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Job-Börse Digital Wie halten Sie es aktuell mit Vorstellungsgesprächen?

Umfrage: Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe setzen auf Abstand und Video-Chat.


19.05.2020
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Macht es derzeit Sinn, sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben? Werden die Unterlagen überhaupt bearbeitet? Wie funktioniert das ohne persönlichen Kontakt? Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Arbeitsleben werfen viele Fragen auf. Wir haben uns umgehört und in Industrieunternehmen und Handwerksbetrieben nachgehakt, wie aktuell Vorstellungsgespräche geführt werden.

Suse Haas, Haas Rollladenservice in Obersontheim:
Wir sorgen beim Bewerbungsgespräch für ausreichend Abstand. Im Vorfeld sprechen wir mit dem Bewerber am Telefon über die Nutzung eines Mund- und Nasenschutzes auf beiden Seiten. Wer sich für die Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker interessiert, sollte sich auf eine Schnupperwoche einstellen. Der potenzielle Auszubildende arbeitet dann mit und begleitet das Team auch zum Kunden. Wir achten dabei auf Handschuhe und Desinfektionsmittel im Fahrzeug sowie auf den nötigen Abstand am Einsatzort.
       

Hauke Hannig, Pressesprecher der EBM-Papst-Gruppe in Mulfingen:
Angehende Azubis oder DH-Studenten werden per Skype interviewt. Ist es nicht anders möglich, wird das persönliche Gespräch in einem großen, gut durchlüfteten Raum mit allen entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Aufgrund der Umstände ist die Zahl der Bewerbungsgespräche reduziert. Für den Start im September 2020 vergibt EBM-Papst nur noch vereinzelte Plätze. Für 2021 ist momentan Bewerbungsstart. Am Standort Mulfingen werden jährlich rund 70 Auszubildende und duale Studenten eingestellt.

Pia Reiser, Öffentlichkeitsarbeit Stadt Schwäbisch Hall:
Bei der Stadt Schwäbisch Hall finden trotz Corona-Krise Vorstellungsgespräche statt. Mit den Auszubildenden, die eingeladen werden, besprechen wir vorab, ob das Vorstellungsgespräch über Video-Chat oder lieber persönlich stattfinden soll. Beide Optionen sind möglich. Einigen wir uns auf den persönlichen Kontakt, findet er in einem größeren Raum statt, damit genügend Abstand gehalten werden kann. Zudem bieten wir dem Bewerber oder der Bewerberin eine Maske an, die er oder sie beim Gespräch aufsetzen kann.
      

Im kommenden Jahr vergibt die Stadt rund 30 Stellen in der Ausbildung. Bei vier Plätzen handelt es sich um ein duales Studium. 2020 gibt es noch ein bis zwei Plätze in der Praxisintegrierten Ausbildung sowie Plätze für das Anerkennungsjahr zum staatlich anerkannten Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin.

Anouk von Hochmeister, Corporate Communications bei Kärcher in Obersontheim:
Alle Vorstellungsgespräche mit Auszubildenden werden bei uns derzeit über ein Videokonferenztool (WebEx) geführt, was reibungslos funktioniert. Geplant ist, ab September 60 neue Ausbildungsstellen zu besetzen. Dazu gehören kaufmännische und gewerblich-technische Berufe sowie kaufmännische und technische duale Studiengänge.
        

Christine Boese, Ausbildungsleiterin VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim:
Unser Auswahlverfahren beginnt üblicherweise mit einem Eignungstest, der bei uns vor Ort stattfindet. Wir haben aber auch die Möglichkeit, diesen online durchzuführen, so dass der Bewerber den Test von einem Ort seiner Wahl und auch zeitlich flexibel absolvieren kann. Diese Variante nutzen wir derzeit ausschließlich, da sie für alle Beteiligten am sichersten ist. Hinterher gibt es im Normalfall ein Assessment Center, das wir in der derzeitigen Situation aber nicht anbieten können und wollen. Wir halten daher individuelle Vorstellungsgespräche ab. Diese werden in einem großen Besprechungsraum mit viel Sicherheitsabstand durchgeführt.
        

Eine weitere Alternative wäre es, die Gespräche via Skype anzubieten. Die jungen Bewerber haben aber oft noch keine Erfahrungen mit Vorstellungsgesprächen, sind daher aufgeregt und verfügen nicht immer über ein geeignetes technisches Endgerät oder einen ungestörten Ort. Daher haben wir uns unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln für ein persönliches Gespräch entschieden, was positiv angenommen wird. Pro Jahr vergeben wir rund 20 Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufen und duale Studiengänge. Aktuell können wir noch einige Bewerbungen berücksichtigen.

Christl Noller, Geschäftsführerin bei Fertighaus Weiss:
Aktuell führen wir den Großteil der Vorstellungsgespräche per Video-Call und Telefon durch. Ist das nicht möglich, wählen wir für den persönlichen Kontakt einen großen Raum, tragen Schutzmasken und halten ungefähr drei Meter Abstand. Die üblichen Betriebsführungen, die Praktika und auch die Einstellungstests entfallen. Bewerbern, die sich über Berufsinhalte informieren möchten, empfehlen wir die von unseren Auszubildenden gedrehten Filme zu den einzelnen Tätigkeiten. Insgesamt bietet Fertighaus Weiss verschiedene handwerkliche und kaufmännische Ausbildungsberufe sowie duale Studiengänge an. Von Claudia Linz
       

Junge Leute auf Entdeckungstour

Die Unternehmen haben sich bei der vergangenen JobBörse wieder einiges ausgedacht, um die Schüler für ihre Branchen zu begeistern. So gab es an den 120 Ständen viel zu sehen und auszuprobieren: Die Firma BTI Befestigungstechnik (unten, Mitte) ließ die Jugendlichen zum Beispiel mit Werkzeugen ihr handwerkliches Geschick testen, das Autohaus Koch baute Fahr-Simulatoren (unten, rechts) auf und Signal-Design erlaubte dem Nachwuchs, ein Auto zu bekleben. Die Azubis der Verpackungsmaschinenbaufirma Breitner servierten Cocktails und die „Brezelkönigin“ Tatjana Mosayer (links) verteilte leckeres Gebäck. Zudem standen Glücksräder bereit. Den jungen Besuchern bot sich dabei stets die Gelegenheit, die Auszubildenden mit Fragen zu löchern. In diesem Jahr muss die beliebte Messe zwar rein digital stattfinden. Doch auch virtuell gibt es viel zu entdecken.

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