Sonderveröffentlichung

30 Jahre Deeg in Kirchberg Drei Jahrzehnte Präzision

Roland Deeg setzte bereits Mitte der 90er-Jahre auf die Lasertechnik in der Belchbearbeitung. Sein Unternehmen war der erste Dienstleister dieser Art in der Region. Von Marius Stephan

Geschäftsführung: Deeg ist ein Familienunternehmen, Matthias, Roland, Sigrid und Joachim Deeg (von links) sind alle im Betrieb beschäftigt. Fotos: Deeg

14.04.2026

Vor etwas mehr als 30 Jahren arbeitete der gelernte Stahlbauschlosser Roland Deeg bei einem renommierten Crailsheimer Maschinenbauer an einem besonderen Projekt: Blech sollte mithilfe von Laserstrahlen geschnitten werden. Eng verknüpft mit dem Laserpionier Trumpf aus Ditzingen, gedieh das Projekt weit, wurde letztlich jedoch nicht umgesetzt. 

Erweiterungen: Heute stehen dem Betrieb rund 18.000 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung.
Erweiterungen: Heute stehen dem Betrieb rund 18.000 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung.

Roland Deeg war jedoch so von der Idee überzeugt, dass er seinen damaligen Arbeitgeber nach Absprache verließ und sich 1996 in Kirchberg an der Jagst selbstständig machte. „Wir haben zu dritt angefangen: meine Frau, ich und ein weiterer Mitarbeiter“, erinnert sich Roland Deeg. Eine Halle mit 600 Quadratmetern Fläche diente dem jungen Unternehmen als Startpunkt. „Die Baumaschinenbranche war damals unsere Keimzelle“, erinnert sich Roland Deeg. Er erkannte in der Lasertechnik damals drei entscheidende Vorteile: Sie machte die Produktion präziser, schneller und kostengünstiger. 

Unternehmen aus der Region

Namhafte Kunden

Heute ist aus dem damaligen Kleinbetrieb ein großes Unternehmen geworden: 180 Mitarbeiter fertigen im Drei-Schicht-Betrieb auf rund 18.000 Quadratmetern Hallenfläche Blechteile, für die jedes Jahr rund 6000 Tonnen Material bei Deeg verarbeitet werden. Zum Kundenkreis gehören mittlerweile nicht nur namhafte Verpackungsmaschinenhersteller aus der Region, sondern auch Firmen aus der Nutzfahrzeugbranche und Automobilhersteller. Auch das Leistungsspektrum von Deeg hat sich über die Jahre erweitert. „Am Anfang haben wir lediglich Bleche zugeschnitten“, sagt Roland Deeg. 

Unternehmen aus der Region

Heute fertigt das Unternehmen auf Wunsch ganze Bauteile. Verschiedene Bleche schneiden, biegen, lackieren, beschriften und Gewindestangen aufschweißen? Kein Problem. Auch die Montage der gefertigten Bauteile, beispielsweise zu einem fertigen Gehäuse übernimmt das Unternehmen auf Wunsch seiner Kunden. „Die Idee ist, dass der Kunde das Bauteil nicht selbst noch weiter bearbeiten muss, sondern direkt montieren kann“, erläutert Roland Deeg.

Er führt das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter, seine Frau Sigrid kümmert sich um die Verwaltung. Die Söhne Matthias und Joachim sind beide ebenfalls im elterlichen Betrieb tätig. Matthias als Produktionsleiter und Joachim im Vertrieb sowie als kaufmännischer Leiter. Sie werden den Betrieb auch fortführen, erzählen Roland und Sigrid Deeg. 

Unternehmen aus der Region

Das Knowhow, das im Unternehmen vorhanden ist, haben viele Mitarbeiter dort erlernt. „Wir haben immer viel ausgebildet und heute sind in etlichen Führungspositionen Mitarbeiter beschäftigt, die bei uns auch gelernt haben“, betont Sigrid Deeg. Der Erfolg des Unternehmens gründe sich auch maßgeblich auf insbesondere jene Beschäftigten. In letzter Zeit gingen die Ausbildungszahlen jedoch aufgrund Bewerbermangels zurück, bedauert sie. 

Unternehmen aus der Region

Für die Zukunft sieht Roland Deeg sein Unternehmen gut aufgestellt. Die Krisen im Maschinenbau und in der Automotivebranche seien zwar spürbar, treffen Deeg jedoch nicht, wie manch anderes Unternehmen. „Unser Branchenmix macht uns sehr resilient“, weiß der Firmenchef. Zudem bleibt Deeg immer am technologischen Puls der Zeit. Dazu gehört auch der Einsatz von KI. „Das muss aber noch weiter ausgebaut werden“, weiß Sigrid Deeg. 

Unternehmen aus der Region

Das vor drei Jahren gegründete Tochterunternehmen „Lasercloud“, das die Söhne führen, funktioniere „wie Deeg in klein“, sagt Roland Deeg. Auch hier wird Blech bearbeitet, allerdings für Onlinekunden, die sich ihr Werkstück direkt im Netz konfigurieren. Diese Daten gehen direkt an die Maschinen - so lassen sich extrem kurze Lieferzeiten realisieren.

Geladene Gäste

30 erfolgreiche Jahre will die Inhaberfamilie natürlich feiern - mit ihren Mitarbeitern, Kunden und Wegbegleitern. Eine der Hallen wurde bereits leergeräumt, um im April als Festort genutzt zu werden. Direkt danach wird der Platz für eine neue Blechbearbeitungsanlage benötigt - natürlich vom langjährigen Technologiepartner Trumpf. „Wir haben schon des Öfteren Maschinen für Trumpf getestet“, erklärt Roland Deeg die engen Kontakte zwischen den beiden Firmen. Dabei handelt es sich um Anlagen, die sich zum Beispiel noch in der Entwicklung befinden und die Laufzeit unter Realbedingungen benötigen. In diesem Fall geht es um einen Laser-Rohrschneider, der in die Halle einzieht.