Sonderveröffentlichung

Söflingen und der Ulmer Westen Natur, Wasser und Ruhe

Inmitten von verkehrsreichen Straßen Natur erleben: an der Blau im Ulmer Westen. Schon seit Jahren genießen die Ulmer die Grünflächen.

Die Trauerkultur befindet sich im Wandel. Das zeigt sich auch an dem Trend zu individuelleren Grabstätten. 
Foto: @Dan Race/Fotolia.com

16.10.2020

2014 und 2020 wurde der Blaupark um zwei Bauabschnitte an der „Kässbohrerblau“ erweitert: „Es geht um eine ökologische Aufwertung des Blauufers und um mehr Aufenthaltsqualität“, unterstreicht Thomas Brandl, stellvertretender Leiter der Abteilung Grünflächen bei der Stadt Ulm. Die parkartigen Grünflächen entlang der Blau werden von den Ulmern „Blaupark“ genannt: „Mittlerweile hat sich dieser Name auch bei uns etabliert“, bemerkt Brandl.

Über die Inselbrücke

Kern des Erholungsraums ist die Insel zwischen der großen und der kleinen Blau. Hier befindet sich auch das Jugendhaus Insel, seit 1961 ein Treff für Kinder, Familien und Jugendliche in der Weststadt. Zur Insel führen mehrere Brücken, wie überhaupt viele Brücken als Verbindung zum Blaupark einladen. Auf der nördlichen Seite führt der Blautal-Radwanderweg entlang des Flüsschens. Über eine der Inselbrücken im Süden ist ein Kinderspielplatz mit dem großen Spielschiff, der „wilden Brunhilde“, zu erreichen. Im Frühjahr genießen hier die Besucher die üppige Blüte der vielen Kirschbäume. „Da fühlt man sich fast wie beim traditionellen Kirschblütenfest in Japan“, schmunzelt Brandl. Mitten auf der Insel befindet sich ein Bolzplatz. Der ist immer gut besucht, wie überhaupt der naturnahe Park ein Erholungsort mitten in der Stadt ist. Zwischen Söflinger Straße und Blaubeurer Straße finden die Menschen hier natürliche Umgebung: Obstbäume, große heimische Bäume, Sträucher, Wasserlandschaft und Wiese. Auf dem Bolzplatz und an Bänken wird das Gras kürzer gehalten. Ansonsten hält die Abteilung Grünflächen der Stadt das Areal naturnah, besonders entlang der Blau: „Früher wurde aus Kostengründen überwiegend gemulcht. Jetzt sind wir dazu übergegangen, die extensiven Bereiche nur zwei bis drei Mal im Jahr zu mähen und das Grüngut wird abgefahren.

Viel Platz für Grün

Dadurch wird die Wiese magerer und es gibt eine größere Artenvielfalt. Kleinlebewesen nehmen keinen Schaden mehr. Das Gras ist dann oft höher, das passt zum ökologisch hochwertigen Gewässer“, betont Brandl. Im Zuge der Betriebshoferweiterung der SWU und dem Bau des Biomasseheizkraftwerks II der Ulmer Fernwärme FUG wurde der südliche Gewässerrand der Blau nach Verhandlungen mit der SWU um einen 20 Meter breiten Streifen vergrößert – alles auf dem ehemaligen Kässbohrer-Gelände. Nach dem Abriss der alten Fabrikhallen und dem Neubau der SWU-Wagenhalle gab es die Möglichkeit, mehr Platz für Grün entlang der Blau zu schaffen. Zunächst in einem ersten Bauabschnitt bei der FUG 2014, derzeit wird der zweite Bauabschnitt beim SWU Betriebsgelände, hinter der Wagenhalle für die Straßenbahnen fertiggestellt – im Oktober mit der abschließenden Pflanzung von heimischen Bäumen und Sträuchern. 9000 Quadratmeter groß ist dieser weitere Grünflächenabschnitt. Für die beiden jüngeren Bauabschnitte gilt: „Das Gelände wurde landschaftlich modelliert, die Blau an zwei Stellen aufgeweitet und wir haben die Zugänglichkeit zum Wasser geschaffen, dazu eine Initialpflanzung mit Wildstauden am Ufer“, blickt Brandl auf die heimische Hochstaudenflur aus Mädesüß, Blutweiderich, Sumpfschafgarbe und Sumpfdotterblume, die Brandl als „gewässerspezifische Bepflanzung“ bezeichnet. Bis hin zur Magirusstraße zieht sich nunmehr das erweiterte Blaupark-Gelände, wo einst die Kässbohrer-Hallen bis weit an die Blau heranreichten – ein 20 Meter- Streifen entlang der Blau konnte somit renaturiert und wieder in einen Erholungs- und Naturraum rückentwickelt werden. Die Magirusstraße ist ein Einschnitt, doch geht es hinter dem Blautal-Center mit einer begrünten Blau bis zum Stadtregal mit seinen Blauterrassen weiter. An der Kreuzung von Blaubeurer Straße/Jägerstraße wechselt die Blau die Richtung „Hier am Ende Ulms kommen wir an der Blau in Richtung freie Landschaft“, verweist Brandl auf die Blaulandschaft Richtung Blaustein.

Info
Zur Insel ist auf Höhe des Spielplatzes eine neue Brücke in Planung. Die bisherige ist marode, zudem nicht befahrbar. Bisher nutzten Stadtfahrzeuge eine Furt durch die Blau. Die flache Uferböschung ist einladend für Parkbesucher, da auch Kinder hier im Wasser planschen und den Enten zuschauen können.

Neue Wegeverbindung

Bleicher-Walk-Straße, vom Theodor-Heuss-Platz bis zum Blaupark überschreibt die städtische Sanierungstreuhand ihre „städtebauliche Erneuerungmaßnahme“ am Blaupark. Dabei wird eine Weg-Verbindung zwischen Theodor-Heuss-Platz und dem Blaupark geschaffen. In Kürze können Fußgänger und Radler zwischen dem SWU-Betriebsgelände und der FUG auf kurzem Weg in den Blaupark oder die Blaubeurer Straße gelangen.