Vom 16. bis 18. Januar feiert die „Aubenger Narraverei“ ihren 75. Geburtstag. Dabei wird mit einem großen Narrenfest auf 75 Jahre närrische Geschichte, 75 Jahre gelebtes Brauchtum und 75 Jahre lebendige Gemeinschaft zurückgeblickt. Vorbereitet wurde das Narrenfest von der derzeitigen Vereinschefin Denise Henne mit einer ebenso unternehmungsfreudigen Vorstandschaft des Elferrats mitsamt zahlreichen Aktiven im Häs der Füchse, Fuchsgräber, Tanzgarden und Fürstengarde.
Bei dem im Jahr 1951 durch Owinger Bürger unter der Leitung von Ludwig Volm gegründeten Fasnachtsverein pendelten nach dieser Zeit die fastnächtlichen Tage zwischen dem damals üblichen Karneval mit Elferrat und Prinzenpaar und der schwäbisch-alemannischen Fasnet. In Owingen waren in den 50er, 60er und 70er Jahren „Hexa laufa“, eine Saalfasnet mit dem heute noch existierenden „Lumpenball“, und eine Straßenfasnet am Fasnachtsdienstag mit Umzug und zahlreichen Wagen und Fußgruppen feste Bestandteile. Als im Jahr 1987 die Mitglieder der damaligen Tanz- und Prinzengarde ihre Plätze für den Nachwuchs räumten, kam der Wunsch zur Gründung einer neuen Gruppe auf. Ab 1988 hat man sich deshalb mit der Gründung der FuchsGruppe der schwäbisch-alemannischen Fasnet zugewandt. Was lag da näher, als auf die Begebenheit des Jahres 1699 mit dem Streit um die freie Pirsch zurückzugreifen und sich auf den geschichtlichen Hintergrund des „Aubenger Fuchsfeitig“ zu besinnen?
Danach jagte am 8. Oktober 1699 der Fürst von Hohenzollern in den Wäldern von Owingen und, als sich ein Fuchs in seinem Bau verkroch, forderte der Fürst das männliche Volk zum Ausgraben dieses Tieres auf. Die „Aubenger“, die sich auf ihr „Recht der freien Pirsch“ beriefen, mussten deshalb erhebliche Pein in Kauf nehmen, ließen sich dies aber nicht gefallen. Der über Jahrzehnte dauernde Rechtsstreit • wurde schließlich von den Owingern vor dem Reichskammergericht Wetzlar gewonnen. Damit wurde ihnen das Recht der freien Pirsch zugesprochen. Dieser Tag wurde daraufhin über Jahrzehnte als „Aubenger Fuchsfeiertag“ gefeiert. Hieraus entstand auch der Owinger Narrenruf dreimal "FuchsFeitig“.
Aufgrund der geschichtlichen Ereignisse gründete der Aubenger Narraverei 1988 eine Fuchsgruppe. Fünf Jahre später kam die Fuchsgräber-Maskengruppe hinzu. Diese stellen die Bürger Owingens dar, die sich seinerzeit erfolgreich gegen Fürsten zur Wehr setzten. Heute gibt es in beiden Maskengruppen zusammen 210 Hästrägerinnen und Hästräger. Auch der Narrenrat wurde neu eingekleidet und mehr schwäbisch-alemannischer Fasnet angepasst. Die weibliche Prinzengarde wurde zur männlichen Fürstengarde, die den Narrenbaum erstellt. Jährlich wird ein neuer Fürst ermittelt, der mit seiner Fürstin in der jeweiligen Fasnet das Narrenzepter schwingt und diese auch eröffnet. Weiter gibt es in der Owinger Fasnet meist drei Tanzgruppen, das feuerrote Bändelteam, welches Dorfdekoration besorgt, und die Scherenschleifer. Seit 2003 können die Narren in ihrer eigenen Zunftstube kleinere Feiern und die Hauptversammlung abhalten. Der Narrenmarsch beinhaltet zudem Inhalte des bekannten „Hohenzollernliedes“.
Das 75-jährige Bestehen des Narrenvereins feiern die Owinger von Freitag, 16. Januar, bis Sonntag, 18. Januar. Den Auftakt bildet am Freitagabend ein großer Jubiläumsball mit rund 25 Gastvereinen, mit Brauchtumsvorführungen sowie Narrentreiben in der Eyachtalhalle mit großem Bar-Zelt und der Partyband „3Klang“. Im Rahmen des Balles werden die Jubiläumsfesttage durch das neu amtierende Fürstenpaar eröffnet.
Der Samstag, 17. Januar, bringt um 16 Uhr einen Dämmmerumzug durch Owingen mit knapp 60 Zünften, Verei und Gruppen. Dem schließen sich ab 18 Uhr Vorführungen in der Eyachtalhalle und ein Narrentreiben im ganzen Dorf an. In der Eyachtalhalle erwartet die Närrinnen und Narren außerdem wieder das große Bar-Zelt mit DJ und in der Halle wieder die Partyband „3Klang“.
Der Sonntag, 18. Januar 2026, bringt den Höhepunkt des Jubiläums-Narrenfestes. Nach einer Narrenmesse um 9.30 Uhr in der alten Jakobuskirche in der Ortsmitte und dem Zunftmeisterempfang im Sportheim startet um 13.30 Uhr der große Jubiläumsumzug als 15. Tiermaskentreffen mit 60 Vereinen, Zünften und Gruppen aus nah und fern, darunter zudem sämtliche Narrenvereine aus der Stadt Haigerloch.
Anschließend sind Musikdarbietungen und Vorführungen in der Eyachtalhalle und Narrentreiben im ganzen Narrendorf Owingen.