Mein Böfingen Böfinger Schlössle: aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Von den zum Jubiläum angelegten Wegen bieten sich schöne Blicke auf das Schlössle. Foto: Petra Starzmann
Von den zum Jubiläum angelegten Wegen bieten sich schöne Blicke auf das Schlössle. Foto: Petra Starzmann
27.02.2018

Böfingen ist mit seinen 70 Jahren ein junger Stadtteil. Historisch ist allerdings das Böfinger Schlössle, das ein ebenso beliebtes Wanderziel wie Fotomotiv ist. 

Von Petra Starzmann

Böfingen ist 1957 auf den grünen Wiesen – sozusagen auf dem Reißbrett – entstanden, als dringend Wohnraum für Einheimische und Vertriebene aus dem Zweiten Weltkrieg benötigt wurde. Vorher gab es in dem seit 1446 zu Ulm gehörenden Ort nur einige Bauernhöfe sowie das Böfinger Schlössle. Es bildet den historischen Kern, um den der junge Stadtteil gebaut wurde. Südlich schließt mit der Böfinger Halde eine malerische Waldlandschaft an.

Lange Jahre in Vergessenheit

Das Bauwerk, dessen Räume heute von der Gustav-Werner-Schule genutzt werden, geriet lange Jahre in Vergessenheit. Zum 50-jährigen Jubiläum Böfingens nahm sich die Regionale Planungsgruppe (RPG) Böfingen des Schlössles an, das 1587 von dem Ulmer Patrizier Jacob Löw auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Burg erbaut wurde. „Wir wollten das Böfinger Schlössle aus seinem Dornröschenschlaf erwecken und zum Jubiläum 2007 wieder ins Bewusstsein der Böfinger Bürger bringen“, blickt Karl Foos, einer der damaligen RPG-Sprecher zurück. Das Schlössle war durch Zäune schwer einsehbar und nur von der Fahrstraße her zu erreichen. Die RPG erstellte erste Planideen und Skizzen. „Ziel war, das Schlössle besser auffindbar und zugänglich zu machen“, verweist Foos – als Architekt ein Fachmann – auf eine im Frühjahr 2006 verfasste Broschüre, welche die RPG der Stadtverwaltung und den Fraktionen übermittelte. Die Resonanz war positiv.

Die Sanierung war sozusagen ein Geburtstagsgeschenk der Stadt Ulm zu 50 Jahre Böfingen.

Karl Foos
ehemaliger RPG-Sprecher


FOTO: PETRA STARZMANN
FOTO: PETRA STARZMANN
Wege mit tollen Ausblicken

Die Stadt überarbeitete diese Pläne noch einmal, im Oktober 2006 begann die Umsetzung. „Es war sozusagen ein Geburtstagsgeschenk der Stadt Ulm zu 50 Jahre Böfingen“, bemerkt Foos, während er die damals angelegten Wege rund um das Schlössle abschreitet: „Der Panoramaweg erlaubt von der Eduard-Mörike- Schule aus schöne Blicke auf das Schlössle, ebenso der Rundweg, der am Aussichtspunkt an der Zufahrtsstraße endet.“ Immer neue Blickwinkel finden sich seit der Aufwertung des Schlössle-Areals, zudem mehr Freizeitwert: „Zwei Anbindungen an den beliebten Waldweg der Böfinger Halde machen den Zugang für Wanderer und Radfahrer von Süden her attraktiver“, so Foos. Besonders einladend machen den Weg Bäume und Bänke, die Ulmer Bürger gestiftet haben.

Ad №18

Böfingen in der Statistik

Einwohner gesamt, Stand 2016: 11 494

Flächen: Von 5 296 328 m2 Gesamtfläche sind 1 130 552 m2 Wohnbaufläche. 15 864,39 m2 davon sind Industrie- und Gewerbefläche.

Altersgruppen in Zahlen:
0 bis 18 Jahre: 2049
18 bis 45 Jahre: 3920
45 bis 60 Jahre: 2422
60 bis 65 Jahre: 668
65 Jahre und älter: 2435

Die jungen Wilden

Ein noch junger Verein in Böfingen ist der Popchor Ulm.

Der Popchor Ulm bei seinem ersten Open-Air in Böfingen im Juni 2017. Foto: Thomas Kilb
Der Popchor Ulm bei seinem ersten Open-Air in Böfingen im Juni 2017. Foto: Thomas Kilb
Von Petra Starzmann

„Es gibt nicht so viele Popchöre in Ulm“, erzählt Chorleiter Roland Eppelt die Idee hinter dem Ensemble. Der ausgebildete Kirchenmusiker leitet außer dem Popchor schon länger zwei Chöre in der Region. Den Chor Achorde, der groß ist, doch nicht regelmäßig übt und den kleineren Chor Al Dente, der kontinuierlich probt. „Ich wollte einen Chor, der größer ist und sich regelmäßig trifft“, so Eppelt. Ein Info-Abend für den geplanten Popchor stieß auf reges Interesse. 80 Interessierte kamen – nicht aus Böfingen und Ulm, sondern sogar 50 Kilometer weit aus Biberach. 45 Frauen und Männer stellten sich schließlich zur ersten Probe ein.

Queen trifft Udo Lindenberg

Heute umfasst der Popchor 60 Sängerinnen und Sänger. „Von jungen Leuten im Studium bis zu Senioren“ wie der erste Vorsitzende Johannes Kromer sagt. Das Ensemble singt Songs von Michael Jackson und Queen ebenso wie Hits von Udo Lindenberg. „Drei Säulen sind uns wichtig: Qualität, Freude sowie Gemeinschaft“, betont Chorleiter Eppelt. Der gewisse Anspruch soll nicht in Stress ausarten, vielmehr geht es locker zu. „Neben den Proben haben wir einmal im Monat unseren Stammtisch“, erklärt Kromer. Nach der Weihnachtstour durch Ulm und das Umland bereitet sich der Chor nun auf sein zweites Open Air in Böfingen vor.

Mitmachen

Der Popchor freut sich über neue Sängerinnen und Sänger. Reinschnuppern können Interessierte immer während der Probestunde mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr (außer in den Ferien) im Gemeindehaus Zum guten Hirten, Haslacher Weg 34 in Böfingen.
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