Sonderveröffentlichung

Alles geregelt Rituale und Traditionen helfen bei der Trauer

Der endgültige Abschied von einem geliebten Menschen fällt schwer. Bestatter helfen bei den Rahmenbedingungen.

Hier fehlt noch Text Friedhof. Foto: mh90photo/stock.adobe.com mh90photo/Adobestock

01.01.1970

Nach dem Tod eines geliebten Menschen scheint die Realität oft unwirklich und unbegreiflich. Wenn die Situation chaotisch und überwältigend erscheint, geben Rituale und Traditionen Halt und Sicherheit.

Das gemeinsame Gedenken empfinden viele als wichtig – besonders gemeinsam vollzogene Handlungen halten das Andenken wach.

Die Begleitung von Sterbenden

In vielen Religionen beginnen die Sterberituale nicht erst mit dem letzten Atemzug oder Herzschlag. So gibt es im Christentum die Heilige Kommunion mit dem Glaubensbekenntnis, die Gläubige erhalten, wenn der Tod naht.

Muslimische Familien rezitieren die Sterbesure und sprechen das Glaubensbekenntnis mit ihnen.

Das Urnengrab ist die häufigste Bestattungsform. Foto: Möbel von hier
Das Urnengrab ist die häufigste Bestattungsform. Foto: Möbel von hier

Sarg oder Urne personalisieren

Den Sarg oder die Urne selbst zu bemalen, ist eine sehr kreative und persönliche Möglichkeit, mit Trauer umzugehen. Viele Bestatter bieten zum Beispiel an, die Urne ganz individuell mit persönlichen Motiven oder Zitaten zu lasern.

Grabbeigaben und persönliche Gegenstände

Verstorbenen Geschenke mit auf den letzten Weg zu geben, hat eine lange Tradition und ist bei vielen Kulturen auf der Welt üblich. Heute ist es aus Gründen des Umweltschutzes eher üblich, nur kleine Geschenke mit ins Grab zu legen.

Am Tag des Abschieds

Die Beisetzung folgt oft bestimmten Traditionen. Die Details sollten der Persönlichkeit des Verstorbenen entsprechen.

• Die Beerdigung: Wenn von Trauerritualen die Rede ist, ist die Beerdigung das eine Ritual, an das die meisten Menschen zuerst denken. Die Beisetzung besteht ihrerseits aus mehreren Teilen. Jeder dieser Teile kann, je nach Kultur und Religion, Wünschen der Verstorbenen Person und der Angehörigen, unterschiedlich gestaltet werden.

• Abschied am Sarg: Meist gibt es die Möglichkeit, sich vor der Kremation oder der Beerdigung noch ein letztes Mal am offenen Sarg von dem Verstorbenen zu verabschieden. Ein feierlich geschmückter Abschiedsraum bietet den würdigen Rahmen.

• Trauerrede: In einer modernen Trauerfeier, ob konfessionell oder religiös ungebunden, ist die Trauerrede das zentrale Element. Sie fasst die Biographie kurz und bündig zusammen und würdigt den Charakter der verstorbenen Person.

• Trauermusik: Anstelle von Kirchenliedern beziehen trauernde Familien heute gerne die Lieblingsmusik der Verstorbenen mit in die Trauerfeier ein. Sie erinnert an gemeinsame Erlebnisse und bringt die Persönlichkeit eines Menschen auf eine weitere Art in die Feier ein. Die Musik soll dabei Emotionen und Bilder im Kopf eines jedem wecken.

• Trauerkaffee oder Leichenschmaus: Kaffee und Kuchen im Kreis der Familie und dem engsten Freunden zum Ausklang der Beerdigung – diese Sitte ist als Trauerkaffee bekannt; wenn eine vollständige warme Mahlzeit serviert wird, spricht man von einem Leichenschmaus. Dieses Zusammensein bietet Angehörigen eine wertvolle Gelegenheit, sich gemeinsam zu erinnern.

• Gedenken nach der Beisetzung: Grabstellen sind ein wichtiger Ort des Erinnerns. Dabei kann es sich um ein klassisches Grab auf dem Friedhof handeln, einen Gedenkstein in einer Baumgrab-Anlage, eine Urnenwand oder einen Baum im Bestattungswald. Die Grabpflege ist für Hinterbliebene eine Gelegenheit, sich der verstorbenen Person nahezufühlen und die eigene Trauer zu verarbeiten.

Von Andreas Brücken


Formen der Bestattungen

Grundsätzlich sind die Angehörigen verpflichtet, für die Bestattung zu sorgen. In den meisten Ländern gilt der sogenannte Friedhofszwang. Sind keine Angehörigen vorhanden, übernehmen die Kommunen oder der Landkreis die Bestattungskosten.

Der Todesfall wird beim Standesamt beurkundet. Grundlage dafür ist die Sterbeurkunde. Die Todesbescheinigung wird von einer Ärztin oder Arzt ausgestellt. Die Erdbestattung ist besonders in christlich geprägten Regionen verbreitet.

Die Feuerbestattung ist heute eine der häufigsten Bestattungsformen in Deutschland. Dabei wird der Leichnam in einem Sarg eingeäschert. Die Asche wird anschließend in einer Urne beigesetzt.

Die Waldbestattung oder Baumbestattung erfolgt in dafür vorgesehene Bestattungswäldern. Die Urne wird am Fuße eines Baumes beigesetzt. Diese Form wird oft als naturnahe Alternative gewählt.

Bei der anonymen Bestattung wird die Urne oder der Sarg ohne namentliche Kennzeichnung beigesetzt. Der genaue Ort der Grabstelle bleibt unbekannt oder ist individuell markiert. Bei einer Kolumbariumsbestattung wird die Urne in einer Urnenwand oder einem Urnenraum beigesetzt. Diese Form ist besonders in Städten verbreitet.

Bei der Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer speziellen, wasserlöslichen Urne auf hoher See beigesetzt. Diese Form ist in Süddeutschland eher selten und vor allem bei Menschen mit besonderer Verbundenheit zum Meer beliebt.

Ergänzend regelt die Friedhofssatzung vor der Kommunen die konkreten Abläufe: Dazu gehören Ruhezeiten, Grabgrößen, mögliche Grabformen sowie Vorgaben für die Gestaltung und Pflege.

Oft werden außerdem Termine für Trauerfeiern festgelegt, damit der Ablauf auf dem Friedhof organisiert werden kann. Die Kosten setzen sich meist aus Grabnutzung, Leistungen des Bestatters und Gebühren des Friedhofsträgers zusammen.