

Die Zielgruppe sind Frauen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr. „In Ausnahmefällen auch ab dem 50. Lebensjahr“, so Keller. Hilfen können in den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Mobilität oder Teilhabe gewährt werden. Beispielsweise ist eine Zuzahlung bei einer Lese- oder Gehhilfe möglich. Auch bei steigenden Mieten oder Nebenkosten kommt bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen ein Zuschuss in Frage. „Die Unterstützung kann im Einzelfall bis zu 200 Euro betragen“, informiert die Zonta-Präsidentin.

Verbände helfen gerne

Um an die Zuwendung zu kommen, hat die Bedürftige einen Antrag auszufüllen, bei dem die Mitarbeiter der Caritas gerne behilflich sind. „Anträge sind aber auch bei allen Wohlfahrtsverbänden wie AWO oder Diakonie erhältlich“, so Maike Keller.

Sollten die Voraussetzungen für eine Unterstützung mal nicht erfüllt sein, wird gerne geprüft, ob weitere Möglichkeiten bezüglich des Anliegens bestehen.

„Wir möchten Frauen ermutigen, mit der Caritas Kontakt aufzunehmen. Niemand muss sich bei uns schämen“, betont die Zonta-Präsidentin.

Info Für Betroffene zuständig ist Jürgen Vogel, Am Säumarkt 2, 74523 Schwäbisch Hall, Telefon 0791/4994551 oder 0176/18980925, E-Mail vogel.j@caritas-heilbronn-hohenlohe.de


Gelebte Solidarität für Schwächere

Der Zonta-Club Schwäbisch Hall unterstützt mehrere lokale und regionale Projekte oder Einrichtungen einmalig oder längerfristig.

Die Schwäbisch Haller Zontians bei ihrer Kino-Benefizmatinee, bei der fleißig Spenden gesammelt wurden. Foto: privat
Die Schwäbisch Haller Zontians bei ihrer Kino-Benefizmatinee, bei der fleißig Spenden gesammelt wurden. Foto: privat

Neben dem Spendenfonds „Stark für Frauen“ hat der Zonta-Club Schwäbisch Hall noch zahlreiche weitere Projekte. Ob beispielsweise Frauenwirtschaftstage, Frauenhaus, Sprachkurse für Migrantinnen oder Seniorinnen-Besuchsdienste – die 28 Mitglieder des Frauen-Service-Clubs sind das ganze Jahr hindurch ehrenamtlich tätig, um Spenden zu sammeln und diese sinnvoll zu verteilen.

„Wir setzen uns auch für internationale Projekte wie beispielsweise Verhinderung von Kinderehen in zwölf Ländern ein“, betont Maike Keller, Präsidentin des Zonta-Clubs Schwäbisch Hall. Bis heute seien durch das Zonta-Projekt „Schluss mit Kindehen“ mehr als eine Million Mädchen erreicht worden. „Sie erlernten Alltagskompetenzen und erhielten Förderungen zum Schulbesuch“, berichtet Maike Keller erfreut. Der Hintergrund für das Bestreben der Zontians: Weltweit wurden bis heute fast 650 Millionen Frauen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet und 280 Millionen weitere Mädchen laufen Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden. „Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, wird die Zahl der Mädchen und Frauen, die als Kinder verheiratet wurden, im Jahr 2030 fast eine Milliarde erreichen“, so die Hallerin. Mit konkreten Maßnahmen und der Zusammenarbeit mit Regierungen und der Zivilgesellschaft steuert Zonta diesem Trend entgegen.

Ein integriertes Bildungsprogramm für heranwachsende Mädchen findet derzeit in Madagaskar statt. Es heißt „Lasst uns lernen“. Auch hier fließen Spendengelder aus Schwäbisch Hall. Selbst ein Programm zur Traumabewältigung und zur Förderung der Selbstständigkeit syrischer Flüchtlingsfrauen und gefährdeter Jordanierinnen ist auf der Zonta-Agenda zu finden.

„Es tut jedem von uns Zontians gut, einen wichtigen Beitrag für benachteiligte Mädchen und Frauen zu leisten“, betont Maike Keller. coja

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