Sonderveröffentlichung

60 Jahre Schreinerei Neuendorf Auf dem richtigen Holzweg

Eine Schreinerei mit eigenem Museum.

Firmengründer Max Neuendorf, 87, in seiner Schreinerei. Foto: Andreas Brücken

31.03.2026

Ein Jubiläum der besonderen Art. Die Schreinerei Neuendorf wurde nicht nur vor 60 Jahren gegründet, auch heute, nach sechs Jahrzehnten, ist der damalige Gründer immer noch der Chef: Schreinermeister Max Neuendorf. Holz bestimmt sein Leben und Holz hat für ihn Leben. Schon für den zehnjährigen Max Neuendorf stand fest, dass er Schreiner werden will. Nach den drei Lehrjahren folgten fünf Gesellenjahre. 1962 legte der ehrgeizige Schreiner seine Meisterprüfung ab. Für den heute 87-Jährigen war es schon bald klar, dass er selbst eine Schreinerei führen will. Sein damaliger Ausbildungsbetrieb hatte finanzielle Probleme. Der junge Schreinermeister griff zu und mietete die Hälfte der Werkstatt Doch leider war das keine Lösung auf Dauer. Der Vermieter ging in Insolvenz und Neuendorf musste sich eine neue Bleibe suchen. Die fand er im Söflinger Klosterhof. Jetzt hatte er zwar eine neue Werkstatt (160 Quadratmeter), aber weder Maschinen noch Hobelbänke oder gar Werkzeug – dafür Schulden.

Unternehmen aus der Region

Bei der Handwerkskammer Ulm, für die Neuendorf später jahrelang ehrenamtlich tätig war, ließ man ihn abblitzen. Keine Sicherheiten, keine Bürgen – kein Kredit. So musste Neuendorf viele Jahre Schulden tilgen. Aber es kamen die ersten Aufträge rein. Die fertiggestellten Möbelstücke wurden mit einem alten DKW und Anhänger ausgeliefert. Schon bald hatte der Betrieb vier Mitarbeiter. Zuverlässigkeit und Qualität sprachen sich herum, es gab immer mehr Aufträge - zunächst ausschließlich im Innenausbau: Einbauschränke, Türen, Holzdecken und Möbel. Später kam der Messebau dazu. Viele Jahre war die Firma Neuendorf in großen Messestädten vertreten und sicherte sich Aufträge von namhaften Firmen im In- und Ausland.

Nach 13 Jahren in Söflingen wurde die dortige gemietete Werkstatt zu klein. Max Neuendorf baute von 1977 bis 1978 in Ulm-Jungingen, Franzenhauserweg 8, auf 2700 Quadratmetern seinen heutigen modernen Betrieb. Möbel und Innenausbau sind hier die hauptsächlichen Betätigungsfelder. Rund zehn Mitarbeiter waren und sind für die Qualität und Zuverlässigkeit im Einsatz. In den nunmehr sechzig Jahren seit der Firmengründung bildete Max Neuendorf 42 Auszubildende aus. Sieben davon waren junge Frauen. Viele Mitarbeiter Neuendorfs hatten und haben bei ihm eine berufliche Heimat gefunden. Zwei davon begleiteten oder begleiten den Chef ein ganzes Arbeitsleben. Uli Gröber war vom Beginn seiner Lehre 1967 bis zur Rente insgesamt 58 Jahre in der Firma. Herbert Ehni begann seine Lehre 1974 und ist heute noch als Minijobber tätig.

Neben jahrelangen Tätigkeiten für die Handwerkskammer war Max Neuendorf auch sechs Jahre Obermeister und fünf Jahre Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des Fachverbands der Landesinnung Baden-Württemberg.