Der Fachmann hilft Damit die Autofahrt nicht zur Rutschpartie wird

03.01.2019
Die umweltschonende Flüssigstreuung wird je nach Wetterlage allein oder in Kombination mit anderen Techniken eingesetzt. Foto: djd/Verband der Kali- und Salzindustrie e.V./pe-foto - stock.adobe.com
Die umweltschonende Flüssigstreuung wird je nach Wetterlage allein oder in Kombination mit anderen Techniken eingesetzt. Foto: djd/Verband der Kali- und Salzindustrie e.V./pe-foto - stock.adobe.com

Die Wetterbedingungen beeinflussen die richtige Glättebekämpfung in Stadt und Land.

Da sind sich viele Meteorologen einig: Extreme Wetterlagen werden künftig eher die Regel als die Ausnahme sein. Die Trockenheit und Hitze im vergangenen Sommer gaben darauf bereits einen Vorgeschmack. Doch auch die Wintermonate sind betroffen. Wetterexperten erwarten in den kommenden Jahren eine Abnahme der Schneehöhe, beispielsweise im Alpenraum. Doch weniger Schnee bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit auf den Straßen.

Eisglätte gefährlicher als starke Schneefälle

Eine Langzeitstatistik des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) zeigt, dass innerhalb der Winterperiode Oktober bis April im Durchschnitt 57 Einsätze allein bei Reif- und Eisglätte erforderlich sind. Dagegen sind durchschnittlich nur 25 Einsätze bei Schneeglätte nötig. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit ähnlichen Statistiken dürfte trotz Klimaerwärmung auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein. Eine bewährte Methode Reif- und Eisglätte zu bekämpfen, ist die sogenannte Flüssigstreuung. Hierbei wird über Sprühdüsen reine Salzsole auf die Fahrbahn aufgebracht. Die Dosierung kann zwischen 10 und 40 Gramm Sole pro Quadratmeter variieren. Wobei 10 Gramm Salzsole aus 8 Gramm Wasser und lediglich 2 Gramm Salz bestehen. „Die Vorteile des Verfahrens sind, dass die Sole sehr gleichmäßig auf der Fahrbahn verteilt werden kann und dass die verkehrsbedingten Verluste bei trockener und leicht feuchter Fahrbahn mit rund 30 Prozent relativ gering sind“, erklärt Mike Fensterseifer, Leiter der Fachgruppe Straßenbetrieb des LBM.


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Flüssigstreuung und mechanische Schneeräumung

Doch die Flüssigstreuung kann auch an ihre Grenzen stoßen. Bei sehr kalten Bedingungen ab etwa minus sechs bis minus acht Grad Celsius sowie bei überfrierender Nässe, also bei einer Wasserfilmdicke über 0,1 Millimeter wird sie nicht empfohlen. Stattdessen setzt man bei tiefen Temperaturen und beispielsweise Schneefall auf eine bewährte Kombination aus auftauenden Streustoffen und einer mechanischen Schneeräumung, um die Mobilität auf unseren Straßen zu sichern. Dann hat der Einsatz von Feuchtsalz zwei wichtige Aufgaben: Zum einen soll der Schnee auf der Fahrbahnfläche räumfähig bleiben, zum anderen wird die Eisbildung unmittelbar auf der Fahrbahn verhindert.

Bei gemeldeter Reifglätte ist bei einer Flüssigstreuung ein Präventiveinsatz mit zehn Gramm Sole pro Quadratmeter Fahrbahnfläche ausreichend, um bis minus sechs Grad Celsius die Entstehung von Glätte zu verhindern. Pro Kilometer Landesstraße werden dabei nur circa elf Kilogramm reines Salz eingesetzt. Das entspricht einem handelsüblichen Zehn-Liter-Eimer. „Daher ist die Flüssigstreuung das derzeit umweltschonendste Verfahren zur Beseitigung von Reif- und Eisglätte“, so die Einschätzung des Winterdienstexperten Mike Fensterseifer. djd

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