Widmann Malerwerkstätten Alte Handwerkstugenden und neue Techniken

Die Geschäftsführer Marc und Wilhelm Widmann sowie Andreas Konradi (von rechts) blicken auf erfolgreiche Jahre zurück. Fotos: privat
Die Geschäftsführer Marc und Wilhelm Widmann sowie Andreas Konradi (von rechts) blicken auf erfolgreiche Jahre zurück. Fotos: privat
19.12.2018

Vor 50 Jahren wurden die Widmann Malerwerkstätten gegründet. Das jüngst verliehene Qualitätssiegel „Top-Ausbildungsbetrieb“ wirkt wie ein passendes Jubiläumsgeschenk und soll zugleich ein Signal für die Zukunft sein.

Von Maya Peters 

Wir verschönern die Welt“, umschreibt Marc Widmann das Handwerk des Familienbetriebs lächelnd. Vor 50 Jahren hat sein Vater Wilhelm Widmann die Rosengartener Firma Gronbach übernommen und seit 1968 zunächst als Malerbetrieb Gronbach-Widmann mit rund zehn Mitarbeitern weitergeführt.

Die Anfangszeit: Wilhelm Widmann (rechts) als Lehrling.
Die Anfangszeit: Wilhelm Widmann (rechts) als Lehrling.
Vom Kleinbetrieb zur Gruppe

„Unser Gewerk ist herausfordernd“, weiß Marc Widmann, einer der drei Geschäftsführer der mittlerweile 180 Mitarbeiter starken Gruppe. Doch es sei schön, wenn man nach dem Termindruck und der Anstrengung seine Arbeit bewundern könne. In Schwäbisch Hall beispielsweise gehörten eindrucksvolle Häuser am Kocher oder am Marktplatz, welche samt Putzkissen, Fachwerk, goldener Figuren und historische Schilder wie Bemalungen saniert wurden, ebenso dazu, wie die Tourist Information, Kindergärten, das Polizeigebäude, Arztpraxen oder Hotels.

Eigentlich habe sein 1943 in Stuttgart geborener Vater Metzger werden sollen, der Großvater war Viehhändler. Doch nach drei Monaten wechselte er die Lehre und wurde lieber Maler, erzählt Marc Widmann die Lebensgeschichte seines Vaters. Dieser findet Mitte der 1960er Jahre eine Anstellung als Meister bei Maler Gronbach und übernimmt schließlich den Betrieb. Zu den langjährigen Mitarbeitern gehören Dieter Vogelmann und Anton Malsam. „Das waren die, die unsere Firma mit groß gemacht haben“, schildert der 38-Jährige.

Handwerkskammer Heilbronn-Franken

1976 zieht das Unternehmen in einen Neubau in der Haller Schmollerstraße, doch schon bald geht der Platz aus. Neue Heimat wird das Gebäude eines Saunaherstellers an der Raiffeisenstraße, hier ist auch heute der Hauptsitz der Widmann GmbH & Co. KG.

Zu Maler- und Lackieraufträgen von Privathaushalten oder Architekten kamen viele Einsätze in Kasernen. Seit damals zählt auch ein großer Sportwagenhersteller zum Kundenstamm. 1985 wird deshalb die Zweigniederlassung in Stuttgart gegründet. Nach der Wiedervereinigung sind die Tochterunternehmen „Growi Bau“ und „Growi Heizung und Sanitär“ in der Region und den neuen Bundesländern erfolgreich. Nur letztere Sparte wird heute noch geführt.

1992 wird die Firma Maler Lörsch aus Ulm Teil der „Widmann-Familie“. Sie ist die erste übernommene Niederlassung, darauf folgen Senden, Sonthofen und Aichach. Bei den regional erfolgreichen Malergeschäften gab es keine Nachfolger aus der Familie. „Wir behalten die Namen und Firmenfarben bei und passen unsere Streifen und Typografie an“, erklärt Marc Widmann das Konzept. Zwar würden bestimmte Bereiche – wie die Lohnbuchhaltung – zentralisiert, aber die Belegschaft der Niederlassungen werde voll übernommen.

Larissa Blank und Steffen Blau mit der „Goldenen Malerbürste“.
Larissa Blank und Steffen Blau mit der „Goldenen Malerbürste“.
Chancen im goldenen Handwerk

Passend zum Jubiläumsjahr hat sich Widmann erfolgreich um das Qualitätssiegel „Top Ausbildungsbetrieb“ bei der Handwerkskammer beworben. Derzeit habe man 24 Auszubildende. „Doch es könnten gerne mehr sein“, lädt Marc Widmann weitere Interessenten ein. Auch Frauen sind bei Widmann stark: So besuche eine der Facharbeiterinnen, einst Innungsbeste, demnächst die Meisterschule. „Das freut uns sehr“, meint Marc Widmann und dankt Ausbildungsleiter Michael Mende für dessen Einsatz. Der kann auf eine Widmannsche Erfolgsserie zurückblicken. Anna- Kathrin Ringer wurde 2018 Innungsbeste, ebenso wie 2016 Steffen Blau und 2017 Larissa Blank.

„Warum nach den Sternen greifen, wo doch Handwerk goldenen Boden hat?“, wirbt Widmann für den aktuell krisensicheren Beruf. Man sei auch so erfolgreich, da die Azubis auf ihre breiten Erfahrungen zurückgreifen könnten. Das diesjährige Prüfungsthema sei gewesen: „Umbau eines denkmalgeschützten Kirchenbaus in ein Sternerestaurant“. „Beides gehört zu unseren Aufträgen – das Sternerestaurant und die denkmalgeschützte Kirche“, freut sich Marc Widmann.

Zum Leistungsspektrum im Innenraum zählen das Tapezieren und das Verlegen von Böden, klassische Maler- und Lackierarbeiten oder spezielle dekorative Wandtechniken. Bei den Fassaden sei man vom Wärmedämmverbundsystem bis zur Restaurierung, vom Putz mit Anstrich bis hin zu Beschriftungen dabei. Hoch hinauf gelange man über den firmeneigenen Gerüstbau.

Neben der Sparte Brandschutz gestalte Widmann hochwertige Bodenbeschichtungen, mache Markierungen, restauriere Möbel, Sandsteine oder Fassadenelemente, modelliere Stuck, vergolde Oberflächen, sei im Trockenbau tätig und setze akustische Maßnahmen um. Da Marc Widmann nicht nur Malermeister und Betriebswirt ist, sondern auch Film- und Mediendesign studiert hat, sind seine Steckenpferde innerhalb der Firma die Entwicklung von modernen Dekortechniken und grafisches Raumdesign.

Derzeit sei die Nachfrage im Handwerk groß. „Es war ein echt gutes Jahr“, blickt der Marc Widmann zurück. Das sei aber kein Grund, sich auszuruhen. Er betont: „Wir wollen, dass die Widmann-Gruppe auch weiterhin in Sachen Qualität und Termintreue zu den Besten gehört“. Ganz nach alter Handwerkertugend.

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