Sonderveröffentlichung

Punkt-Genau-Seminare Beziehungsprozesse mit Menschen gestalten

Seit 20 Jahren bieten die Punkt-Genau-Seminare in Braunsbach-Geislingen eine einjährige Ausbildung zum Systemischen Berater an. Start einer neuen Gruppe ist am 15. Mai mit den Dozenten Joachim Armbrust und Sandra Rose.

Die Diplom-Sozialpädagogen Sandra Rose und Joachim Armbrust leiten die Ausbildung zum Systemischen Berater.  Foto: Archiv/Corinna Janßen

6.04.2020

Interessierten, die sich berufen fühlen, einzelne Menschen oder auch Gruppen in verschiedenen Situationen bei der Lösungsfindung für Probleme, bei der Bewältigung von Krisen oder beim Fällen von wichtigen Entscheidungen zu unterstützen, haben ab 15. Mai die Möglichkeit, sich bei Punkt-Genau-Seminare in Braunsbach-Geislingen zum Systemischen Berater ausbilden zu lassen. Seit 20 Jahren bietet Diplom-Sozialpädagoge Joachim Armbrust diese einjährige Ausbildung an. Ihm zur Seite steht seine Partnerin Sandra Rose, ebenfalls Diplom-Sozialpädagogin. „Unser Anliegen ist es, den Teilnehmer in einem angenehmen, inspirierenden und offenen Rahmen die nötigen Beratungswerkzeuge zu vermitteln“, sagt Joachim Armbrust und Sandra Rose fügt an: „Es ist ein Herzensanliegen von uns, ein Stück Heimatort für die Teilnehmer zu schaffen.“ Durch ihre langjährige Erfahrung wissen die Dozenten, dass innerhalb der Ausbildungsgruppen eine große Verbundenheit entsteht. „Die Teilnehmer dürfen sich hier mit ihren Licht- und Schattenseiten zeigen“, so der Sozialpädagoge. Sich mit dem Schatten auseinanderzusetzen und ihn integrieren zu lernen, sei wichtig, um professionell arbeiten zu können.

Sandra Rose & Joachim Armbrust

Was sich hinter dem Begriff Systemische Beratung verbirgt, erklärt Armbrust umfassend so: „Wenn wir jetzt im April durch den aufknospenden Frühling gehen, können wir entdecken, dass alles Lebendige sich auffalten und entfalten will.“ Jedes einzelne Wesen habe diesen zugrundeliegenden Ur-Willen. Die Bedingungen, beispielsweise Frost, Regen oder erneuter Kälteeinbruch, würden sich dabei immer wieder verändern und hätten Einfluss auf die Entwicklung. Das betreffe auch die Menschen. „Manchmal müssen wir uns nach Erlebnissen einkapseln, aus der Tiefe neue Einsichten schöpfen, ehe sich unser Weg zurück ins aktive Gestalten nach Außen wieder einschalten kann“, beschreibt Sandra Rose. Auch die Menschen hätten ureigene Rhythmen, Lebens-Bewegungen, Lebensabschnitte, Lebensabschnittsthemen. Vieles davon sei genetisch verankert und ließe sich bei genauerer Betrachtung auf die Vorfahren zurückführen. „Aus unserer Sicht ist es hilfreich für uns, wenn wir diese Menschen ehren, achten und wertschätzen können, mit ihren Lebensversuchen, mit ihren Lösungsversuchen, mit ihrem Ringen darum, Leben erfüllt und liebend zu bestehen“, betont Armbrust. Sie würden mit ihren Geschichten, mit Lebenserfahrungen, mit Verbindungen und Beziehungserfahrungen, mit ihren Krisen, mit den sie einholenden Fragestellungen und deren Antworten, die sie darauf jeweils individuell finden mussten oder durften, den Urgrund des Ausgangspunktes bilden.

„Natürlich haben unsere Väter und Mütter, unsere Großväter und Großmütter, uns ihre Muster, ihre abrufbaren Handlungskonzepte weitergegeben, die für die eine Situation vielleicht hilfreich waren und in der anderen Situation vielleicht gar nicht dienten. So sind wir aufgerufen, an diesen Lebensantworten weiterzuarbeiten, mit ihnen zu modellieren, sie schöpferisch zu erweitern, sie in neue Lebensantworten hinein zu transferieren“, so der Geislinger.
   


Die Teilnehmer dürfen sich hier mit ihren Licht- und Schattenseiten zeigen.

Joachim Armbrust
Diplom-Sozialpädagoge



In der einjährigen Ausbildung zum Systemischen Berater lerne sich die Gruppe als Gemeinschaft verstehen, die in einer Art Forschungslabor, in experimentellen Räumen des Neu-Erprobens, miteinander um Identität, Lebenssinn und Handwerkszeug ringt.

„Systemisch handeln heißt, zu wissen, dass Dinge miteinander zusammenhängen. Dass ein strenges Eltern-Ich, ein angepasstes oder braves Kind-Ich auf den Plan bringt, der Beziehungsmodelle zwischen Macht und Ohnmacht nahelegt und der mir Glauben macht, dass ich nur auf der einen oder anderen Seite stehen kann. Wir lernen in dieser Arbeit einen neuen Weg der gegenseitigen Wertschätzung, des Mitgefühls, des In-Resonanz-Gehens kennen, der uns über bekannte Muster hinausführt und uns erfahren lässt, wie wir bekannte Denk- und Fühlstrukturen in erfüllter Weise überschreiten können“, so Armbrust.

Zur Ausbildung gehört die Genogramm-Arbeit, sich in Verbindung mit seinen Vorfahren und mit den erzählten Geschichten derselben in Verbindung zu bringen, seine eigene Biografie, sein Gewordensein fühlend zu reflektieren, erfahrene Trauer und Scham, Freude und Neugierde, Vergeblichkeit und Angst nachzuerleben, mit sich in Verbindung zu bringen und mit dem Segen der Vorfahren weiter zu entwickeln in neue entwicklungsförderliche Aufbruchsräume zu transzendieren. „Wir begleiten uns in unseren Prozessen und unterstützen uns, alte Muster zu überwachsen, wir ermutigen, uns und unserer Wahrheit ins Gesicht zu sehen und sie als Ausgangspunkt für unser Weitergehen zu installieren“, sagt Sandra Rose. „Wir arbeiten daran, eine Art inneren Kompass oder eine Art Lotse in uns zu entwickeln, der uns instinktiv und sicher, wie auch intuitiv, die für uns möglichen, neuen Wege zeigt und uns die Kraft und die Fähigkeiten dafür zuwachsen lässt, dass wir diesen Aufbruch zum ,Wesen’ das sich unmittelbar selbst entdeckt und erfindet und dabei auch immer wieder neu erfährt, bestehen und gestalten können.“

In diesem Sinne würde ein Aufwachen stattfinden, das über das bereits Vorhandene hinausführt und jedem hilft, sich selbst neu zu entdecken – mit neuen Möglichkeitsräumen, neuer Strategievielfalt, klarerer Haltung sich selbst und den Anderen gegenüber. „Wir arbeiten mit der ganzen Vielfalt systemischer Beratungs-Werkzeuge, wir initiieren neue Lernerfahrungen in den Prozessräumen der Aufstellungsarbeit. Dabei lernen wir uns immer mehr diesen inneren, sinnstiftenden Such-Bewegungen und -prozessen anzuvertrauen und uns von ihnen führen zu lassen“, beschreibt Joachim Armbrust.

Die nächste einjährige Ausbildung zum Systemischen Berater beginnt am Wochenende 15. bis 17. Mai. Veranstaltungsort ist das alte Schulhaus in Braunsbach-Geislingen. Sie beinhaltet auch das Familienaufstellen. Die Kosten für die sechs Module à zweieinhalb Tage belaufen sich auf 1800 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Eine Ratenzahlung ist möglich. pm

Info Nähere Einzelheiten zur Anmeldung und zu den Ausbildungskonzepten können Interessierte unter www.punkt-genau-seminare.de/ausbildung/abfragen.

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