Sonderveröffentlichung

TSV Braunsbach 1921 e.V. TSV Vereinsmitglieder: Ganz viel Sport vor Ort in Braunsbach

Seit 100 Jahren bietet der TSV Braunsbach seinen Mitgliedern den passenden Rahmen für die körperliche Ertüchtigung.

Die Vorstandschaft: Dominik Kappel (Fußball), die Doppelspitze Anton Frick und Heiko Dietrich, Katja Müller-Dietrich und Matthias Schwarz (beide Breitensport, von links). Archivfoto

20.09.2021

Der Volksmund weiß: „Sport ist Rostschutz für die eiserne Gesundheit.“ Und er kann noch mehr: Er fördert die Gemeinschaft, stärkt Fairness und Zusammenhalt. Seit 100 Jahren bietet der TSV Braunsbach hierfür den passenden Rahmen. „Gemeinsamer Sport schafft soziale Kontakte und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist der Kitt, der unseren Verein zusammenhält und ausmacht“, bringt es TSV-Vorstand Heiko Dietrich auf den Punkt. Und sein Vorstandskollege Anton Frick ergänzt: „Wir wollen für die Bürger Sport vor Ort ermöglichen und ihnen dazu gute Bedingungen bieten.“ Daher wartet auf die 852 Sportler – darunter 310 Jugendliche unter 18 Jahren – in blau-weißen Vereinsfarben ein vielfältiges Angebot in den drei Hauptabteilungen Fußball, Tennis und Breitensport.

Rückblick In der 100-jährigen Geschichte ist allerhand passiert. Der Verein musste sich immer wieder Widrigkeiten stellen – dazu gehörten vor allem Startschwierigkeiten: Kaum gegründet machten sich nach wenigen Jahren schon die ersten Auflösungserscheinungen bemerkbar. Aber mit vereinten Kräften überwanden die Sportler diese Schwierigkeiten, sodass nun der 100. Geburtstag des Vereins ansteht. Gefeiert werden kann das Jubiläum wegen der Corona-Pandemie leider
nicht. „Das holen wir aber nach“, zeigen sich die Vorstände überzeugt.

Als krisensicher bewährte sich der TSV auch in Hinblick auf Verwüstungen durch Hochwasser. Immer wieder überflutet der Kocher die Spielflächen. Die Sturzflut am 29. Mai 2016 zerstörte dann innerhalb weniger Sekunden das, was zuvor mit viel Schweiß erschaffen wurde. Denn im Jahr 2007 begannen die Planungen eines großzügigen Sportparks. Eben dieser war gerade im Aufbau als die Wassermassen kamen und viele Arbeiten wieder zunichte machten.

Sportpark Aber mit vereinten Kräften haben sich die Sportler quasi wieder aus dem Schlamm gezogen. Heute steht entlang des Kochers eine moderne und gut gepflegte Anlage für die Bewegung an der frischen Luft. „Der Aufbau des Sportparks war eines der wichtigsten Zukunftsprojekte im vergangenen Jahrzehnt“, fasst Dietrich zusammen. Und weiter: „Attraktive Sportstätten sind notwendig, um konkurrieren zu können.“

Der Sportpark besteht aus dem Rasenfußballplatz, zwei kleinen Rasenspielfeldern, dem Kunstrasenplatz und einem Kleinspielfeld. Dazu kommen drei Tennisplätze, eine Weitsprunggrube, die Boccia-Bahn, das Beachvolleyballfeld sowie das Vereinsheim. Ein Spielplatz ist aktuell in Planung. Auch die Burgenlandhalle, die Kultur- und Bürgerhäuser in Steinkirchen, Jungholzhausen und Geislingen sowie das Hallenbad in Kupferzell werden vom TSV genutzt.

Besonderheiten Der Aufbau des Sportparks bedeutete für den Verein nicht nur eine arbeitsintensive Zeit, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Realisiert werden konnte das Projekt dank einer besonderen Idee: Der Verein baute im Teilort Zottishofen zwei Lagerhallen und stattete diese mit Fotovoltaikanlagen aus. Mit dem Ertrag der Sonnenenergie und den Mieteinnahmen für die Lagerflächen zahlt der TSV seither das Darlehen, das für den Kunstrasenplatz aufgenommen wurde, zurück. Auch auf den anderen vereinseigenen Immobilien – dem Vereinsheim, der Tennishütte und dem Geräteschuppen – gibt es Fotovoltaikanlagen.

Eigene Wege geht der Verein auch in Sachen Grünpflege. Beim Rasenmähen, Tiefenlockern und Co. verlassen sich die Sportler nicht etwa auf die Gemeinde. Vielmehr werden alle anfallenden Arbeiten in Eigenregie erledigt. „So können wir die Arbeiten wirklich immer dann erledigen, wenn sie anfallen. Das klappt echt gut“, freut sich Frick. Im Geräteschuppen samt Werkstatt stehen alle Maschinen zur Verfügung, die es zur Grünpflege braucht.

Ausblick Mit seiner guten Infrastruktur ist der Verein für die Zukunft gut gerüstet. Doch einen großen Wunsch haben die TSV-Verantwortlichen noch: „Uns fehlt eine richtige Sporthalle. Die Burgenlandhalle ist zwar schön, aber einfach zu klein. Für viele Sportarten braucht es eigentlich ein ganz anderes Format“, erklärt Heiko Dietrich. Adina Bauer


Die Vereinsgeschichte gleicht einer Berg- und Talfahrt

Auszüge aus der Chronik zeigen: Der TSV hat selbst harte Krisenzeiten gut überwunden und steht mittlerweile gut da.

1921 Gründung eines Fußballvereins im Gasthaus „Sonne“
1924 Nach Wegzug von Spielern Einstellung des Spielbetriebes. Als Kraftsportverein wieder aktiviert.
1926 Gau-Mannschaftsmeister der Ringer
1929 Auflösungserscheinungen
1932 Nach einigen Jahren ohne Sportbetrieb Neugründung der Fußballabteilung.
1939 Mit dem Kriegsausbruch wird der Spielbetrieb eingestellt.
1945 Erste Nachkriegsversammlung im Gasthof Kochendörfer. Aufnahme des Spielbetriebes in der A-Klasse Hohenlohe, Abstieg in die B-Klasse.
1947 Wiederaufsteig in A-Klasse
1950 Erneut Auflösungserscheinungen. Am 30. September Neugründung als Turn- und Sportverein (TSV) und Eintragung ins Vereinsregister
1967 Das Kocherhochwasser schwemmt Erde vom Sportplatz weg. Der Verein zählt 130 Mitglieder.
1969 Der TSV beschließt eine Sportplatzbeleuchtung zu installieren. Wegen immenser Kosten erklärt sich jeder Spieler bereit, monatlich 1 DM beizusteuern.
1971 Das 50-jährige Jubiläum wird mit einem großen Fest gefeiert. Der Verein zählt 230 Mitglieder.
1973 Diskussion über eine Vereinsfahne. Zitat aus dem Sitzungsprotokoll: Obwohl man über den Tagesordnungspunkt „Vereinsfahne“ so unterschiedlicher Meinung war, traten sämtliche Ausschussmitglieder mit eigener Fahne im Morgengrauen den Heimweg vom Gasthaus Baumann in Jungholzhausen an.
1975 Der TSV feiert ein großes Sportfest mit Fahnenweihe. Sie wurde von Spendengeldern der Mitglieder finanziert.
1978 Neubau eines Sportplatzes in Jungholzhausen und Sanierung des Sportplatzes in Braunsbach. Der Verein zählt 305 Mitglieder.
1982 Nachdem feststand, dass ein Hallenneubau nicht am Sportplatz erstellt werden soll, beginnen die Planungen für ein eigenes Vereinsheim.
1984 Fertigstellung des Vereinsheims. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 230 000 DM.
1985 Gründung der Tennisabteilung. Die Errichtung und Unterhaltung der Tennisanlagen müssen durch Sonderbeiträge finanziert werden.
1988 Große Schäden durch das „Jahrhunderthochwasser“
1990 Erneut richten Wassermassen und Sturm große Schäden an. Der Verein zählt 545 Mitglieder.
1996 Das 75-jährige Jubiläum wird gefeiert. Der Verein bietet mittlerweile viele Sportarten an. Tennis und Tischtennis sind neben dem Fußball im aktiven Spielbetrieb.
2008 Neubau der Flutlichtanlage am Rasenplatz
2012
Geräteschuppen mit Fotovoltaikanlagen beim Tennisplatz, Kassenhäuschen und Spielerkabinen werden erbaut
2015
Neubau des Kunstrasenplatzes, des Beachvolleyballfeldes sowie einer Boulebahn
2016 Am 29. Mai verwüstet die Flut den Sportpark.
2017 Neubau eines Kleinspielfeldes mit Rundumbande
2018 Der Verein zählt 830 Mitglieder.
2020 Die Corona-Pandemie schränkt das Vereinsleben stark ein.
2021 Kein Mitglied hat während der Krise den Verein verlassen. Das Fest zum 100-jährigen Jubiläum muss Pandemie-bedingt verschoben werden. pm