Sonderveröffentlichung

Ortsporträt Tüngental „Jetzt packen wir’s an“

Ortsentwicklung: Werner Philipp ist Ortsvorsteher von Tüngental. Im Interview spricht er über anstehende Projekte und warum er gerne dort wohnt.

Dr. Werner Philipp ist seit Oktober 2017 Ortsvorsteher von Tüngental. Foto: Ufuk Arslan

30.03.2020

Dr. Werner Philipp ist im circa drei Kilometer entfernten Ort Bühlerzimmern aufgewachsen. Seit Oktober 2017 ist er nun Ortsvorsteher von Tüngental und den Ortsteilen. 

Wie arbeitet es sich als Ortsvorsteher in Zeiten der Corona-Krise?

Werner Philipp: Bis zur vergangenen Woche habe ich noch die Sprechstunde abgehalten, zu der aber schon niemand mehr kam. Momentan findet keine offizielle Sprechstunde statt. Ich bin aber weiterhin für die Bürger Tüngentals erreichbar. Nicht nur am Sprechstundentag, sondern auch telefonisch und per E-Mail. Sie erhalten auch immer eine Antwort von mir. Ich bin den Einwohnern auch dankbar für das Verständnis, das sie der Situation entgegenbringen und auch die Anweisungen der Behörden befolgen.

Was wird in nächster Zeit in Tüngental getan werden?

Jetzt packen wir’s an. In diesem Jahr wird einiges geschehen, das die Bürger erfreut, aber auch beeinträchtigen wird.
    

Und was genau?

Was schon seit Jahren ansteht, ist die Sanierung unserer Ortsdurchfahrt von Altenhausen nach Matheshörlebach. Es muss dafür die ganze Straße aufgerissen werden. Wasser-, Gas- und Abwasserleitungen müssen möglicherweise neu verlegt werden. Auch ein Regenwasserkanal wird eingebaut. Das ist auch die Chance für schnelleres Internet. Es wird ein Glasfaserkabel verlegt.

Wie viele Bauabschnitte wird es geben?

Voraussichtlich vier. Immer wieder wird ein Stück gemacht, damit die Anwohner auch weiterhin Zufahrt haben. Derzeit ist geplant, mit dem ersten Bauabschnitt am 1. Juli zu beginnen. Dieser wird von der Oststraße bis zur Otterbacher Straße gehen.

Wie lang wird die Sanierung dauern?

Voraussichtlich ein bis zwei Jahre.

Wie sieht es mit Neubaugebieten aus? Was ist da geplant?

Ein größeres Baugebiet ist in Tüngental Nord in Angrenzung an die Langwiesen schon länger in der Pipeline. Bis Anfang des Jahres waren noch Grundstücksverhandlungen im Gange, die nun abgeschlossen sind. Das andere Baugebiet ist in der Altenhausener Straße Südwest in Richtung Altenhausen. Dort ist der Verkauf auch in trockenen Tüchern. Gebaut werden kann aber wohl frühestens 2022.
  

Die Turnhalle soll saniert werden. Wie sieht es diesbezüglich aus?

Im vergangenen Jahr wurde in der Turnhalle ein neuer Hallenboden eingebaut. Im Argen liegt aber vor allem die Be- und Entlüftungsanlage. Gerade bei Gesangsveranstaltungen stören die lauten Geräusche der Lüftung. Das soll angegangen werden.

Welche Projekte möchten Sie für die Ortsteile in Angriff nehmen?

Ebenfalls den Ausbau von Glasfaserkabeln, die in 2020 verlegt werden sollen. Ein Punkt ist beispielsweise auch der Gemeindeverbindungsweg von Altenhausen nach Veinau. Auch dort gibt es viele Schlaglöcher. In Otterbach geht ein asphaltierter Weg zum Bach hin, der komplett saniert werden müsste. Da müssten wir mal rangehen.

Feldwege sind ja auch immer wieder ein Thema ...

In Tüngental und den Ortsteilen haben wir die desolatesten Schotterwege Ende 2019 so weit wieder auf Vordermann gebracht. Bei Weitem nicht alle. Die größten Schlaglöcher sind mal beseitigt. Aber zwei Drittel der Wege müssen in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden.

In den vergangenen Jahren war ein Dorfgemeinschaftshaus immer wieder Thema. Wirklich was getan hat sich da ja nicht ...

Wir haben bereits Skizzen für die neue Schule, in der noch die Kindertageseinrichtung beherbergt ist. Im letzten Jahr habe ich zusammen mit Ortschaftsräten 15 Dorfgemeinschaftshäuser in der Umgebung besucht und Inspiration geholt. Da waren wir eigentlich schon ganz zuversichtlich. Es hätte 2021 kommen sollen. Das ist aber eine Utopie. Möglicherweise steht vorher noch der Umbau beziehungsweise die Erweiterung des Kindergartens für 2023/24 an. Das Thema Dorfgemeinschaftshaus zieht sich noch in die Länge. Obwohl es dringend notwendig wäre. Auch für die Sitzungen des Ortschaftsrates.

Was wird zeitlich als Nächstes angepackt werden?

Die Sanierung der Gehwege am Friedhof. Das ist auch schon Jahre ein Thema. Bestimmte Gehwege sollen zunächst partiell erneuert werden. Das soll eigentlich noch im Frühjahr 2020 in Angriff genommen werden. Das liegt der Bürgerschaft in Tüngental auch sehr am Herzen.

Wie sieht es generell mit der Entwicklung von Tüngental aus?

Da wäre vor allem der Punkt Innenentwicklung, der eine Aufgabe für die nächsten fünf bis zehn Jahre ist. Da geht es unter anderem um die Frage, wo Flächen zum Nachverdichten sind. Aber auch, ob es möglich ist, beispielsweise wieder ein kleines Bäckereifachgeschäft im Ort anzusiedeln. Auch ein Mehrgenerationenhaus oder ein Altersheim wäre in diesem Zusammenhang denkbar.

Was macht Tüngental für Sie besonders?

Es gibt eine gute Dorfgemeinschaft. Die Vereine sind sehr aktiv. Sei es der SV Tüngental, der Dorfgemeinschaftsverein oder der Liederkranz. Der dörfliche Charakter, den Tüngental hat, mit schönen Gebäuden und viele Grünflächen machen es auch aus. Es ist idyllisch. Und auch die Raiffeisenbank Tüngental ist so gesehen einzigartig. Es gefällt mir einfach sehr, in Tüngental zu wohnen.  Von Kerstin Vlcek


Foto: ars
Foto: ars

Hilfe für die Nachbarn

Der Tüngentaler Pfarrer Gerhard Cieslik wollte schon lange vor der Corona- Krise das Gemeinschaftsprojekt „Nachbarschaftshilfe“ ins Leben rufen. Nun sei es brandaktuell, sagt Cieslik. Er betont, dass das Angebot für alle Bürger gilt, nicht nur die Kirchengemeindemitglieder. „Schon jetzt melden sich Bürger bei mir, die Einkaufshilfen oder Fahrdienste anbieten möchten.“ Es wird dafür eine zentrale Telefonnummer geben, die via Flyer an die Haushalte verteilt, auf kirche-tuengental.de veröffentlicht und in Whatsappgruppen geteilt wird, sagt Cieslik. kv

Daten und Fakten zu Tüngental

Haller Teilort hat 1504 Einwohner

Fläche Tüngental: 1561 Hektar; Gesamtfläche der Stadt Schwäbisch Hall zum Vergleich: 10 418 Hektar.

Einwohnerzahl Tüngental gesamt 1504. Davon:
• Ortskern Tüngental 388
• Schönäckersiedlung 324
• Brunnenwiesen 437
• Veinau 146
• Otterbach 70
• Altenhausen 50
• Ramsbach 54
• Wolpertsdorf 35

Infrastruktur
• Tageseinrichtung für Kinder (städtisch)
• evangelische Kirche mit Gemeindezentrum
• Turnhalle
• zwei Sportplätze
• zwei Tennisplätze
• eigenständige Bank (Raiffeisenbank Tüngental eG)
• Büro des Ortsvorstehers

Gaststätten
• Seestüble
• Landgasthof Rössle in Veinau
• Gaststätte Hufeisen (öffnet je nach aktueller Situation bezüglich des Coronavirus voraussichtlich im Mai)

Vereine
• SV Tüngental
• Landfrauenverein
• Männergesangverein Liederkranz
• Faschingsklub
• Dorfgemeinschaft
• Posaunenchor
• Freundeskreis Asyl
• Verein für Diakonie und Seelsorge

Ortschaftsrat
• Ortsvorsteher Dr. Werner Philipp
• Jutta Bochterle, Domenic Dambach, Walter Gronbach, Dieter Hirschbach, Manfred Ruchozki, Katja Schierle, Hartmut Schweizer, Markus Siegel, Hartmut Weiblen sowie Michael Wurst.

Kirche Evangelischer Pfarrer seit 1. April 2018: Gerhard Cieslik. Die Gemeinde zählt circa 900 Gemeindeglieder.
   

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