Sonderveröffentlichung

Belschner Schwäbisch Hall Starthilfe für eine erfolgreiche Zukunft

Der Flüchtling Mohammad Rostami wird bei der Firma Belschner zum Maler und Lackierer ausgebildet. Der 21-Jährige hat über das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg zum Betrieb gefunden.

Fühlt sich im Unternehmen und in Schwäbisch Hall sehr wohl: Mohammad Rostami. Vor drei Jahren floh er von Afghanistan nach Deutschland. Foto: Hannah Pompalla

19.10.2020

Vor gut drei Jahren hätte Mohammad Rostami noch nicht ahnen können, dass es ihn einmal in die Kleinstadt Schwäbisch Hall verschlagen würde. Ganz alleine, ohne die Begleitung jeglicher Familienmitglieder, floh er mit 17 Jahren vor dem Krieg aus Afghanistan nach München. Dann ging alles ganz schnell: Von der bayerischen Landeshauptstadt aus wurden er und ein Freund an das Waldenburger Albert-Schweitzer- Kinderdorf vermittelt. „Die Betreuer haben uns sehr geholfen, vor allem mit den Papieren“, sagt der Asylbewerber. Er plante, Maler und Lackierer zu werden. Die Suche nach einem Ausbildungsplatz blieb aber zunächst erfolglos.

Doch er hatte Glück: Ein Mitarbeiter des Kinderdorfes erzählte Malermeister Achim Belschner von seiner Geschichte. Der Geschäftsführer der Firma Belschner ist schließlich bekannt dafür, Menschen mit ausländischen Wurzeln eine Chance zu geben. „Er kam dann auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich bei ihm ein dreiwöchiges Praktikum machen möchte. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt“, betont Mohammad.
    

Der junge Mann machte sich gut und zeigte sich sehr interessiert, also bot ihm der Chef eine Ausbildung an. Auch hier musste der Afghane nicht lange überlegen. Das erste Jahr verbrachte Mohammad ausschließlich an der Gewerblichen Schule in Hall. Nun steht er seit September 2018 jeden Tag auf der Baustelle, wenn er nicht gerade einmal in der Woche die Berufsschule besucht. In dem Betrieb lernt er das Handwerk durch seine erfahrenen Kollegen von der Pike auf.

„Mir gefällt es, dass wir immer sehr viel Abwechslung haben. Wir sind zum Beispiel für zwei bis drei Wochen oder einen Monat an einem Ort, und dann geht es weiter“, berichtet der Auszubildende. In der Branche fühle er sich somit gut aufgehoben. Das Streichen und Tapezieren bereite ihm sehr viel Freude.

Das Team habe ihn von Anfang an offen aufgenommen. „Der Zusammenhalt ist sehr groß. Es werden außerdem auch mal Späße gemacht, das finde ich toll“, sagt er. Mohammad ist jetzt im dritten Lehrjahr und einer von derzeit vier Auszubildenden. Er habe sich gut eingelebt. Mittlerweile wohnt er mit seinem Freund, den er noch aus München kennt, und einem weiteren Landsmann in einer WG. „Ich fühle mich in Deutschland, vor allem in Schwäbisch Hall, sehr wohl“, sagt der 21-Jährige. „Die Menschen sind sehr offen, herzlich und freundlich. Es ist sehr ruhig und man muss keine Angst haben.“


"Der Zusammenhalt ist sehr groß und es werden auch mal Späße gemacht, das finde ich toll."

Mohammad Rostami, Auszubildender


Kontakt zur Familie

Mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern stehe er zwar noch in Kontakt. Seine Familie werde aber wohl nicht zu ihm nach Deutschland kommen. „Meine Mutter kann nicht lesen und schreiben. Daher hätte sie es hier nicht leicht“, erklärt Mohammad. Obwohl er selbst schon recht gut Deutsch spricht, habe auch er noch Schwierigkeiten mit der Sprache. „Das wird wahrscheinlich bei der Abschlussprüfung meine größte Herausforderung sein“, sagt der Azubi.

Aber er sei fest entschlossen, seine Ausbildung im August nächsten Jahres erfolgreich abzuschließen. „Ich möchte unbedingt meinen Gesellen machen und danach in dem Beruf weiterarbeiten“, betont er. Wenn Mohammad dann noch einen positiven Bescheid im laufenden Asylbewerberverfahren bekommt, steht seinen Zukunftsplänen nichts mehr im Wege. Hannah Pompalla