Ein seltener Glücksfall, der bei Familie Rauscher in Kusterdingen-Wankheim seit vielen Jahren gelebt wird. Beide Kinder sind in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten: Tobias Rauscher in die seines Vaters, Egbert Rauscher, als Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärbauer und Diana Junger in die ihrer Mutter, Rita Rauscher, die vor über 40 Jahren einen Friseursalon im Käppele in Wankheim eröffnet hat. Die Geschäfte befinden sich nebeneinander - und gewohnt wird auch nicht weit entfernt. Egbert Rauscher, der seinen erfolgreichen Betrieb vor vier Jahren seinem Sohn übergeben hat, freut sich darüber: „Es ist schön, wenn im Alter die Kinder und Enkel um einen herum sind.“ Doch von Altwerden keine Spur bei Egbert Rauscher. Auch wenn es ihn vor vier Jahren gesundheitlich „erwischt“ hatte, so ist er jetzt wieder voll fit und freut sich, dass er mit dem Geschäft nicht mehr viel zu tun hat und sich lieber seinem Hobby, Oldtimer Cabrios, widmen kann.
Sein Sohn Tobias war von Anfang an davon überzeugt, das väterliche Geschäft zu übernehmen.„Eigentlich hatte ich mir nie eine Alternative überlegt. Für mich war es klar, irgendwann den Betrieb zu übernehmen“, schmunzelt der 47-Jährige.
1976 fing alles an
1976 hat der damals erst 23 Jahre alte Egbert Rauscher das Geschäft in Wankheim gegründet, nachdem er seine Ausbildung bei Sanitär Dinkel in Tübingen absolvierte, den Meister als Heizungs- und Lüftungsbauer machte, zwei Mal Landessieger wurde und sein damaliger Chef ihm nahelegte, den Meister für Sanitär- und Spenglerei auch noch zu machen. Nach einer verkürzten Ausbildung in Straubing, hatte der junge Egbert Rauscher zwei Meisterbriefe in der Tasche. „Es gab eigentlich keinen Tag, an dem ich kein Geschäft hatte“, erinnert er sich zurück. 1994 kam Sohn Tobias in den Betrieb und begann seine Lehre. Als Geselle arbeitete er viele Jahre mit, bevor er 2010 seinen Meister als Anlagemechaniker SHK machte. Mittlerweile hat der Betrieb noch vier weitere Mitarbeiter, wovon einer dieses Jahr bereits 40 Jahre mit an Bord ist.
Privatkunden an erster Stelle
Das Wirkungsfeld von Tobias Rauscher und seinem Team sind vorwiegend Heizungen und Bäder - und das zu 100 Prozent für private Kunden. Viele Kunden sind auf den Härten, dort hat sich Egbert Rauscher über viele Jahre einen sehr guten Namen gemacht, aber das Einsatzgebiet geht auch bis Tübingen und Reutlingen und nach Mössingen und Talheim sowie hoch auf die Schwäbische Alb. „Schließlich kommt meine Frau Rita von der Alb“, lacht Senior Rauscher. Dort hat man noch viele Bekannte, denen man selbstverständlich fachmännisch zur Seite steht. Beim Thema Heizung hat sich in den letzten Jahren viel getan und Tobias Rauscher weiß, dass man viel Aufklärungsarbeit leisten muss. Gerade beim Thema erneuerbare Energien ist hier der Fachmann gefragt. Es ist auch viel Bürokratie vonnöten, bei denen Privathaushalte auf die Kompetenzen der Fachbetriebe angewiesen sind. Für Tobias Rauscher ist es selbstverständlich, dass er und sein Team sich hier laufend fortbilden und zu Schulungen gehen. „Unsere Kunden sind immer super zufrieden mit dem Ergebnis. Das ist uns das Wichtigste.“
Spezialist für eine neue Wellness-Oase
Ein neues Bad zu konzipieren gehört auch zu den Aufgaben von Team Rauscher. Den Kunden wird genau aufgezeigt, was möglich ist und dann arbeiten die weiteren Gewerke Hand in Hand. Die Kunden können in umliegenden Bad-Ausstellungen ihre Lieblings-Badmöbel, Armaturen und Badaccessoires aussuchen und Team Rauscher übernimmt dann die Installation. Der neue Friseursalon der Damen Rauscher wurde natürlich auch eigens konzipiert und umgesetzt.
Der Mensch im Mittelpunkt
„Jeder Mensch ist anders und es macht viel Freude, mit unserer Kundschaft zusammenzuarbeiten. Manchmal bringen sie uns auch kleine Geschenke vorbei“, freut sich Tobias Rauscher.
„Man darf sich einfach nie für etwas zu schade sein und muss auch kleine Aufträge mit der nötigen Ernsthaftigkeit bearbeiten“, so der Chef. Gefragt nach einem skurrilen Erlebnis lacht er und erzählt, dass eine Bekannte ihn vor einiger Zeit anrief und ihn ziemlich hysterisch bat, sofort zu kommen, da sie einen Notfall habe. Als sie nämlich morgens den Klodeckel öffnete, schaute sie eine zappelnde, nasse Ratte mit großen Augen an.
„Die Wohnung ist im zweiten Stock, was eher ungewöhnlich ist für Ratten. Aber wir haben dann dort eine Rattensperre eingebaut, sodass es mit Sicherheit nicht mehr vorkommt“, schmunzelt Tobias Rauscher.
Von Simone Maier