Sonderveröffentlichung

Kraftfahrzeug und Verkehr Zeit für den Reifenwechsel

Winterreifen sorgen in der dunklen und kalten Jahreszeit für Sicherheit auf den Straßen. Die Fachbetriebe kümmern sich gerne um den Wechsel.

In der Fachwerkstatt wird das Aufziehen der Winterreifen schnell und tadellos erledigt. Fotos: Daniela Strohmaier

19.10.2020

Die Temperaturen werden merklich kühler und damit steht auch der herbstliche Reifenwechsel an. Obwohl es keinen offiziellen Zeitpunkt gibt, ab dem die Verwendung von Winterreifen Pflicht ist, sollte der Reifenwechsel nicht zu lange hinausgezögert werden – nur so ist man bei überraschenden Wintereinbrüchen auf der sicheren Seite. „Sobald die Temperaturen regelmäßig unter sieben Grad fallen, ist es Zeit auf Winterreifen umzusteigen“, weiß Frank Weeger, Geschäftsführer vom Autohaus Klützke in Göppingen, „und daher ist der Oktober ein geeigneter Zeitpunkt, um sich darum zu kümmern – selbst wenn es noch Tage gibt, die deutlich wärmer ausfallen.“
    

Ideale Eigenschaften für die kalte Jahreszeit

Das Gummigemisch der Winterreifen ist weicher als das von Sommerreifen. Aus diesem Grund bleiben sie bei Kälte geschmeidiger und sorgen gemeinsam mit den tiefen und breiten Profilrinnen für guten Grip auf der Fahrbahnoberfläche. Die Lamellen der Reifen verkanten sich in Schnee, Eis und Matsch besonders gut, zudem leiten sie Wasser ab und schützen so vor Aquaplaning. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern, doch damit die Stärken der Winterreifen zum Tragen kommen können, sollte die Profiltiefe bei der Montage mindestens vier Millimeter betragen. Frank Weeger empfiehlt, den Zustand der Reifen unbedingt zu überprüfen: „Coronabedingt waren viele Autofahrer weniger unterwegs, zum Beispiel weil sie im Home-Office gearbeitet haben, und haben aus diesem Grund im Frühjahr darauf verzichtet, auf Sommerreifen zu wechseln. Allerdings ist der Abrieb der Winterreifen im Sommer sehr hoch und die Kontrolle, ob noch genügend Profil vorhanden ist, ist deswegen besonders wichtig.“ Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die den Wechsel auf Winterreifen möglichst lange hinauszögern und im Frühling schnellstmöglich wieder auf Sommerreifen wechseln, um den Verschleiß der Winterreifen zu reduzieren. „Dieses Aufsparen der Winterreifen führt in den meisten Fällen aber nur dazu, dass die Reifen dann aufgrund ihrer Alterungserscheinungen entsorgt werden müssen, auch wenn das Profil noch nicht abgefahren ist. Am besten fährt man also tatsächlich mit einem halbjährlichen Reifenwechsel.“

Qualität vor Preis

Etwa alle sechs Jahre in es Zeit, den alten Reifensatz durch einen neuen auszutauschen. Dabei sollten bei der Qualität der neuen Reifen keine Abstriche gemacht werden. „Ist der Reifen sehr billig, ist das verwendete Material oft minderwertig“, so Frank Weeger. „Das führt zu einer schlechteren Bodenhaftung bei Schnee und Matsch, verkürzt auch die Lebensdauer der Reifen. Man muss früher neue kaufen und hat letztendlich nichts gespart.“

Räder gleich wuchten lassen

Wer die Reifen seines Autos nicht selbst wechseln möchte, kann sich dafür an einen der Fachbetriebe der Innung wenden. Die Experten sorgen nicht nur dafür, dass die Winterreifen sicher und fest montiert werden, sondern kümmern sich auch um das Wuchten der Reifen. Dabei wird mit Hilfe von Klebegewichten das Ungleichgewicht am Rad ausbalanciert, das zum Beispiel durch einen ungleichmäßigen Abrieb der Reifen oder einen Bordsteinrempler entstehen kann. „Wenn die Räder nicht im Gleichgewicht sind, also eine Unwucht besteht, kann es passieren, dass sie sich nicht mehr symmetrisch zur Rotationsachse bewegen. Das führt nicht nur dazu, dass sich das Reifenprofil schneller und ungleichmäßig abnutzt, sondern kann auch zu größeren Schäden an Radlager, Radaufhängung und Lenkgetriebe führen.“


"Das Aufsparen der Winterreifen macht sie in der Regel nicht haltbarer."

Frank Weeger
Geschäftsführer Autohaus Klützke, Göppingen


Reifen richtig einlagern

Der Lagerplatz für die Sommerreifen sollte dunkel und trocken sein mit einer konstanten Temperatur. Damit sie nicht die Form verlieren, müssen Kompletträder liegend oder an der Wand hängend gelagert werden. Reifen ohne Felgen dürfen senkrecht stehen, sofern sie von Zeit zu Zeit gedreht werden. Empfehlenswert ist die Einlagerung beim Fachmann, bei dem die idealen Bedingungen herrschen. „Darüber hinaus bieten die meisten Werkstätten weitere Services wie Radwäsche an. So sind die Sommerreifen im nächsten Frühjahr direkt wieder einsatzbereit.“


Jetzt das Auto fit für den Winter machen

Ludger Wendeler
Ludger Wendeler

Die regelmäßige Überprüfung des Fahrzeugzustands ist immer wichtig, ganz besonders aber, wenn es auf die kalte Jahreszeit zugeht. Die Bremsen müssen überprüft werden, die Scheibenwischer – und natürlich das Licht. Wenn das Licht falsch eingestellt ist oder nicht richtig funktioniert, gefährdet man nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Nutzen Sie also die Möglichkeit und lassen Sie im Licht-Test-Monat Oktober Scheinwerfer, Bremslichter, Blinker und sonstige Fahrzeugbeleuchtung vom Fachbetrieb Ihres Vertrauens kontrollieren und gegebenenfalls richtig einstellen. Bei der Gelegenheit können Sie gleich auch den obligatorischen Reifenwechsel vornehmen lassen – die Verwendung von Winterreifen ist schließlich Pflicht, wenn die Temperaturen fallen und die Wetterverhältnisse merklich schlechter werden. So vorbereitet kommen Sie und Ihr Fahrzeug sicher durch Herbst und Winter.

Ludger Wendeler
Obermeister der Kfz-Innung Göppingen
      

Zulassungszahlen

790 Neufahrzeuge wurden im September im Landkreis Göppingen zugelassen (August: 776). Davon waren 72 Elektrofahrzeuge (44), 144 Hybridfahrzeuge (113) und davon 76 Plugin-Hybridautos (46).

2235 Gebrauchtwagen, die im September zugelassen wurden, zählt das Landratsamt Göppingen (August: 2192).