Freie Fahrt für die Linie 2 Feiern auf der ganzen Linie

07.12.2018
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Die Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 2 am kommenden Wochenende wird in der Stadt groß gefeiert, und zwar im wörtlichen Sinne „auf ganzer Linie“.

Auch wenn es manchem nicht so vorgekommen ist: Es ging schnell! Etwas mehr als dreieinhalb Jahre hat es gedauert, vom Beschluss des Ulmer Gemeinderats, eine Linie 2 zu bauen, bis zu dem Tag, an dem man nun in sie einsteigen kann. Am 9. Dezember geht die neue Straßenbahnlinie offiziell in Betrieb, gefeiert wird schon am kommenden Samstag, dem 8. Dezember, mit einem Aktionstag und großem Programm. Die neun Kilometer lange Strecke soll der Stadt Entlastung bringen und weitere Attraktivität verleihen, denn Untersuchungsdaten lassen erwarten, dass 5500 Fahrten des motorisierten Individualverkehrs auf den ÖPNV verlagert werden. Anders ausgedrückt: rund 8300 Fahrgäste mehr pro Tag werden künftig auf sichere, bequeme und saubere Mobilität setzen, um ihre Arbeitsplätze, Ausbildungsstellen oder Wohnquartiere zu erreichen. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm, die Bauherr des Projekts sind, Klaus Eder, nennt den Bau ein Jahrhundertprojekt, von dem alle nachfolgenden Generationen profitieren werden: „Sie ist die größte Maßnahme der Verkehrsinfrastruktur in der Ulmer Geschichte, gab zum Teil hochkomplexe Aufgabenstellungen auf und brachte in einigen Fällen auch unvorhergesehene Schwierigkeiten mit sich. Jetzt aber kann ganz klar bilanziert werden: Ulm kann auch Großprojekt!“ Zum Gelingen des Projekts hat vor allem die gute Zusammenarbeit der Planer-Teams, der Mitarbeiter der ausführenden Firmen, der Projektsteuerer und der damit befassten Mitarbeiter der Ulmer Stadtverwaltung beigetragen.

SWU

Alle Beteiligten loben gute Zusammenarbeit

Darin eingeschlossen sind natürlich ebenso die beiden Baustellenbeauftragten. Einer davon ist Werner Reichert, er hat drei Jahre lang die Anliegen von Baustellen-Anwohnern, ihre Anregungen und Beschwerden entgegengenommen; er hat vermittelt zwischen deren Interessen und den Bauleuten und Planern, hat Poliere vor Ort, die Zuständigen bei der SWU oder der Stadtverwaltung kontaktiert. Bis zur offiziellen Inbetriebnahme werden wohl an die 2500 Anfragen bei ihm und seinem „Kümmerer“-Kollegen Hans Hengartner eingegangen sein. „Für mich wie ein Sprung ins kalte Wasser“, blickt der Bauingenieur auf die Anfänge in neuer Funktion zurück. „Jetzt lernte ich viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen.“ Durch seine verbindliche und geduldige Art hat er viel dazu beigetragen, dass die bei so einem Großprojekt wohl unvermeidlichen Spannungen nicht eskalierten. „Ehrlich, richtig und zeitnah antworten, Begründungen liefern, keine Plattitüden“, gemäß dieser Maxime erwarb er sich Achtung, auch wenn die an ihn gerichtete Erwartungshaltung manchmal zu groß war.

Zwölf neue Wagen rollen ein

Zum Start fahren zwölf neue Bahnen vom Typ „Avenio“ auf der Strecke, die extra für die Linie 2 in Auftrag gegeben wurden. Der Avenio ist eine Weiterentwicklung des Combino, der in Ulm schon seit vielen Jahren im Einsatz ist. Sowohl beim Brandschutz als auch beim Crash-Verhalten sind die technischen Anforderungen seither weiter gestiegen, definiert in stark veränderten Normen und entsprechend in Konstruktion und Komponenten umgesetzt. Augenscheinlich für die Fahrgäste sind die Verbesserungen in Ausstattung und Fahrkomfort. Entsprechend der heutigen Erwartungen sind WLAN und USB-Ladeboxen mit im Ausstattungspaket enthalten.

Die Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 2 am Samstag, 8. Dezember, wird in der Stadt groß gefeiert, und zwar im wörtlichen Sinne „auf ganzer Linie“. Zwischen der Wendeschleife beim Schulzentrum Kuhberg und dem Science Park sind an diesem Tag zwischen 12 Uhr und 17 Uhr zahlreiche „Aktionspunkte“ aktiviert mit informativen, kulturellen oder spielerischen Angeboten und Aktionen rund um das Thema „Mobilität von morgen“. pm/sm

Der Aktionstag

Mit dabei sind unter anderem die Hochschule Ulm, die Universität Ulm mit Partnern, die PBG, das Ulmer Citymarketing, der DING und das Team Fahr-Rad der Stadt Ulm gemeinsam mit dem ADFC.

Besondere Highlights sind Kulturpunkte in der Multscherschule sowie bei der Martin-Luther-Kirche, die sich auf künstlerische Weise mit dem Thema Mobilität auseinandersetzen. An der Wendeschleife am Kuhberg lässt eine Freiluft-Fotoausstellung „Momentaufnahmen“ aus der Bauzeit Revue passieren. An diesem Adventssamstag ist die Fahrt auf der Linie 2 für alle kostenlos.

Die Freifahrten auf der Linie 2 starten zwischen 12 Uhr und 12.15. Letzte Fahrten starten gegen 17.30 Uhr an den beiden Endhaltestellen Kuhberg Schulzentrum und Science Park II jeweils in Richtung Innenstadt.
Straßenbahnlinie 2
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