Sonderveröffentlichung

100 Jahre M. u. W. Schlecker Ulm Zwei Gründe, um zu feiern

Jubiläum und Innovationspreis 2026 bei Elektro-Spezialist M. u. W. Schlecker. Das Unternehmen prägt in Ulm seit 100 Jahren den Wandel zur elektrischen Gesellschaft. Private Kunden, die Universität sowie die Industrie setzen auf das breite Portfolio.

Marcus Dodel ist Geschäftsführer und Inhaber des Elektroinstallationsbetriebes M. u. W. Schlecker. Die Firma blickt auf 100 Jahre Erfolgsgeschichte zurück und hat große Pläne für die Zukunft. Foto: Thomas Löffler.

11.05.2026

Ohne Strom geht heute gar nichts mehr. Zwar laufen klassische Hausinstallationen nach wie vor und seit hundert Jahren, doch macht das nur noch einen kleinen Teil des Alltagsgeschäftes der Ulmer Firma M. u. W. Schlecker aus. Auf dem Weg zur vollelektrischen Gesellschaft sind im Laufe der 100-jährigen Unternehmensgeschichte viele neue Bereiche hinzugekommen, von denen die Urväter nichts ahnen und von heutigen Möglichkeiten nicht einmal träumen konnten.

Das Portfolio des Anlagenbauers reicht von der einfachen Steckdose im Einfamilienhaus über hochkomplexe Anlagen für Sicherheits-, Brandschutz- und Netzwerktechnik. Davor steht die Energieversorgung mit Mittelspannungstechnik. Diese umfasst Trafohäuser und Umspannstationen, die zur sicheren Energieversorgung in Industrie, Gewerbe und der Infrastruktur dienen. Die Mittelspannung mit Spannungen von mehreren tausend Volt verbindet das Hochspannungsnetz – als Freileitung oder unter der Erde – mit der Niederspannung. Auch in diesem Bereich sei man bei Schlecker seit Anbeginn zu Hause und habe die entsprechend erforderlichen Zertifizierungen und speziell ausgebildeten Fachkräfte.

Zu echtem Komfort auch in privaten Bauvorhaben hat sich die Smart-Home-Technologie entwickelt und ist mittlerweile fast Standard im Neubau. Wo früher ganze Reihen an Schaltern nötig waren, vereint dies raumübergreifend ein Bedienelement mit LCD-Display. Es regelt nicht nur das Licht der Räume, die Raumtemperatur, öffnet und schließt Rollläden, sondern lässt sich mit Radio, Musikanlage und dem Fernseher vernetzen. Darüber hinaus werden etwaige Heizungsstörungen und offene Dachfenster angezeigt oder per beliebig programmierbaren Zeitschaltern Anwesenheit im Haus simuliert. Dank moderner Mikroelektronik ist keine Zentrale und auch kein großer Verkabelungsaufwand erforderlich. Mit der Smartphone-App hat man jederzeit und von überall Zugriff. Wie der Einsatz dieser hochwertigen Technik im Alltag aussieht und welche Vorteile sie bietet, führen Marcus Dodel und sein Team den Kunden gerne in den eigenen Räumen vor.

Zertifiziert: Brandschutz und Sicherheitstechnik

„Wir sehen uns als Anbieter, der wirklich alles abdeckt“, sagt Geschäftsführer Marcus Dodel. Das gilt beispielsweise auch für Sicherheitssysteme wie Brandmeldeanlagen nach DIN ISO 9001 und 14675, die als höchste Hürde in direkter Kommunikation gemeinsam mit der Feuerwehr in Betrieb genommen, wie auch später regelmäßig gewartet und dokumentiert werden. „Das kann weiß Gott nicht jeder, da sind wir Einer von Dreien in der Region“, so Dodel Ein Weiteres sind der Einbruchschutz mit Videoüberwachung sowie Zugangskontrollen.

Sämtliche Bereiche haben eines gemeinsam: Sie entwickeln sich rasant weiter. Immer wieder kommen neue Produkte und Innovationen auf den Markt. Die Produktzyklen werden immer kürzer und liegen nicht selten bei unter einem Jahr. Aber auch die in Betrieb befindlichen Anlagen müssen so mit Updates versorgt werden, dass das Spektrum immer größer und von den Mitarbeitern viel Know-how abverlangt wird. „Unsere Mitarbeiter sind bestens qualifiziert, kennen sich mit den aktuellen Produkten intensiv aus, wissen sie richtig einzusetzen und haben für jede Aufgabenstellung die optimale Lösung parat“, so Dodel. Die Liste der Kunden ist lang; mit dazu gehören die Stadt Ulm, Teile der Universität, ein großes Einrichtungshaus in Senden sowie zahlreiche Industrieanlagen, Hotels und Tiefgaragen.

„Hatte früher ein Elektriker sein gesamtes Berufsfeld überblickt, bedarf es heute Spezialisten für den jeweiligen Teilbereich. Nach der handwerklichen Installation kommt zur finalen Inbetriebnahme der Kollege mit dem Laptop. Wir haben alles im Haus und darauf sind wir stolz“, sagt der Geschäftsführer.

Ausbildung und Auszeichnung

Zu den 75 Mitarbeitern zählen auch fünf Auszubildende der Fachrichtung Gebäudeanlagenelektroniker. Um Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu generieren, werde gezielt investiert. So steht den Lehrlingen eine eigene Ausbildungswerkstatt zur Verfügung, in der sie unter Anleitung eines externen Trainers üben können und dabei die identischen Bedingungen vorfinden, wie später in den Prüfungen der Handwerkskammer.

Als eine Art Geburtstagsgeschenk zum hundertjährigen Bestehen hat der Elektro-Anlagenbetrieb den Innovationspreis 2026 erhalten und ist damit unter die hundert Besten gekommen. Zum zweiten Mal nach 2019. „Das ist ein schöner, zusätzlicher Anlass zur Hundertjahrfeier, die mit Kunden, Geschäftspartnern und den Mitarbeitern gefeiert wird“, so Marcus Dodel, der die Auszeichnung auf die Vorreiterrolle seines Betriebs in Sachen Digitalisierung zurückführt. Diese habe man schon früh und bis heute weit vorangetrieben. So gebe es weder Baupläne noch Grundrisszeichnungen mehr in Papierform, die Angebotserstellung erfolgt unterstützt durch vorgefertigte Templates. Prüfprotokolle, Messungen und Revisionsergebnisse werden digital erfasst, Baustadien fotografiert. Alles sei nachvollziehbar und für Sachverständige dokumentiert. Es gebe weniger Doppeleingaben und die KI beschleunigt die Digitalisierung noch obendrein. Es bedarf wohl keiner weiteren Erklärung, dass bereits 75 Prozent des Firmenfuhrparks mit Transportern und Teslas rein elektrisch unterwegs sind. „Wer einmal elektrisch fährt, will es nicht mehr missen“, so Dodel.

Info: www.elektro-schlecker.de


Der Lohn für herausragende Innovationskraft. Foto: tl
Der Lohn für herausragende Innovationskraft. Foto: tl

Traditionsfirma wächst und plant den nächsten Schritt

In der Weststadt feiert der Elektroinstallationsbetrieb M. u. W. Schlecker sein hundertjähriges Bestehen. Hervorgegangen aus einem klassischen Installationsbetrieb ist man heute ein innovativer, hochmoderner Anlagenbauer, der alle Bereiche der Elektrizität und in jeder Größenordnung beherrscht. Das familiengeführte Unternehmen leitet Marcus Dodel.

Den Elektroinstallationsbetrieb gibt es seit 1926, gegründet von Max Schlecker, später stieg dessen Bruder Willi mit ein. Bis heute erhalten blieb der Firmenname, auch wenn die Gründerväter längst ausgeschieden und verstorben sind.

Gegründet zu einer Zeit, als „das Elektrische“ noch neu und längst nicht in allen Häusern verbreitet war. Alte Bilder aus dem Firmenarchiv zeigen einen Lehrling, der den übervoll beladenen Leiterwagen mit Kabelrollen, Werkzeug und Leiter zog, der Monteur ging voraus. Eine mühsame Arbeit, wenn es quer durch die Stadt ging.

1958 fängt Leonhard Dodel dort als Lehrling an, absolviert Gesellenbrief und Meistertitel. Er wird Betriebsleiter, weil Schlecker eine kaufmännische Ausbildung hat und die Technik nicht selbst führen darf.

1986 übernimmt Dodel die Firma, deren Firmensitz in der Wagnerstraße lag, bevor man dort „rausgesaniert“ wurde. Es folgt der Umzug in eigene Räume in die Scheffeltgasse 3, unmittelbar beim Theodor-Heuss-Platz, der damals noch Westplatz hieß.

Zwei Jahre später, 1988, tritt Sohn Marcus Dodel als Auszubildender in die elterliche Firma ein. Auch er legt die Prüfungen als Meister und Betriebswirt erfolgreich ab, ist mittlerweile fast 40 Jahre fest im Betrieb verwurzelt. Vater Leonhard Dodel, den die meisten Kunden noch aus seiner aktiven Zeit kennen, genießt heute 80-jährig den wohlverdienten Ruhestand. Für den wachsenden Teilbereich rund um die erneuerbaren Energien steht Prokurist Philipp Müller zur Seite. Noch ist man in der Scheffeltgasse ansässig. Im Erdgeschoss haben Werkstatt, Lager und Meisterbüro ihren Platz, darüber Buchhaltung, Chefbüro, ein Besprechungsraum, die Softwareentwicklung sowie eine Cafeteria für die Mittagspause. Im ansprechend gestalteten Schulungsraum finden regelmäßig hausinterne Weiterbildungen und Herstellerinformationen statt.

Auch wenn das Betriebsgebäude in der Vergangenheit schon zweimal um je ein Stockwerk aufgestockt wurde, sieht Dodel langfristig keine Perspektive für diesen Standort. Man sei in den vergangenen Jahrzehnten ungemein gewachsen und platze aus allen Nähten. Allein die Parkplatzsituation für die Mitarbeiter, wenn sie morgens zur Arbeit kommen, sei eine Katastrophe. Und tagsüber werde es nicht besser. Das Entladen schwerer Lkw, die Waren fürs Lager anliefern, ist schier unmöglich ohne die Straße zu blockieren. Deshalb hat Dodel in ein Grundstück im Gewerbegebiet Ulm Nord bei Dornstadt investiert. Dort stehen 8.000 Quadratmeter zur Verfügung, das ist achtmal so viel wie derzeit. Die Planungen zur Bebauung laufen auf Hochtouren. Der Baubeginn ist für dieses Jahr vorgesehen, nächstes Jahr sollen erste Teile in Betrieb gehen. Dann könne man effektiver arbeiten, denn die Erneuerbaren Energien mit Photovoltaik, Wärmepumpen und Lade-Infrastruktur nehme immer mehr Platz ein. Zudem werde der neue Standort über einen Ladepark für die Firmenflotte verfügen, sodass man beim Eigenverbrauch und der Elektromobilität autark sein werde. Der Standort in der Scheffeltgasse bleibt jedoch erhalten.

Von Thomas Löffler