Sonderveröffentlichung

55 Jahre ulmer wochenblatt Ulmer Wochenblatt: Seit 1966 in Ulm und um Ulm

Jubiläum - Auf den Tag genau vor 55 Jahren lag das erste Wochenblatt in den Briefkästen der Ulmer und Neu-Ulmer.Vergleich - In mehr als einem halben Jahrhundert passiert einiges. Bilder von früher und heute.

Etwas skurril: Das ulmer wochenblatt engagierte sich für Häschen und bat die Leser, Witze über andere Tiere zu machen.

13.10.2021

Ulm, wir schreiben das Jahr 1966. Das Jahr, in dem England nach dem Wembley-Tor zum ersten Mal Weltmeister wurde, Ludwig Erhard Bundeskanzler war, der Opel Kadett das beliebteste Auto, „Yellow Submarine“ von den Beatles in den Charts stand, die Enterprise das erste Mal über die Fernsehbildschirme flog. In Ulm hob derweil der findige Gerhard Mewes das ulmer wochenblatt aus der Taufe. Mit anfangs 30.000 Exemplaren startete das Blatt seine Karriere. Die Idee kam dem Redakteur der ersten Stunde, da es ähnliche Blätter in Stuttgart und München gab. Eine Idee, die auch in Ulm aufging.
   

Hanser + Leiber GmbH & Co. KG

Anfangs hieß die Wochenzeitung noch „ulmer/neu-ulmer wochenendanzeiger“. Vier Jahre später, 1970, übernahm der Ebner-Verlag das ulmer wochenblatt. Dabei bestand es anfangs beinahe nur aus Anzeigen und vereinzelten Ratgeberthemen, mauserte sich aber schon in den 70er- und 80er-Jahren zum Sprachrohr der Ulmer. So gab es viele Aktionen über die Jahrzehnte: Man traf sich zu Gesprächen mit den VIPs der Stadt zum „Ulmer Schwatz“, es gab Aufrufe wie „Rezepte gesucht“ – hier wurden die besten Kässpätzle oder Kutteln gekocht –, aber auch „Wie werde ich Nichtraucher“ oder „Der Speck muss weg“, Dinge, die heute genauso aktuell sind wie vor 55 Jahren.

VIELE THEMEN HABEN SICH NICHT GEÄNDERT

Die Themen, die damals die Ulmer bewegten, sind den aktuellen gar nicht so unähnlich. Studenten, die keine Wohnungen finden, fehlende Parkplätze in der City, ausbleibende Sommer, Stressbekämpfung oder der Nahverkehr. Von der „guten alten Zeit“ zu sprechen, geht also nur mit einem verklärten Blick – das meiste war damals genauso wie heute.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Bereits in den 70er-Jahren gab es eine Kolumne von „Oskar Scheufelhuber“, ähnlich wie heute „Müllers Ulm“. Hier waren die Bären in der Friedrichsau ein beliebtes Thema, das schlechte Ulmer Straßenpflaster oder auch die Parkplatznot – alltägliche Dinge, die genauso heute noch im Wochenblatt auftauchen könnten. Viele Gastronomiebetriebe wurden über die Jahre vorgestellt. Einige gibt es tatsächlich heute noch. Andere, wie der Oberberghof oder das Aquarium, sind als legendär in die Annalen der Stadt eingegangen – traf sich doch hier alles, was Rang und Namen hatte. Diese sind allerdings komplett verschwunden.

Auch Autos waren schon immer ein Thema, Oldtimer stehen damals wie heute im Rampenlicht – auch wenn die Fahrzeuge heute wohl überwiegend aus den Anfangsjahren des ulmer wochenblattes stammen und nicht wie die damaligen Oldtimer aus Vorkriegszeiten. Von daher kann man wohl selbst beim Wochenblatt inzwischen von einem „Oldie“ sprechen – wenn auch von einem gut gepflegten. Über die Jahrzehnte gab es Farbwechsel, Größen- und Layoutänderungen – doch damals wie heute muss sich das ulmer wochenblatt, von der Redaktion liebevoll „uwo“ genannt, nicht verstecken: Das Layout und die Themenauswahl brachten dem uwo vom BVDA den Titel „Bestes Wochenblatt Deutschlands“ ein. Heute werden mittwochs über 140.000 Exemplare in der gesamten Region verteilt, seit dem Jahr 2006 kann man es auch auf www.ulmer-wochenblatt.de komplett online lesen – und das alles kostenlos. sm