Sonderveröffentlichung

Der Fachmann hilft Flüssige Energie für die Zukunft

Neue flüssige Energieträger können auf bewährten Wegen in die Tanks der Hauseigentümer gefüllt werden.

Klimaneutral erzeugter Wasserstoff (H2) ist auch ein wichtiger Bestandteil regenerativer Kraft- und Brennstoffe wie zum Beispiel E-Fuels.
Foto: djd/Institut für Wärme und Oeltechnik

15.05.2020

Flüssige Energieträger haben viele Vorteile. Sie sind gut speicherbar und leicht zu transportieren, sie haben eine hohe Energiedichte und für ihren Einsatz gibt es bereits eine Infrastruktur. Um diese Vorteile auch langfristig in der Energieversorgung nutzen zu können, wird an der Herstellung treibhausgasreduzierter, flüssiger Kraft- und Brennstoffe geforscht.

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Klimaschutz mit weniger Investitionsbedarf

Wer mit einer effizienten Öl-Brennwertheizung sein Eigenheim erwärmt, könnte so zukünftig auf einen klimafreundlicheren Brennstoff setzen. Denn die neuen Fuels sollen auch in der aktuellen Technik einsetzbar sein. Das erhöht die Chance auf eine breite Akzeptanz der Energiewende: Klimaschutz wird möglich, ohne überall Versorgungswege und Anwendungstechnik kostenintensiv umbauen zu müssen. An Biokraftstoffen wird bereits seit Langem geforscht. Aus Feldfrüchten wie Raps, Mais oder Zuckerrohr wurden die sogenannten Biokraftstoffe der ersten Generation gewonnen. Bei der zweiten Generation wird hingegen auf Rest- und Abfallstoffe gesetzt und es kommt nicht zu einer Konkurrenz zu Nahrungsmitteln oder deren Produktionsflächen. Regenerative flüssige Energieträger werden etwa aus landwirtschaftlichen Pflanzenresten, Stroh oder forstwirtschaftlichem Restholz hergestellt. Auch an der Produktion von Benzin und Diesel aus Altpapier oder Klärschlamm wird geforscht.

Wege zum klimafreundlichen Heizöl

Deren Verwendung ist klimaschonend, es gibt bereits erste Pilot- und Demonstrationsanlagen. Eine andere regenerative Rohstoffbasis sind Algen: Dass sie zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden können, ist bereits erwiesen. Nun arbeiten Forschung und Entwicklung an wirtschaftlichen Produktionsprozessen. Dies könnte ein weiterer Schritt auf dem Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft mit flüssigen Energien sein. Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden langfristig auch synthetische Energieträger aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und CO2 als Kohlenstoffquelle benötigt: die sogenannten E-Fuels. Sie lassen sich mithilfe von Ökostrom weitestgehend klimaneutral herstellen – besonders günstig in Ländern mit viel Sonne oder Wind. Durch die gute Speicher- und Transportierbarkeit flüssiger Energieträger ließe sich mit E-Fuels erneuerbare Energie nach Deutschland importieren – wie Öl und Gas. Diese fossilen Kraft- und Brennstoffe könnten so ergänzt und zunehmend ersetzt werden. djd